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adidas hofft auf Fußball-WM

Sportartikelhersteller will nach Gewinneinbruch wieder wachsen - Anleger flüchten aus der Aktie

Der Sportartikelhersteller adidas will nach einem deutlichen Gewinnrückgang im laufenden Jahr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Impulse dafür soll unter anderem die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika liefern, wie der DAX-Konzern am Mittwoch im mittelfränkischen Herzogenaurach auf seiner Jahresbilanzpressekonferenz mitteilte. Mit seinen Zahlen für 2009
enttäuschte der Konzern allerdings. Die Aktie geriet stark unter Druck.

"Das Jahr 2009 war ohne Frage das schwierigste Jahr in meiner Zeit als Vorstandsvorsitzender", sagte der seit 2001 amtierende Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer. Im vierten Quartal hätten sich jedoch die meisten für adidas relevanten Märkte stabilisiert. Auch die Profitabilität habe sich in der zweiten Jahreshälfte signifikant verbessert.

Im vergangenen Jahr war das Nettoergebnis gegenüber dem Vorjahr den Angaben zufolge um 62 Prozent auf 245 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz habe sich um vier Prozent, währungsbereinigt sogar um sechs Prozent, auf knapp 10,4 Milliarden Euro verringert.

Allein im vierten Quartal sei das Nettoergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 54 Millionen auf 19 Millionen Euro zurückgegangen. Experten hatten im Durchschnitt mit 25 Millionen Euro gerechnet. Belastet hätten höhere Marketingaufwendungen für die Fußball-WM sowie für Reebok in Nordamerika. Der Umsatz habe sich im Schlussquartal 2009 um 4,5 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro verringert. Währungsbereinigt sei er allerdings stabil geblieben. Dennoch ist adidas optimistisch. Ein  langsamerer Aufschwung der Konsumnachfrage sowie ein weiter vorsichtiges Verhalten der Einzelhändler dürfte zwar die Umsatzentwicklung bremsen. Allerdings sollten positive Auswirkungen der Fußball-WM, eine starke Präsenz in den Schwellenländern sowie Verbesserungen bei der Marke Reebok diese negativen Effekte mehr als ausgleichen. So geht adidas für 2010 von einem währungsbereinigten Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Der Nettogewinn soll auf 400 Millionen bis 450 Millionen Euro steigen.

Die Aktie des DAX-Konzerns brach zu Handelsbeginn um sieben Prozent ein. In einer ersten Einschätzung nannte ein Händler die Zahlen "durch die Bank schlecht". Dagegen erklärte Christoph Dolleschal von der Landesbank Baden-Württemberg, ein schwächeres viertes Quartal sei nach den Zahlen des Konkurrenten Puma absehbar gewesen. Er verwies außerdem auf das starke Vorjahresquartal, gegen das adidas hatte antreten müssen. Um die Einmaleffekte bereinigt, lägen die Ergebnisse in etwa im Rahmen der  Erwartung.

Auch die Analysten von equinet erklärten, vor dem Hintergrund der geringen Bedeutung des vierten Quartals sollte nicht zuviel in das Ergebnis hineininterpretiert werden, das geringfügig unter der Erwartung liege. adidas habe überzeugende Geschäftszahlen zum vierten Quartal vorgelegt. Der Ausblick sei zwar vorsichtig und damit auf den ersten Blick leicht enttäuschend, doch äußere sich adidas traditionell eher zurückhaltend. Am Mittag führte die Aktie die Verlierer im DAX mit einem Minus von 5,7 Prozent auf 35,89 Euro an.

(ddp/Ralf Beunink)


 


 

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