Sie sind hier: Startseite München Lokale Wirtschaft
Weitere Artikel
Einzelhandel

Umsatzprognose: Minus zwei Prozent in 2009

Zum Umsatz im ersten Halbjahr und im gesamten Jahr 2009, zu Mehrwertsteuer und anderen Themen äußerte sich auf der Jahrespressekonferenz des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels HDE-Präsident Josef Sanktjohanser:

Umsatz: Heute sind die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für Mai veröffentlicht worden. Daraus ergibt sich für den klassischen Einzelhandel (ohne Kfz, Brennstoffe, Apotheken) in diesem Monat ein Umsatzminus von 3,1 Prozent nominal. Dieser Umsatzrückgang erklärt sich vor allem aus dem fehlenden Verkaufstag gegenüber dem Vorjahresmonat. Unter Berücksichtigung dieses Effekts hat sich die Geschäftslage im Mai sogar leicht verbessert. In den ersten fünf Monaten des Jahres sank der Umsatz des klassischen Einzelhandels um nominal 2,2 Prozent, preisbereinigt um 2,8 Prozent. Für das erste Halbjahr gehen wir von einem vergleichsweise moderaten Umsatzrückgang von etwa zwei Prozent nominal aus. Die Umsatzentwicklung blieb damit bisher hinter unseren Erwartungen zurück. Dazu hat auch die Abwrackprämie beigetragen. Unsere Umsatzprognose für das laufende Jahr müssen wir angesichts der nun vorliegenden Daten nach unten revidieren. Wir rechnen mit einem Umsatzrückgang in diesem Jahr von nominal minus zwei Prozent. Darin eingerechnet sind die im Vergleich zu 2008 fehlenden zwei Verkaufstage in diesem Jahr, die mit etwa 0,7 Prozentpunkten zu Buche schlagen. Es ist durchaus nicht ausgeschlossen, dass wir eine geringfügig bessere Entwicklung sehen werden. Dies wird wesentlich von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängen. Mit einem zweiprozentigen Umsatzminus würden wir uns immer noch im Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen bei den Einzelhandelsumsätzen bewegen, wenn auch am unteren Ende. Das ist zwar nicht dramatisch im Vergleich zu anderen Branchen. Wir dürfen die Entwicklung aber auch nicht verharmlosen, da die Handelsunternehmen nicht vom Aufschwung profitiert haben und kaum Reserven anlegen konnten.

Mehrwertsteuer: Wirtschaftlich schwierige Zeiten sind keine Zeiten für Steuererhöhungen zur Haushaltssanierung. Staatsverschuldung bekommt man nur mit Ausgabenkürzungen und vor allem Wirtschaftswachstum in den Griff. Dennoch werden aktuell die Mehrwertsteuererhöhung oder als Variante die Streichung beziehungsweise Anhebung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes diskutiert. 25 Prozent Mehrwertsteuer schlägt DIW-Chef Zimmermann vor und macht Hoffnung, dass vorgezogene Käufe für ein Konjunkturhoch sorgen. Selbst wenn dem so sein würde, käme das böse Erwachen danach, wenn die höhere Mehrwertsteuer dem Konsum einen herben Dämpfer verpasst. Auch der einseitige Ruf aus einzelnen Branchen nach weiteren Ausnahmen für den ermäßigten Mehrwertsteuersatz wird von verantwortungslosen Politikern ganz schnell als Begründung für schamlose Steuererhöhungen missbraucht. Deshalb kann ich nur sagen: Hände weg von der Mehrwertsteuer. Das gilt auch für den ermäßigten Satz. Wir werden uns erbittert gegen jeden Versuch wehren, die Mehrwertsteuer zu erhöhen.

(HDE)


 


 

Mehrwertsteuer
Umsatz
Einzelhandel
Umsatzprognose
HDE
Umsatzminus
Handelsunternehmen
Steuererhöhunge

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Mehrwertsteuer" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: