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Umsatzsteuer

Das erwartet Unternehmer zur Umsatzsteuer

HLB Praxisforum Umsatzsteuer in Grünwald lotst durch die neuesten Entwicklungen und Änderungen der anstehenden Umsatzsteuerreform Uneinheitliche Regeln in der EU, unklare Haftungsfragen, komplexe Anforderungen.

Für 
Unternehmer hat sich das Umsatzsteuergesetz in Deutschland bisher nicht immer von seiner
rosigen Seite gezeigt. Die anstehende Umsatzsteuerreform, die zahlreiche Neuerungen und EUweite
 Vereinheitlichungen vorsieht, soll vieles erleichtern – doch bislang ist die Unsicherheit in
der Wirtschaft noch groß.


Einen fachlich fundierten Überblick zu den wichtigsten Änderungen bei der Umsatzsteuer gab die 
Grünwalder Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei LKC Kemper Czarske v. Gronau
Berz GbR im Rahmen der bundesweiten Veranstaltungsreihe „HLB Praxisforum Umsatzsteuer“:

Die Steuerberaterinnen Eileen Danner und Nicole Wöhr-Schüch fassen die wichtigsten Themen
zusammen:


1. Neue Haftungsregelungen für Betreiber von E-Commerce-Marktplätzen


Bereits seit dem 1. Januar 2019 müssen Betreiber von elektronischen Marktplätzen wie ebay,
 Amazon & Co. neue Dokumentations- und Haftungsregelungen beachten. So haften die Betreiber
 von elektronischen Marktplätzen für die nicht entrichtete Umsatzsteuer auf Lieferungen, die
 Händler über die jeweilige Onlineplattform generieren.

Betreiber von Onlineplattformen können dieser Haftung nur dann entgehen, wenn sie von 
Händlern, die die Plattform nutzen, jeweils die Erfassungsbescheinigung des zuständigen
 Finanzamts über die steuerliche Registrierung verlangen oder nicht registrierte Händler
ausschließen.

„Plattformbetreiber sollten die Übergangsfristen dazu nutzen, die Onlinehändler
konsequent anzusprechen und zur Abgabe der Erfassungsbescheinigung aufzufordern“,
 empfiehlt Wöhr-Schüch.


2. Bagatellregelung E-Commerce


Bislang galt für Online-Händler, die sogenannte „TRFE-Leistungen“ erbringen (Rundfunk-,
Fernseh-, Telekommunikations- und elektronisch erbrachte Dienstleistungen), dass die Leistung
unabhängig von der Höhe des (Welt-)Umsatzes entsprechend des jeweiligen Steuersatzes im
 Land des Endverbrauchers zu versteuern war. Seit dem 1. Januar 2019 gilt auf EU-Ebene eine
einheitliche „Schwellenwert“ von 10.000 Euro. „Nur wenn der Umsatz des Online-Händlers diese 
Grenze im vorangegangenen und im laufenden Kalenderjahr überschreitet, entsteht weiter die
 Umsatzsteuer im Land des Endverbrauchers“, erklärt Wöhr-Schüch weiter.

„Bleibt der
 Gesamtbetrag der Entgelte unter der Grenze, entfällt der Sprung ins ausländische Steuerrecht
und es wird mit deutscher Umsatzsteuer fakturiert.“ Rückwirkend findet die Regelung keine 
Anwendung. 
Auch neu: Online-Händler, die am MOSS-Verfahren teilnehmen (Mini-One-Stop-Shop), können 
ihre Rechnungen entsprechend der Vorschriften des EU-Landes stellen, in dem sie selbst
ansässig sind.


3. Organschaft


Seit dem 1. Januar 2019 sind die Regelungen zur Organschaft auch für Tochter-
Personengesellschaften anzuwenden. „Da die Organschaft automatisch bei Vorliegen der
entsprechenden Voraussetzungen entsteht, sollten Unternehmer die steuerlichen Auswirkungen 
gründlich prüfen und gegebenenfalls umstrukturierende Maßnahmen einleiten“, rät Danner 
abschließend.

Bisher konnten Tochtergesellschaften in Form von Personengesellschaften nicht 
als Organgesellschaften in einen Organkreis eingegliedert werden.


4. Reihengeschäfte, Konsignationslager und innergemeinschaftliche Lieferungen


Bei Reihengeschäften mit einer sogenannten bewegten Lieferung – die einzige potenziell
 steuerfreie Lieferung in einem Reihengeschäft – wird diese künftig der ersten Lieferung 
zugeordnet, wenn der erste Lieferant in der Kette die Ware befördert bzw. versendet. Holt der
letzte Abnehmer in der Kette die Ware beim ersten Unternehmer ab, stellt die letzte Lieferung die
 sogenannte bewegte Lieferung dar. Bei einem Transport durch einen Zwischenhändler gilt: Zeigt 
der Zwischenhändler seinem Lieferanten seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des
 Abgangslandes der Ware an, so gilt die von ihm ausgeführte Lieferung (also die 2. Lieferung im
Reihengeschäft) künftig als bewegte Lieferung.

Zeigt er diese Nummer nicht an, so gilt die von 
ihm bezogene Lieferung als die bewegte Lieferung. Ab dem 1. Januar 2020 stellt die Lieferung in ein in der EU befindliches Konsignationslager kein
innergemeinschaftliches Verbringen mit anschließender Inlandslieferung mehr dar. Durch die
 Neuregelung werden nun im Zeitpunkt der Entnahme aus dem Lager eine innergemeinschaftliche
Lieferung im ursprünglichen Abgangsstaat und ein innergemeinschaftlicher Erwerb des 
Leistungsempfängers im Bestimmungsland fingiert. Zudem wird künftig die
Umsatzsteueridentifikationsnummer in die Reihe der materiellen Voraussetzungen für die 
Steuerfreiheit bei innergemeinschaftlichen Lieferungen aufgenommen; selbiges gilt für die
zusammenfassende Meldung.

(Redaktion)


 


 

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