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Europäische Unternehmen verlieren jährlich 300 Milliarden Euro

Durch Zahlungsausfälle entstehen europäischen Firmen tägliche Verluste von 822 Millionen Euro. Dies ergab eine Umfrage unter 6.000 Unternehmen in über 20 europäischen Ländern. Der "European Payment Index 2010" liefert Zahlungsrisiken, deren Hintergründe und Entwicklungen und ist die derzeit umfangreichste Studie zur Zahlungsmoral in Europa.

Nach Recherchen von Intrum Justitia, einem der größten Kredit-Mamagement-Unternehmen mit dem Deutschland-Sitz in Darmstadt, könnten europäische Unternehmen rund 300 Milliarden Euro einnehmen, wenn alle Rechnungen bezahlt würden. Eine Verbesserung der Zahlungsmoral würde der lokalen, nationalen und regionalen Wirtschaft deutlich Auftrieb geben und Arbeitsplätze schaffen. Nur zehn Prozent der befragten Unternehmen in Europa glauben danach jedoch, dass sich die Situation in den nächsten zwölf Monaten merklich verbessern wird. "Besonders hart trifft die schlechte Zahlungsmoral kleine und mittelständische Unternehmen. 3,0 Prozent aller Forderungen werden hier nicht bezahlt, im Vergleich zu 2,6 Prozent insgesamt. Ausstehende Forderungen können hier schnell zu einer Gefährdung der Existenz werden", erläutert Thomas Hutter, Geschäftsführer der Intrum Justitia für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH). 52 Prozent der befragten Unternehmen sind sich zudem unsicher, ob sie die benötigte Unterstützung durch ihre Banken bei der Überwindung von Engpässen oder dem Ausbau ihres Geschäfts erhalten.

Die Zahlungsmoral hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert

Die Durchschnittsdauer bis zum Zahlungseingang ging in Europa von 57 auf 55 Tage zurück. Am schnellsten werden Rechnungen in den skandinavischen Ländern beglichen. In Finnland gehen Zahlungen im Durchschnitt mit lediglich fünf Tagen, in Schweden und Norwegen mit sieben Tagen Verspätung ein. Deutschland belegt mit zehn Tagen Verspätung einen guten dritten Platz. Das Schlusslicht in Europa bilden Griechenland mit 42 Tagen, Italien mit 49 Tagen und Portugal mit 51 Tagen Zahlungsverzögerung.

In Deutschland werden die Rechnungen in allen Branchen im Vorjahresvergleich schneller bezahlt - möglicherweise ein Zeichen für den allmählichen Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft: 69 Prozent aller Rechnungen werden fristgerecht innerhalb von 30 Tagen beglichen. Damit liegt Deutschland auf einem Spitzenplatz in Europa. Der beunruhigende Aspekt in Europas größter Volkswirtschaft bleibt jedoch der signifikante Zuwachs an Abschreibungen, die von 2,1 Prozent im Vorjahr auf 2,6 Prozent zugelegt haben.

Immer schärfere Kreditprüfung gleich zum Anfang setzen

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"Im Zuge der schwierigen Marktbedingungen erkennen viele Unternehmen die zunehmende Bedeutung eines umfassenden Kreditmanagements, wozu auch die Beachtung des hohen administrativen Aufwands gehört. Europäische Firmen könnten mindestens 25 Milliarden Euro sparen, wenn sie auf zeit- und geldaufwändige Prozesse zur Verfolgung säumiger Zahler verzichten könnten", so Hutter. Die Mehrheit der Befragten bemüht sich deshalb, mithilfe schärferer Kreditprüfungen bereits zu Beginn des Vertriebsprozesses die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden zu durchleuchten.

Neben dem "European Payment Index 2010" bringt die Intrum Justitia auch den "Risk Index 2010" heraus. Dieser Bericht fasst Ergebnisse des "European Payment Index 2010" für das jeweilige Land vertiefend zusammen. Der "European Payment Index 2010" und der "Risikoindex 2010" können hier kostenlos angefordert werden. 

(Intrum Justitia, Dorothea Dühr)


 


 

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