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Klimawandel

Unternehmen setzen auf neue Produkte und Märkte

Die Wirtschaft beginnt, sich mit dem Thema Klimawandel zu beschäftigen. So ist jedes fünfte Unternehmen in Oberbayern davon überzeugt, dass die eigene Branche von den Folgen des Klimawandels stark betroffen sei. Vor allem das Gastgewerbe und die Verkehrsunternehmen rechnen mit Konsequenzen.

Viele Unternehmen sehen aber auch die Chance, mit neuen Technologien und Dienstleistungen weitere Absatzmärkte zu erschließen. Das ergab eine Studie der IHK für München und Oberbayern sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit. Unter dem Titel "Die Wirtschaft und der Klimawandel - Reaktionen der Unternehmen" hatte die beauftragte bifa Umweltinstitut GmbH rund 1.170 Unternehmer in Oberbayern befragt: in welchem Ausmaß sie sich vom Klimawandel betroffen fühlen, welche Konsequenzen sie für die gesamte Wirtschaft sehen und welche Unterstützung sie sich dabei wünschen.

"Der Klimawandel lässt sich von der Wirtschaftskrise nicht aufhalten, das ist bei einigen Unternehmen angekommen" sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen bei der Präsentation der Studie. Drohende Probleme aufgrund der derzeitigen Wirtschaftskrise auszublenden sei deshalb keine Lösung. "Im Klima- und Umweltschutz liegt für ein exportorientiertes Hochtechnologieland wie Bayern eine bedeutende Chance. Erneuerbare Energien und Umwelttechnologien sind ein Jobmotor", so Dr. Markus Söder, Umweltminister. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht auf staatliche Maßnahmen beschränkt.

Über 65 Prozent der Befragten fürchten vor allem Infrastrukturschäden und Engpässe bei der Energie- und Rohstoffversorgung. Eine deutliche geringere Rolle spielen dagegen die ganzen ökologischen Risiken wie extreme Wetterereignisse (48%), globale Erwärmung (38%) oder ein Anstieg der Meeresspiegel (15%).

Allerdings sehen die Unternehmen nicht nur Risiken. Mit 30 Prozent glauben eben so viele auch an wirtschaftliche Chancen. Die meisten denken dabei an Energieeffizienz, Ressourcenschonung, neue Umwelttechnologien und neue Märkte. Bei dieser Einschätzung zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Branchen. Während für Verkehrsunternehmen und Gastgewerbe die negativen Konsequenzen überwiegen, setzen die Dienstleistungsunternehmen tendenziell auf neue Geschäftsmöglichkeiten oder rechnen zumindest mit keinen nachteiligen Auswirkungen. Beim produzierenden Gewerbe und dem Groß- und Einzelhandel halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage. "Die Chancen für die Unternehmen liegen vor allem in neuen Produkten und Dienstleistungen für den Klimaschutz sowie in neuen Absatzmärkten", so Driessen. Experten schätzten allein den Markt für CO2-arme Energieprodukte bis 2050 auf 500 Mrd. US-$ pro Jahr.

Die meisten Unternehmen (57%) begnügen sich in ihrer Strategie noch damit, die politischen Rahmenbedingungen im Auge zu behalten. Immerhin 30 Prozent haben begonnen, ihren Energieverbrauch zu optimieren und je 20 Prozent wollen den Material- und Rohstoffeinsatz verbessern oder arbeiten an neuen Produkten.

Von der Politik erwarten die Unternehmen in erster Linie verlässliche Rahmenbedingungen für ihre unternehmerische Planung. Konkret wünschen sie sich verbindliche Werte und Zielvorgaben beispielsweise bei Emissionen. Zudem wollen sie bei politischen Entscheidungen miteinbezogen werden. Am wenigsten erwünscht sind vom Gestzgeber vorgegebene Ver- und Gebote. Über die Hälfte bevorzugt marktwirtschaftliche Anreize. "Staat und Wirtschaft sind in Bayern traditionell gute Partner. So fördert der Freistaat Forschung und Entwicklung für neue Energietechnologien und sparsamen Umgang mit Energie. Das soll intensiviert werden. Zudem unterstützen wir beispielsweise Energieberatung bei kleinen und mittleren Unternehmen und betriebliche Energiesparkonzepte", so Söder. Kooperativer Umweltschutz und Freiwilligkeit seien die Markenzeichen bayerischer Politik. Bereits heute leiste die Wirtschaft im Umweltpakt Bayern einen erheblichen freiwilligen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz und schaffe sich so zugleich eine starke Position im Wettbewerb.

(ihk)


 


 

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