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Unternehmensentwicklung

Zwischen Existenzkampf und Rekordrenditen

2. Beispiel: Medien-Branche

Axel Springer verkaufte Teile seines Firmenportfolios und Jeff Bezos kaufte die Washington Post

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Verlagsindustrie, die mit sinkenden Auflagen zu kämpfen hat und - abgesehen von einigen Spezialbereichen - nicht in der Lage ist, der existenzbedrohenden Schwierigkeiten hinsichtlich des Verkaufs von Content Herr zu werden. Wenige Print-Formate wie die Bildzeitung funktionieren unverändert, wogegen viele andere mehr oder weniger stark schwächeln. Interessant ist, dass der Axel Springer Konzern in Teilbereichen „aufgegeben hat“ und kürzlich einige seiner Portfolio-Firmen veräußerte. Springer erweckt hierdurch den Eindruck, dass man dort die Geschäftsmodelle der veräußerten Unternehmen für - vorsichtig formuliert - uninteressant bzw. nicht ausbaufähig hält. Vor dem Hintergrund, dass es doch bisher zu den Kernkompetenzen von Springer zählte, Content zu produzieren und zu verkaufen, ist dieses Vorgehen besonders erwähnenswert.
Quasi zeitgleich wurde bekannt, dass Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, die Washington Post gekauft hat. Ein komplett „Branchenfremder“ wagt sich in ein Metier, welches die „Branchenkenner“ zunehmend aufgeben. Bezos hat über Amazon Zugang zu vielen Millionen Kunden weltweit und es bleibt abzuwarten, mit welchen Konzepten Herr Bezos den wertvollen Content der Washington Post zukünftig verkaufen wird. Eines ist sicher: Er wird sich beim Erwerb des traditionsreichen Unternehmens etwas gedacht haben.

Neue Vermarktungs- und Bezahl-Modelle

Mit derselben Logik, wie Software einmal entwickelt und dann vielfach verkauft wird, lässt sich wahrscheinlich auch Content vermarkten. Zudem lassen sich über die Digitale Vermarktung entgegen früherer Verfahren viele Kostenpositionen deutlich reduzieren. Logischerweise ist es lukrativer, 200.000 Stück eines Artikels zu je 0,20 € zu verkaufen als 10.000 Stück desselben Artikels zu je 1,99 € - insbesondere dann, wenn bei der 20 Cent Variante die Kosten pro Stück unter der 1,99 Euro Variante liegen. Dies gilt für Software wie für Content. Zu einem Bundle mit anderen Produkt- und Leistungsangeboten zusammengefasst könnten auf diese Weise große Stückzahlen verbunden mit interessanten Skaleneffekten realisiert werden.

Es ist ja nicht so, dass Menschen keinen Content lesen wollen. Richtig ist vielmehr, dass sie hierfür möglichst wenig bezahlen möchten. Mit dem PC, Tablet oder Smartphone kann man sich bereits seit einigen Jahren mit kostenlosem Content „auf dem Laufenden halten“.

Aber wie sieht es denn aus, wenn der Content etwas spezieller oder auch qualitativ hochwertiger sein soll? Bereits heute gibt es Beispiele dafür, dass Kunden unverändert bereit sind, für eine gute journalistische Leistung zu bezahlen.

Neue Geschäftsmodelle mit neuen Bezahlsystemen sind nunmehr zu entwickeln. Vielleicht sind es Themen-Bundles zu kleinen Geldbeträgen, „die niemandem weh tun“, welche zukünftig nachgefragt werden. Zumindest wären diese leichter zu verkaufen als die tradierten Abos mit ihren hohen Prämien- und Vertriebskosten. Lassen wir uns überraschen, welche Content-Angebote Herr Bezos demnächst offerieren wird.


 


 

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