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Unternehmensnachfolge

Anspruchsvolles Sprungbrett

Im Zuge der demografischen Entwicklung haben immer mehr Unternehmer Probleme, einen passenden Nachfolger für ihren Betrieb zu finden. Erfreulich ist, dass sich mehr Existenzgründer zu den Möglichkeiten eines Starts als Nachfolger bei ihrer IHK informieren.

Im Jahr 2009 stieg ihre Zahl um 7 Prozent auf 8.400. Das Interesse an einer Unternehmensnachfolge folgt somit dem steigenden Gründungsinteresse – 2009 wollten erstmals seit vier Jahren wieder mehr Menschen den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit wagen.

Know-how beim Nachfolger unabdingbar

Um den anspruchsvollen Start als Nachfolger erfolgreich zu meistern, sind die Anforderungen an das betriebswirtschaftliche Know-how und die Unternehmerpersönlichkeit hoch. Etliche Unternehmer in spe weisen hier jedoch laut DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2010 Defizite auf. Knapp 40 Prozent unterschätzen die Anforderungen, die an einen Unternehmenslenker im etablierten Betrieb gestellt werden. Ein Viertel der Nachfolger bringt keine ausreichenden Qualifikationen für den Einstieg mit. Gefragt ist daher eine gründliche Vorbereitung auf den Start im Chefsessel. Der Betrieb der Wahl sollte nicht zuletzt zu Können und Wissen des Nachfolgers passen.

Finanzierung Einstiegshemmnis Nummer 1

Ist der richtige Betrieb gefunden, muss der Nachfolger eine Finanzierung auf die Beine stellen. Zwar hat sich die allgemeine Finanzierungssituation derzeit stabilisiert; im Zuge der Finanzmarktkrise mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die Kreditinstitute risikosensibler bei der Kreditvergabe sind. Denn bei 59 Prozent der Nachfolger stellen die IHKs Schwierigkeiten bei der Finanzierung fest. Dreh- und Angelpunkt für den Nachfolger ist daher ein stichhaltiges Konzept, das Kapitalgeber überzeugt. Gleichzeitig sind Banken und Finanzierungspartner aufgefordert, bei ihrer Entscheidung die Perspektiven des Betriebes unter neuer Leitung mit zu berücksichtigen. Wichtig ist ebenso eine konsequente Begleitung des Nachfolgeprozesses. So können sich Bank und Kapitalgeber selbst ein fundiertes Bild von der Betriebszukunft machen.

Erbschaftsteuer: Anpassungsbedarf bleibt!

Obwohl weitgehend von der politischen Tagesordnung und aus den Medien verschwunden, ist die Erbschaftsteuer weiterhin ein Nachfolgehemmnis – nach IHK-Beobachtungen bei 25 Prozent der Senior-Unternehmer und 16  Prozent der Nachfolger. Die Maßgaben, nach denen Unternehmer sich ganz oder teilweise von der Erbschaftsteuer befreien können, bleiben fernab der betriebswirtschaftlichen Realität. Eine Fortführung des Unternehmens mit fast gleichbleibender Lohnsumme und Unternehmensstruktur über einen Zeitraum von sieben bzw. zehn Jahren ist in Zeiten immer schnellerer Marktveränderungen, wirtschaftlicher Umbrüche und steigendem Wettbewerbsdruck kaum möglich. Das hat nicht zuletzt die Krise deutlich vor Augen geführt.

Unternehmerische Grundlagen früh legen!

Eine Unternehmensnachfolge ist keine „Gründung im gemachten Nest“. Es gilt, vom ersten Tag die Ärmel hochzukrempeln: Betriebswirtschaftliches Rüstzeug ist unverzichtbar. Der Beruf Unternehmer muss daher als Option genauso selbstverständlich werden wie eine Anstellung. Die Grundlagen hierfür müssen früh gelegt werden. Das Thema Selbstständigkeit muss sich daher in den Lehrplänen von Schulen und Universitäten wiederfinden.

(DIHK)


 


 

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