Sie sind hier: Startseite München Finanzen
Weitere Artikel
Unverheiratete Paare

Bei Versicherungen sparen – auch ohne Ja-Wort

Nicht nur Waschmaschine und Fernseher sind meist in doppelter Ausführung vorhanden, wenn ein Paar zusammenzieht. Häufig bringt jeder zudem eigene Versicherungen mit in den gemeinsamen „Hausstand“, obwohl etliche Policen auch ohne Trauschein für beide reichen. Hier lässt sich Bares sparen.

Haftpflicht-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung können sich unverheiratete Paare teilen, wenn sie in einer „eheähnlichen Gemeinschaft" leben. In der Regel werden die Policen dadurch nicht teurer. „Wichtig ist, dass beide Partner im Versicherungsvertrag mit Namen und Geburtsdatum genannt werden. Meist reicht hierfür ein formloses Schreiben an die Versicherung. Bei Verheirateten ist dies nicht nötig, da der Ehepartner automatisch mitversichert ist“, sagt Stefan Weinert von der Postbank. Eine Ausnahme bilden spezielle Singletarife, die Alleinlebenden einen Preisnachlass gewähren. Diese müssen entsprechend erweitert werden.

Schließt ein Paar eine gemeinsame Haftpflichtpolice ab, können die Partner gegeneinander allerdings keine Ansprüche geltend machen. Würde ein Partner aus Versehen etwa den Computer des anderen beschädigen, zahlt die Versicherung nur, wenn zwei getrennte Verträge bestehen. „Paare müssen abwägen, ob dieser Vorteil den Preis einer eigenen Police lohnt“, so der Postbank-Experte. Wichtig bei der gemeinsamen Hausratversicherung ist, die Versicherungssumme entsprechend anzupassen. Denn ist der Wert des Hausrats höher als die vereinbarte Versicherungssumme, zahlt der Versicherer im Schadensfall nur anteilig.

Nachteil: Sozialversicherung

 Deutlich im Nachteil sind Unverheiratete bei den Sozialversicherungen: „Sie haben keinen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente aus der Rentenversicherung, die – abhängig vom Alter – bis zu 60 Prozent der Versichertenrente betragen kann“, erklärt Stefan Weinert. Auch die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nicht an einen Partner aus einer eheähnlichen Gemeinschaft. Ebenso gilt die beitragsfreie Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse nur für Verheiratete. „Ohne Trauschein müssen sich Partner, die kein eigenes Einkommen haben, selbst versichern und dafür im Jahr derzeit mindestens 875 Euro für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung ausgeben“, so Weinert.

 Keinen Unterschied zwischen Verheirateten und Unverheirateten machen hingegen Arbeitsagentur und Sozialamt. Das Einkommen eines unverheirateten Partners wird leistungsmindernd berücksichtigt, wenn der andere Partner Sozialleistungen wie Hartz 4 oder Arbeitslosengeld II bezieht. Übrigens: Für gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, gelten die gleichen Rechte wie für Verheiratete.

(Redaktion)


 


 

Partner
Hausratversicherung
Paar
Verheiratete
Sozialversicherung
Police

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Partner" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: