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Achtmal höhere Ausgaben als Einnahmen - wie kann das gut gehen?

Euro-Krise hin oder her. Ab und zu muss man mal über den Teich schauen. Die Schuldenorgie dort erreichte im März einen neuen Höhepunkt: Die USA gaben acht mal mehr aus, als der Staat durch Steuern einnahm.

US-Staatsausgaben nur noch zu etwa 50 Prozent durch Steuereinnahmen gedeckt

Und nach neuen Meldungen liegt die Unterdeckung im gerade abgelaufenen Finanzhalbjahr 2010/11 schon wieder bei 829 Mrd. Dollar (annualisiert damit etwa 1.650 Mrd. Dollar oder gemäß März-Runrate eher bei annualisierten 2+ Bio. Dollar!), womit die US-Staatsausgaben im laufenden Jahr nur noch zu 35-45 Prozent durch reale Steuereinnahmen gedeckt wären! Aber das ist noch immer nicht die ganze Wahrheit. Zum einen läuft ja ständig auch die implizite bilanzielle Unterdeckung über Medicare und Social Security Programme auf.

Ganz aktuell aber ist auch unabhängig davon die reine Cashflow-Betrachtung höchst interessant. Fairesearch ( Research nicht frei zugänglich) zitiert aus Zahlen des US Treasury: "Im Monat März hat die US-Bundesregierung 128 Mrd. Dollar durch Steuern eingenommen und gleichzeitig 1.052 Mrd. Dollar ausgegeben. Die Ausgaben waren also 8,2mal höher als die Einnahmen."

Die absurde Relation zeigt, wohin die Reise geht

Zwar war dieser Monat bedingt durch hohe Tilgungszahlungen für Treasury-Bonds (etwa 705 Mrd. Dollar) ein negativer Ausreißer. Aber diese völlig absurde Relation zeigt, wohin die Reise geht. Und ich möchte betonen, dass selbst unter Außerachtlassung jeglicher Tilgungszahlungen (was die Rechnung unrealistisch und positiv verzerrt) die März-Unterdeckung auf Cashflow-Basis in den USA noch immer etwa minus 219 Mrd Dollar betragen hätte. Oder eben annualisiert 2,6 Bio. Dollar. Schlappe 17 Prozent des BIP etwa. Ohne jede Tilgung von Altschulden!

Bananenrepublik USA

Es ist kein Zufall, dass Europa und vor allem Deutschland derzeit mit allen Mitteln der US-Macht geschwächt werden muss. Trotz drohendem Haircut bei Greichenland (Zinsen auf 2-jährige GR-Bonds sind auf 17 Prozent explodiert - fast schon wieder das absolute Spitzenniveau vor dem Bailout durch Deutschland per Bundestags-Beschluss vor einem guten Jahr!) steigt derzeit der Euro gegenüber dem Dollar. Die Märkte scheinen begriffen zu haben, dass es um den Dollar noch schlechter bestellt ist als um den Euro.

(Peter Boehringer)


 


 

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