Wirtschaftskrise
vbw: „Auch 2010 bleibt schwierig, Arbeitskosten müssen stabil bleiben“
Mittelfranken. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) kommentierte den vom statistischen Bundesamt bekannt gegebenen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts im letzten Jahr um fünf Prozent und warnte dabei vor zu viel Optimismus für das Jahr 2010.
Die Wachstumsprognosen zwischen 1,5 und zwei Prozent sähen zwar auf den ersten Blick nicht schlecht aus, man müsse aber berücksichtigen, dass diese Steigerungen von einem extrem niedrigen Niveau aus stattfänden. „Auch am Ende des Jahres 2010 werden wir noch lange nicht da sein, wo wir im Jahr 2008 waren. Den Stand von 2008 werden wir frühestens im Jahr 2013 wieder erreichen“, so Brossardt.
Für dieses Jahr sieht der vbw-Hauptgeschäftsführer zudem weitere erhebliche Risikofaktoren. „Eine wesentliche Herausforderung wird es sein, die Finanzierung der Unternehmen trotz Krise sicherzustellen. Auf keinen Fall darf es zu einem Teufelskreis aus steigenden Firmeninsolvenzen und restriktiverer Kreditversorgung durch die Banken kommen“, so Brossardt.
Der zweite wesentliche Risikofaktor sei der Arbeitsmarkt. Bislang hätten die Unternehmen mit einem Kraftakt die Arbeitsplätze trotz mangelnder Auftragslage gehalten, etwa mittels Kurzarbeit. „Um die Jobs zu sichern, haben viele Firmen das Eigenkapital, das sie in den Jahren des Aufschwungs gebildet haben, nahezu aufgebraucht. Es wird viele Unternehmen geben, die diesen Spagat nicht mehr lange werden durchhalten können“, sagte Brossardt.
Der Hauptgeschäftsführer forderte, dass deswegen alles getan werden müsse, um die Arbeitsplätze zu sichern. „Um Schlimmeres zu verhindern, müssen die Arbeitskosten der Unternehmen in diesem Jahr stabil bleiben. Es darf weder zu hohen Lohnsteigerungen noch zu einem Anwachsen der Lohnzusatzkosten kommen. Beides wäre Gift für den Arbeitsmarkt.“
(Redaktion)
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