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Fünf Billionen Euro Geldvermögen in Deutschland

Neuer Sparrekord: Dank höherer Einkommen und einer leicht steigenden Sparquote legen die Bundesbürger bis zum Jahresende 2013 voraussichtlich 160 Milliarden Euro auf die hohe Kante. So lautet die Prognose der Postbank. 2012 waren es noch 157 Milliarden Euro. Damit knacken die Deutschen beim Bruttogeldvermögen erstmals die Marke von fünf Billionen Euro.


 Unvorstellbare Summen kommen zusammen – und das, obwohl das Sparen derzeit mühsam ist. Die Inflation zehre an den Vermögenszuwächsen, weil die niedrigen Zinsen die Geldentwertung nicht ausgleichen können. Während Sachvermögen wie Immobilien in Inflationsphasen oftmals parallele oder sogar überproportionale Wertsteigerungen erfahre, sei Finanzvermögen sehr viel anfälliger gegen die Inflation, sagt Dr. Marco Bargel, Chefanlagestratege der Deutschen Postbank AG. Am niedrigen Zinsniveau wird sich seiner Einschätzung nach auf absehbare Zeit allerdings nichts ändern. Die Europäische Zentralbank sei vor allem daran interessiert, die Konjunktur zu stimulieren und werde ihre Leitzinsen eher noch einmal senken als kurzfristig anheben.

Laut Postbank steigerten die Bundesbürger ihr Geldvermögen in den zurückliegenden zehn Jahren insgesamt um 1.363 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 38,1 Prozent bzw. einer durchschnittlichen jährlichen Steigerungsrate von 3,3 Prozent. Kursveränderungen spielten dabei per saldo keine nennenswerte Rolle. Dennoch habe sich innerhalb dieses Zeitraums die Bedeutung der verschiedenen Formen von Finanzvermögen markant verschoben. Entfielen Ende 2002 auf Aktien, Investmentfonds, festverzinsliche Wertpapiere und sonstige Beteiligungen noch 29,6 Prozent des gesamten Geldvermögens, so waren es Ende 2012 nur noch 22,5 Prozent. Im Gegenzug stiegen die Anteile der Bankeinlagen und der Forderungen gegenüber Versicherungen auf 40,8 Prozent bzw. 29,7 Prozent an, so die Postbank-Informationen.

 Im internationalen Vergleich sei das Geldvermögen der privaten Haushalte – gemessen an den Verfügbaren Einkommen – in Deutschland nicht allzu hoch. In den USA oder auch in Großbritannien sei die Ausstattung mit finanziellen Mitteln wesentlich höher. Jedoch habe Deutschland im Vergleich zu diesen Ländern seit der Jahrtausendwende dank seiner hohen Sparquote stark aufgeholt. Zudem verlaufe die Vermögensbildung wesentlich konstanter. Dies liege nicht zuletzt daran, dass Wertpapieranlagen in den angelsächsischen Ländern eine sehr viel höhere Bedeutung haben, sodass sich die Entwicklungen an den Börsen stärker niederschlagen.

 Die höhere Konstanz zeige sich noch stärker bei der Verschuldung, so die Postbank. Während hier der Trend, wiederum gemessen an den Verfügbaren Einkommen, in Deutschland seit mehr als einem Jahrzehnt nach unten gerichtet ist, gab es in den angelsächsischen Ländern in dem betreffenden Zeitraum zunächst einen Kreditboom, dem dann ein zügiger aber auch schmerzhafter Anpassungsprozess nach unten folgte.

 Verglichen mit dem gesamten Euroraum verfügten die Bundesbürger dagegen über ein recht üppiges Geldvermögen: Abzüglich ihrer Schulden hatten sie im Jahr 2012 durchschnittlich rund das Doppelte eines Jahreseinkommens auf der hohen Kante. Im gesamten Euroraum lag der Wert dagegen nur beim 1,5 fachen eines Jahreseinkommens.

(Redaktion)


 


 

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