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Insolvenz

Insolvente Reformhauskette Vitalia muss 17 Filialen schließen

Die insolvente Reformhauskette Vitalia wird 17 Filialen zum Jahresende schließen. Dies teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael George am Montag in München mit.

Davon seien 39 Mitarbeiter betroffen. Bei der ebenfalls insolventen Tochtergesellschaft ÖkoNova Handelsgesellschaft mbH werden nach Angaben von Insolvenzverwalter Thomas Klöckner rund 50 Stellen gestrichen. In beiden Unternehmen läuft der Geschäftsbetrieb den Angaben zufolge seit dem Insolvenzantrag normal weiter.

Die Reformhauskette habe in den vergangenen Jahren zu stark auf Expansion gesetzt. Die Schließung sei "unumgänglich", um einem potenziellen Investor "eine profitable Vitalia präsentieren" zu können. "Zudem schaffen wir so die Voraussetzung, zu Beginn des neuen Jahres Vitalia notfalls auch ohne Investor fortführen zu können", sagte George.

Geschlossen werden fünf Filialen in München, fünf in Ingolstadt und kleineren bayerischen Städten, vier in und um Nürnberg, zwei in Baden-Württemberg und eine in Berlin.

Zu ambitionierte Umsatzerwartungen sind laut Insolvenzverwalter Klöckner auch der Grund für die Schieflage der ÖkoNova Handelsgesellschaft. "Man ist davon ausgegangen, dass die Umsätze signifikant steigen würden", sagte Klöckner. Der Umsatzanstieg sei jedoch geringer als erwartet ausgefallen. Die Vitalia Reformhaus GmbH und die ÖkoNova Handelsgesellschaft mbH, beide mit Sitz in Weyarn bei München, hatten Mitte Oktober ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt und Insolvenzantrag gestellt.

Ein Teil der Vitalia-Filialen, die aufgegeben werden, war laut George nicht profitabel. Bei einem anderen Teil sei es nicht gelungen, sich mit den Vermietern auf neue Mietverträge zu einigen. Nach der Sanierung verbleiben noch 86 Filialen mit 710 Angestellten. Für die entlassenen Mitarbeiter wurde eine Transfer-Agentur eingerichtet. "Wir wollen den Mitarbeitern helfen, möglichst schnell wieder eine Beschäftigung zu finden", sagte George. Die Auszubildenden würden von Filialen in der jeweiligen Region übernommen.

Das Interesse möglicher Investoren an einer Übernahme der Vitalia sei nach wie vor groß, teilte George weiter mit. "Wir sind auf einem guten Weg. Die Gespräche mit den Investoren verlaufen durchweg positiv." Bei den Interessenten handele es sich um strategische Investoren sowie Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland. Mit konkreten Angeboten sei gegen Jahresende zu rechnen. Ziel des Insolvenzverwalters ist es, dass die Geschäfte der Reformhauskette zu Beginn 2010 von einem neuen Eigentümer fortgeführt werden können.

Chancen für eine Sanierung sieht Insolvenzverwalter Klöckner auch für die ÖkoNova Handelsgesellschaft. "Es haben sich bereits Interessenten gemeldet, die das Unternehmen übernehmen und weiterführen wollen", sagte der Rechtsanwalt. Die Verhandlungen befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium. ÖkoNova, einer der führenden Großhändler für Produkte aus kontrolliert-ökologischem Anbau, versorgt das Öko-Unternehmen C&C Abholmärkte und beliefert Reformhäuser, Naturkost-Fachgeschäfte, Kindergärten sowie gastronomische Betriebe,

(ddp)


 


 

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