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Weltklimakonferenz Kopenhagen

Munich Re-Chef Bomhard "fassungslos" über Klimaschutz-Flop

Der Chef der weltgrößten Rückversicherung Munich Re, Nikolaus von Bomhard, hat die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, weiter auf ein "striktes Klimaabkommen" hinzuarbeiten.

Nach den Erfahrungen mit der gescheiterten Weltklimakonferenz von Kopenhagen seien nun "rasche Gespräche im kleinen Kreis" nötig, um die Verhandlungen weiterzubringen.

Letztlich liege es an den USA, Europa mit Deutschland und China, "den Knoten zu durchschlagen", sagte Nikolaus von Bomhard am Montag in München. Die Wirtschaft brauche ein globales Abkommen zum Klimaschutz. Die zweiwöchige Konferenz war am Samstag nur mit einer unverbindlichen Abschlusserklärung zu Ende gegangen.

"Das Ergebnis von Kopenhagen macht mich fassungslos", sagte Bomhard, der zu den einflussreichsten Managern der weltweiten Finanzindustrie gehört. Das bereits beim G8-Gipfel im Sommer zusammen mit China und Indien vereinbarte Ziel, den globalen Temperaturanstieg auf plus zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, sei nun in Kopenhagen lediglich unverbindlich zur Kenntnis genommen worden. "Die großen Industriestaaten, aber auch China und Indien, ziehen sich damit hinter ihre bereits vereinbarte Linie
zurück", kritisierte Bomhard.

Der Manager wies erneut darauf hin, dass der derzeit zu beobachtende Klimawandel eine Tatsache und "fast ausschließlich menschengemacht" sei. Mit verursacht durch den Klimawandel gebe es bereits immer mehr wetterbedingte Naturkatastrophen. Nach Analysen der Munich Re kann bereits heute Jahr für Jahr ein niedriger zweistelliger Milliardenbetrag direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Seit 1980 summieren sich die Schäden durch wetterbedingte Naturkatastrophen nach den von Munich Re erhobenen Daten auf 1600 Milliarden Dollar.

Die Munich Re, die bis vor kurzem noch als Münchner Rück firmierte, verdient ihr Geld in erster Linie damit, anderen Versicherungen Milliarden-Risiken abzunehmen, die diese selbst nicht mehr tragen könnten: Erdbeben, Tsunamis, Pandemien und technische Havarien sowie extreme Wetterereignisse wie Hurrikans, Dürren oder Flutkatastrophen. Die Zahl wetterbedingter Naturkatastrophen hat sich, den Statistiken der hauseigenen Georisikoforschung zufolge, seit der 80er Jahren im globalen Durchschnitt etwa verdreifacht.

(ddp)


 


 

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