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Digitalwirtschaft

Neue Datenschutzverordnung schwächt Wettbewerbsfähigkeit der Onlinemedien

In der neuen Verordnung zum Datenschutz der Europäischen Kommission sieht die euopäische Internetwirtschaft eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ihrer außer-euopäischen Konkurrenz. Besonders e-Commerce-Anbieter und Webseitenbetreiber, die Werbebanner auf ihren Seiten ausliefern, sind von den Änderungen betroffen.

Ein Entwurf der neuen Verordnung soll laut Branchendienst Kontakter in den kommenden Tagen vorgestellt werden.

Dem Nachrichtenmagazin der Kommunikationsbrache liegt ein vorläufiger Entwurf der federführenden EU- Justiz-Kommissarin Viviane Reding vor. Sollte die finale Entwurfsfassung der "General Data Protection Regulation" nicht in wesentlichen Teilen geändert werden, müsste die Digital-Wirtschaft laut Branchenvertretern ihre Geschäftsmodelle in der Werbung und E-Commerce massiv ändern.

Die Web-Branche befürchtet einen Wettbewerbsnachteil im Milliarden schweren Digitalmarkt gegenüber außereuropäischen Playern, weil eine erfolgsversprechende Durchsetzung der Datenschutzregeln offengelassen wird. Nicht nur für die Internetwirtschaft, auch für die Konsumenten könnte die Verordnung eine Verschlechterung bringen: Negative Folgen könnten die "offensichtlich vorgesehene extreme Ausweitung des Konzepts der personenbezogenen Daten", erklärt Thomas Schauf, Projektleiter Selbstkontrolle Online-Datenschutz im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) gegenüber dem Kontakter.

Zukünftig müsste alles vom User gesammelt werden: mit seinem kompletten Namen, aber dessen Einwilligung. Praktisch bei jedem Aufruf einer Webseite, auf der Werbung gezeigt oder eines Online-Shops, müssten User ihre Einwilligung zur Datenerhebung geben.

Der Entwurf vermindere laut dem Branchenverband damit Anreize für datenschutzfreundliche Geschäftsmodelle. Die gängige Praxis setze auf Anonymisierung von Datensätzen. Doch noch kann die Branche hoffen: Der Entwurf bildet einen Zwischenstand der kommissionsinternen Beratungen ab.

"Wichtig wird der offizielle Entwurf der EU-Kommission sein, der einen Konsens der unterschiedlichen Generaldirektionen abbilden soll", stellt BVDW-Experte Schauf klar.

Aus Brüssel ist zu hören, dass der Entwurf viel Kritik hervorruft. Vor allem die EU-Kommissare Neelie Kroes (Digitale Agenda) und Olli Rehn (Wirtschaft) sollen sich dem Vernehmen nach in elementaren entgegen stellen. Sie wollen die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Internetwirtschaft nicht gefährden.

(Quelle: ots)


 


 

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