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Vergessen Sie die alten Rhetorik-Regeln

Von den Besten lernt man das meiste - indem man sie genau beobachtet und dann die dabei wahrgenommenen Methoden selbst überprüft. In der Rhetorik zeigt sich so, dass nicht jede "goldene Regel", die im Umlauf ist, wirklich etwas taugt. Die folgenden Regeln können Sie getrost vergessen.

Ein naturbegabter Redner verwendet intuitiv Methoden, die auf seine Zuhörer wirken. Wenn man ihn beobachtet, kann man diese Kniffs und Tricks, die dem Redner selbst vielleicht unbewusst sind, identifizieren und analysieren - und damit nachahmen. Doch jede Regel sollte selbst auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden - denn nicht alles, was sich als grundlegend etabliert hat, hält auch, was es verspricht.

Hier eine Reihe von Regeln, die die meisten Rhetorik-Trainer nach wie vor vermitteln, ohne ihre mindere Wirkung zu hinterfragen. Vergessen Sie sie! Diese Regeln bringen Sie nicht weiter. Probieren Sie es selbst aus.

* Begrüssen Sie zu Beginn Ihrer Rede alle Anwesenden.
- Oder lassen Sie es bleiben. Das langweilt!

* Stellen Sie sich selbst vor.
- Geschenkt. Nicht Ihre Person, sondern Ihre Rede soll Eindruck machen.

* Fassen Sie eingangs zusammen, worüber Sie reden werden.
- Tun Sie es nicht! Ihre Rede ist kein Buch, also brauchen Sie auch keine Inhaltsangabe.

* Machen Sie sich mit den klassischen Redestrukturen vertraut, wie These - Antithese etc
- Wozu? Sie passen Ihren Aufbau dem Inhalt Ihrer Rede an, nicht umgekehrt.

* Verwenden Sie Schlüsselwörter wie dynamisch, innovativ, trendy, user friendly...
- Inhaltsleere Hülsen gehören in den Müll!

* Zeigen Sie bei einer Folie immer gleich alles.
- Besser: decken Sie all das ab, worüber Sie im Moment nicht reden.

* Arbeiten Sie mit tollen Effekten auf den Folien: Logo, Überschriften und Diagramme.
- Der Inhalt soll wirken. Der Rest bringt nichts und lenkt nur ab.

* Sprechen Sie Gendersprache: "Zuhörer und Zuhörerinnen."
- Nur, wenn Sie sonst mit Repressalien zu rechnen haben. Und selbst dann nicht.

* Unterstützen Sie Ihre Rede mit Powerpoint-Präsentationen und Beamer.
- Unterstützen Sie Ihre Rede mit gutem Aufbau, Wirksprache und Sprechpausen.

* Lächeln Sie viel!
- Ständiges Lächeln wirkt unheimlich, nicht sympathisch.

* Demonstrieren Sie Ihren Intellekt mit langen Schachtel-Sätzen.
- Jeder Satz, der mehr als zehn Wörter beinhaltet, ist zu lang.

* Erhöhen Sie die Wirkung, indem Sie zusätzliche Sinne ansprechen.
- Unterschätzen Sie nicht das Gehirn Ihrer Zuhörer.

* Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
- Das mag in der Kunstgalerie gelten. Nicht bei einer freien Rede.

www.rhetorik-seminar-online.com/rhetorik-tipps/
www.poehm.com

Matthias Pöhm
ist seit 17 Jahren Rhetorik-Trainer und Business-Coach. Er zählt als absoluter Experte auf dem Gebiet der Schlagfertigkeit - und verblüfft regelmäßig Seminarteilnehmer, wenn er ihnen beweist, dass jeder sich diese Fähigkeit aneignen kann. Der Gründer der Schweizer Anti-PowerPoint-Partei veranstaltet regelmäßig das "Rhetorik-Event der Superlative" und bereitet Spitzenleute aus der Wirtschaft auf öffentliche Reden und knifflige

(Redaktion)


 


 

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