23.10.2009  12:04 Uhr

Wochenrückblick 43. Woche 09 in München
Peters Querblick

München. Nachrichten aus München verpasst? In Peters Querblick fassen wir für Sie noch einmal die wichtigsten Themen und Ereignisse der letzten Woche zusammen.

Während sich in Berlin die Politiker den Kopf darüber zerbrachen, wie man das Etat-Milliardenloch in einem Scheinhaushalt verschwinden lassen könnte und ob Regierungsmitglieder nur mit einem Spezialserum gegen Schweinegrippe zu schützen seien, tat sich in München Horst Seehofer schwer, die Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen als Erfolg für die CSU zu verkaufen.

Eigentlich war der Ministerpräsident in Berlin angetreten, um bayerische Interessen durchzusetzen. Doch so gut wie alles, was vor der Wahl von der CSU so vollmundig gefordert wurde – von deutlichen Steuerentlastungen bis zur Reform der Gesundheitsreform, wird wohl nicht im Sinne Bayerns in den Koalitionsvertrag aufgenommen. „Wir haben das Gefühl, dass in Berlin nur zwei verhandeln: Merkel und Westerwelle“, war hinter vorgehaltener Hand aus dem CSU-Vorstand zu vernehmen.

Dass der Münchner Flughafen weltweit zu den wenigen Verkehrsknoten gehört, die man fast nur aus der Luft erreichen kann, ist seit seiner Inbetriebnahme im Mai 1992 bekannt. So hört man immer wieder Klagen über weite Anfahrtswege und provinzielle Bahnanbindung. Von einer ICE-Station, die für die Airports in Frankfurt, Düsseldorf und Köln seit Jahren Standard ist, können Fluggäste in Bayern nur träumen. Das soll sich vielleicht doch irgendwann ändern: In einem Spitzengespräch zwischen Ministerpräsident Seehofer, Verkehrsminister Zeil und Bahnchef Grube kam man zu dem Ergebnis, dass der Erdinger Ringschluss und eine deutliche Verbesserung der Flughafenanbindung „wichtige Ziele“ seien. Genaue Zeitpläne für eine Verwirklichung wurden allerdings nicht mitgeteilt. Vielleicht erledigt sich das Problem ja irgendwann von selbst, denn in den ersten neun Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Fluggäste bereits um 8,9 Prozent zurückgegangen.

Um auf Verkehrsprobleme zu stoßen, muss man allerdings nicht den weiten Weg zum Flughafen machen: Nach der Eröffnung des Richard-Strauss-Tunnels haben die Autofahrer nichts gewonnen. Das Stauchaos von Bogenhausen ist nämlich damit nicht wie erhofft beseitigt, sondern hat sich eigentlich nur verschoben. Die Autos stehen jetzt zu Hunderten vor einer Ampel am Isarring. Mögliche Lösung: eine Stadtautobahn durch den Englischen Garten.

Die Hoffnung, dass in diesen unerfreulichen Zeiten wenigstens die Kicker vom FC Bayern einen Grund zur Freude liefern könnten, ist diese Woche auch nicht in Erfüllung gegangen. Nach der 2:1-Pleite in der Champions League gegen Girondins Bordeaux hielt sich sogar Bayern-Chef Karl-Heinz-Rummenigge mit offener Kritik an seinen Spielern nicht zurück. Nun – man sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Wie heißt es doch so treffend: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!“


 

(Peter von Bechen)

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