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„Young CxOs"

Haniel-Studie: Generationswechsel in den Vorständen

In Deutschland liegt der Anteil von jungen Vorstandsmitgliedern in den DAX30-Unternehmen mit 45 von 194 Vorstandspositionen bei rund 23 Prozent. In den 20 untersuchten Unternehmen aus dem Schweizer Leitindex ist der Anteil mit 24 Prozent auf ähnlichem Niveau: 41 von 174 Managern im Vorstand sind jünger als 49 Jahre und fallen in die Kategorie so genannter „Young CxOs“, so die Haniel-Studie. Österreich hat mit 24 von insgesamt 78 Vorstandsmitgliedern den höchsten Anteil an jungen Vorständen in den untersuchten börsennotierten Unternehmen. Das entspricht einem Anteil von 31 Prozent.

Als Young CxOs bezeichnet man maximal 49 Jahre alte Vorstandsmitglieder, die das CxO-Karrierelevel im Alter von höchstens 44 Jahren erreicht haben. Für diese Studie hat Haniel in Zusammenarbeit mit Kienbaum Communications, der Kommunikationsberatung der Kienbaum-Gruppe, die Lebensläufe von 446 Vorstandsmitgliedern sämtlicher DAX30-Unternehmen, aus 18 Firmen des österreichischen ATX und 20 aus dem bedeutendsten Aktienindex der Schweiz (SMI) ausgewertet, um die Charakteristika von Young CxOs zu untersuchen.

Einige DAX30-Konzerne haben gar keinen Young CxO im Vorstand

In Teilen des DAX30 haben es bislang noch gar keine Young CxOs in den Vorstand geschafft: Sieben der 30 Unternehmen haben kein Vorstandsmitglied in ihren Reihen, das in diese Kategorie fällt. In Österreich sind es fünf der untersuchten Firmen, in denen kein Young CxO im Vorstand präsent ist. In den untersuchten schweizerischen Unternehmen ist hingegen in jedem Vorstand mindestens ein Young CxO vertreten.

„Zwar ist der Anteil von Young CxOs in den österreichischen Vorstandsetagen im Schnitt am höchsten, aber wenn man genauer hinschaut, wird deutlich, dass sich die untersuchten Unternehmen in zwei Lager spalten: zum einen Firmen, die einen hohen Anteil an Jungvorständen in ihren Reihen haben, auf der anderen Seite diejenigen, in denen die Älteren noch unter sich sind. Ähnlich ist die Situation im DAX30, wo sich ebenfalls diese beiden Gruppen gegenüberstehen. Ein wichtiges Ziel nachhaltiger strategischer Personalplanung ist in Zukunft sicherlich, die richtige Balance zu finden zwischen nötiger Erfahrung und frischem Blut sowie mit Blick auf das Thema Diversity, die richtige Mischung aus fachlicher Kompetenz und kultureller Impulse herzustellen“, sagt Peter Sticksel, Personalchef von Haniel.

Relativ ausgewogen ist die Mischung zwischen jüngeren und erfahrenen Managern offenbar in der Schweiz, wo in jedem untersuchten Vorstand mindestens ein Young CxO sitzt.

Vorstände sind immer noch eine Männerdomäne

Die Mischung zwischen männlichen und weiblichen Vorständen ist sowohl in Deutschland und Österreich als auch in der Schweiz immer noch nicht ausbalanciert. Die Vorstände in den untersuchten Unternehmen sind fast ausschließlich mit Männern besetzt: In den 20 Schweizer Unternehmen gibt es lediglich eine weibliche Young CxO. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent. In Deutschland und Österreich beträgt der Anteil der Frauen in Young CxO-Positionen vier beziehungsweise acht Prozent. „Viele qualifizierte und nach Verantwortung strebende Frauen für die oberste Führungsebene zu attrahieren und zu entwickeln, wird eine der zentralen Aufgaben für die Personalarbeit in den nächsten Jahren sein“, meint Peter Sticksel und ergänzt: „Damit einher geht ein umfassender Wandel in Kultur, Führung und Organisation.“

Junge Manager in CEO-Positionen sind eine Seltenheit

In allen drei Ländern gibt es bislang kaum Young CEOs: In Deutschland sind es fünf, was einem Anteil von elf Prozent entspricht. In den anderen beiden untersuchten Ländern ist die Situation ähnlich: Die Quote der Young CEOs beträgt in Österreich acht und in der Schweiz rund zehn Prozent. Doch die Karrierewege in eine CEO-Position sind unterschiedlich: Einige Young CEOs in Österreich und der Schweiz schaffen auch ohne eine vorherige Station in einer CxO-Position den Aufstieg an die Vorstandsspitze. In Deutschland hat hingegen ein Großteil der Young CEOs vorher eine CxO-Position bekleidet.

Auch die Erfahrungen, die Young CEOs mitbringen, variieren von Land zu Land: Während junge Vorstandschefs in der Schweiz im Schnitt lediglich drei Jahre Erfahrung auf der ersten Führungsebene mitbringen, sind es in Deutschland durchschnittlich viereinhalb Jahre und in Österreich sogar neun Jahre.

Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften sind Kaderschmiede

Die wirtschafts- und ingenieurwissenschaftlichen Institute der Hochschulen bringen den Großteil der späteren Vorstände hervor: 43 von 45 deutschen Young CxOs haben einen Hochschulabschluss, davon haben 77 Prozent ein Studium der Wirtschafts- oder Ingenieurswissenschaften absolviert. In Österreich und der Schweiz haben alle Young CxOs einen Hochschulabschluss, größtenteils in den gleichen Fachbereichen.

Eine Promotion spielt in Deutschland immer noch eine relativ große Rolle – sowohl speziell auf der Top-Ebene als auch generell für eine erfolgreiche berufliche Karriere: 37 Prozent der jungen deutschen CxOs haben promoviert, während dieser Anteil in der Schweiz nur bei knapp zehn Prozent und in Österreich bei 24 Prozent liegt.

Quelle: Kienbaum

(Redaktion)


 


 

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