Weitere Artikel
Schmiergeldprozess

Zeuge belastet Ex-Infineon-Chef Schumacher schwer

In dem Schmiergeldprozess gegen den früheren Infineon-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schumacher hat der wichtigste Zeuge die Vorwürfe der Anklage weitgehend bestätigt. Ralph Udo Schneider, dessen Firma BF Consulting das Sportsponsoring des Halbleiterherstellers Infineon abwickelte, gab am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht an, dass Schumacher und zwei seiner Kollegen regelmäßig Bargeld von ihm angenommen hätten. Darüber hinaus hätten sie sich von ihm teure Lizenzen für Autorennen besorgen lassen.

Der 51-jährige Ulrich Schumacher hatte seinem ehemals "engsten Freund" Ralph Udo Schneider zum Prozessauftakt vorgeworfen, dieser habe versucht, ihn zu erpressen, indem er Geld für Aussagen zugunsten Schumachers forderte. Die belastenden Aussagen Schneiders sind laut Schumacher "durch und durch falsch". Schneider hatte bereits 2006 in einem Prozess gestanden, Schumacher mit mehreren 100 000 Dollar bestochen zu haben, weil er "weiterhin Aufträge von Infineon erhalten wollte". Schneider war damals zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher vor, er habe Zuwendungen Schneiders, unter anderem die Organisation und Bezahlung Dutzender privater Autorennen, in Höhe von Hunderttausenden Euro angenommen. "Dass es dabei um Aufträge ging, war für mich selbstverständlich. Mir war klar, dass ich als Agentur unantastbar bin", sagte Schneider dem Vorsitzenden Richter. Im Gegenzug habe Schumacher Schneiders Beraterfirma Aufträge und Verträge zugesichert, die den internen Richtlinien bei Infineon widersprochen hätten und bei deren Vergabe Konkurrenten unberücksichtigt geblieben seien.

(ddp)


 


 

Ulrich Schumacher
Ralph Udo Schneider
Infineon
Aufträge
Schmiergeldprozess
Zeuge
erpressen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ulrich Schumacher" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: