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Zukunft des Internet

Deutsche Industrie verschläft Mitgestaltung

Derzeit werden in Genf durch die International Telecommunication Union (ITU) die Weichen für die Zukunft des Internet gestellt. Im Rahmen des World Telecommunication Policy Forum (WTPF) berät die UN-Organisation über Richtlinien für das Netz. eco-Vorstandsvorsitzender Michael Rotert vertritt dabei die deutsche IT-Branche. Andere deutsche Industriezweige fehlen - und vernachlässigen dadurch die wichtige Chance zur Mitgestaltung.

Das WTPF vom 14. bis 16. Mai in Genf bereitet die Grundlagen für die Vollversammlung der ITU 2014 - und prägt somit bereits jetzt das Internet von morgen. Die Anliegen der teilnehmenden Akteure bergen gleich mehrere Gefahren: Oppressive Mitgliedsstaaten fordern eine stärkere Kontrolle der Internetinhalte.

Netzanbieter streben ein Zwei-Klassen-Internet an, in dem nur finanzkräftige Nutzer wirklich am technischen Fortschritt teilhaben. Und die ITU selbst möchte mit der Regulationshoheit für das Internet ihre Existenz legitimieren.

Prof. Michael Rotert, Vorstandsvorsitzender des eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V., rechnet mit einer erneuten Behandlung dieser Forderungen, die im Dezember 2012 zum Scheitern der WCIT-Konferenz geführt haben. Die vorbereitende Expertenkommission hat fünf von sechs vorab veröffentlichten Positionspapieren der Tagungsorganisatoren bereits abgelehnt - dennoch stehen sie auf der Agenda.

Prof. Michael Rotert fordert daher: "Die deutsche Politik muss ein klares Zeichen gegen alle Versuche setzen, einzelnen Organisationen zu viel Macht über das Internet zu geben. Dazu ist sie auch bereit - aber eine breite und erkennbare Unterstützung aus den Reihen der Wirtschaft wäre hilfreich."

Große Teile der deutschen Wirtschaft sind betroffen

Dennoch ist die Internetwirtschaft die einzige Branche, die sich an der deutschen Delegation beteiligt.

Aus Sicht von Rotert eine vergebene Chance: "Nur noch wenige Jahre, dann hat so gut wie jedes Gerät einen Internetanschluss. Die jetzt verhandelten Regelungen betreffen also auch die Automobilindustrie, den Maschinenbau, wahrscheinlich bald sogar jeden Hersteller von Fensterrahmen. Bei zukünftigen Verhandlungen wäre es daher im Interesse der Industrienation Deutschland, wenn diese Branchen ihre Stimme einbringen und ihr Wachstumsfeld gegen Einzelinteressen verteidigen."

Über eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft

eco ist seit über 15 Jahren der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland und vertritt deren Interessen gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. Mit über 650 Mitgliedsunternehmen gestaltet eco das Internet: Der Verband entwickelt Märkte, fördert Technologien und formt Rahmenbedingungen.

In seinem Kompetenznetzwerk befasst sich eco mit Infrastrukturfragen, rechtlich-regulativen Aufgabenstellungen, innovativen Anwendungen und der Nutzung von Inhalten.

(Quelle: ots)


 


 

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