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  • 31.08.2015, 13:29 Uhr
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  • Münster / Münsterland
139. Treffen des MBC

Kreative Ideen für Ihr Business - Event der besonderen Art

Kein Vortrag, keine Besichtigung und auch kein Workshop standen im Mittelpunkt des 139. MünsterBusinessClub-Treffens. Rund 60 MBC-Mitglieder kamen am 19. August ins Theatercafé. Die üblichen Stuhlreihen waren verschwunden. Aufgebaut waren drei lange Tischreihen, die wie ein großes „U“ im Raum standen.

Von weitem sahen die Tische aus wie ein Besuch im Kunst- oder Bastelunterricht einer Schule. Überall lagen Stifte, Scheren, Kleber, Locher, Pappen, Strohhalme und andere kunterbunte Bastelutensilien. Gerlinde Albrecht (Achtsamkeitstraining), Brigitte Borchers (Schrift- und Raumgestalterin), Doris Reich (Kreatives Coaching ) und Michael Kestin (Ideenprovokateur) legten diese „Spielwiese für Kreativität“, wie sie es nennen, an.

Den Raum erobern für neue Ideen

Das Ziel der 90-minütigen Veranstaltung: aktiv werden können, um neue kreativen Ideen für das eigene Business zu entwickeln und diese mitzunehmen. Dabei spielt es für das Veranstalter-Quartett keine Rolle, ob man aus der IT-Branche kommt, aus dem Marketing oder aus Vertrieb und Logistik. Entscheidend ist etwas anderes: einfach mal zu verweilen und innezuhalten, kreativ zu experimentieren, sich offen zu begegnen, den Raum zu erobern und neue Ideen fließen zu lassen.

Dazu haben Albrecht, Borchers, Kestin und Reich über die verschiedenen Tische unterschiedliche Materialien und Symbole verstreut. Die MBC-ler werden aufgefordert genau dort Platz zu nehmen, wo ihnen etwas ins Auge springt. Etwa eine kleine Staffelei, eine Fotografie oder einfach nur schlichte bunte Pappen. Es geht darum, in Farben und Formen zu schwelgen und einfach mal etwas herzustellen. Egal ob Malen, Kritzeln, Schreiben, Zeichnen, Kleben und Drucken – es geht darum, Dinge zu entwerfen und festzuhalten, die inspirieren. Um sich selbst mal ganz bewusst aus dem dauerhaften Denken auszuklinken und der reinen Kreativität vollen Spielraum geben zu können.

Meditation zum Einstieg

Deshalb gibt es vor dem kreativen Tatendrang eine intensive Meditation, bei der die meisten Teilnehmer - und vor allem jene, die direkt von der Arbeit kommen - einfach ihre Augen schließen und tief durchatmen. „Ein wunderbar Einstieg“, sagt auch Beraterin Heike Jaegers (PROSOZ, Herten): „Ich bin hier total gestresst angekommen. Jetzt geht es mir besser.“ Danach geht es munter los. Manche haben schnell eine Idee, bauen Faltgirlanden, Collagen, eine Papp-Rakete oder entwerfen farbenfrohe Muster, Schriftzüge oder kleine Guckkästchen. Andere lassen sich etwas Zeit, lassen die vielfältigen Bastelmaterialien vor sich in aller Ruhe auf sich wirken oder die zufällige Umgebung der „Bastel-Nachbarn!“, links und rechts und direkt gegenüber.

Kreativer Prozess ist entscheidend

Für Doris Reich und ihre Kollegen vom Veranstaltungsteam liegt der Schwerpunkt hier auf dem kreativen Prozess und nicht auf dem vermeintlich ausstellungsreifen Endprodukt. Vielmehr gehe es darum, sich mit kreativen Mitteln inhaltlich zu jenen Themen und Gedanken, die einen ansprechen und beschäftigen, gestalterisch auszutoben, eigenständig und im Zusammenwirken mit anderen. So könne der Abend zu einer „wertvollen Auszeit“ genutzt werden, um aus gewohnten Denkmustern auszubrechen. Und es funktioniert!

„Sehr gut“, sagt Heike Jaegers, „Kreativität als Lösung ist der richtige Weg.“ Auch Diplom-Kauffrau Heike Hartmann (optImagine) aus Rheine und Unternehmenskommunikator Thomas Westhoff (businessAct) aus Münster finden diesen kreativen Abend „gut“, „assoziierend“, „inspirierend“ und vor allem wunderbar gesellig. Auch Business-English-Coach David Preston (Teatime-Titbits), Feng-Shui-Beraterin Sandra Radünz und Elin Hanna Klum, staatlich geprüfte Technikerin für Raumgestaltung und Innenausbau (venlig individuelles homelifting) sind mit Feuereifer dabei und nutzen bis zuletzt fast alle Materialien, um ihren kreativen Einfällen vollen Spielraum zu lassen.

„Ich brauche mehr Freizeit!“

Gleich drei Objekte hat Diplom Grafik-Designerin Doris Stegemann (terres´agentur) gebaut: „Der Abend hier ist toll. Er hat mir gezeigt, dass ich mehr Freizeit brauche.“ Xing-Moderatorin Constanze Wolff begeistert mit einer Collage, die ideal als neues Produktdesign Verwendung finden könnte, so farbromantisch und gradlinig zugleich erscheint sie.

Spaß, Wachstum und Weiterentwicklung

Auf die drei „F“´s setzt Führungskräfte-Experte Manuel Gallardo (Gallardo Coaching) aus Telgte. Er baute seine ausdrucksstarke und farbenfrohe Papierskulptur mit „Fun“ als Basis, „Flower“ zum Wachsen und „Fly“ zur Weiterentwicklung. Vier junge Männer aus der IT-Branche kannten sich vorher fast überhaupt nicht. Jeder machte bislang sein eigenes Business. Alle vier erleben nun auf diesem sehr kreativen Abend ihre MBC-Premiere. Und schnell stimmt nicht nur die Chemie bei ihnen, sondern der Aufruf offen kreativ zu sein spornt die vier IT-ler zu wahrhaften Höhenflügen an. Ohne wirklich übertreiben zu wollen: Mit Strohhalmen, Rollen und jeder Menge gedrehtem Papier bauten Christopher Klump, Markus Rothenhöfer, Juri Urich und Andreas Böhlke einen hohen Turm, der bis zur Decke des Theatercafés reicht.

Und die Gespräche zeigten: Die Netzwerkphilosophie funktionierte wieder einmal. Denn: Die vier jungen Männer haben sich scheinbar gesucht und gefunden. Dank dem MBC und diesem kreativen Experiment. „ Sehr befreiend und entspannt-inspirierend. Diese Erfahrungen hier nehme ich mit ins Business“, bilanzieren viele Teilnehmer den Abend. Künstlerin Angelika Jelich findet es gut, „dass man sich hier einfach mal nach Herzenslust hat treiben lassen könne“, im Strom spontaner Inspirationen.

Schultreffen bei Xing

Die beiden zufälligen Sitznachbarn Heike Hartmann und Thomas Westhoff stellen beim Netzwerken fest, dass sie beide von der gleichen Schule in Mönchengladbach stammen und tauschen fröhlich Erinnerungen an die Pennäler-Zeit am Niederrhein aus. Am Ende des Abends schauen sich alle Teilnehmer des MBC-Treffens gegenseitig mit Neugier und Interesse die Kunstwerke an. Die Werktische werden zur temporären „Walk Gallery“.

Es wird eifrig geplaudert. die Gespräche im Anschluss an die kreative Spielwiese sind deutlich intensiver als sonst - offensichtlich ein Ergebnis der kreativen Auszeit. Michael Kestin filmt ausgewählte Stücke und ihre Erbauer. „Jetzt müssen wir nur noch die Preise dran machen“, witzelt Helmut Osterholt. vom Berufskolleg Lise Meitner in Ahaus, der eine Rakete aus Pappen baute, offenkundig als Symbol für ein kreatives Feuerwerk, das an diesem Abend hier gezündet wurde. Und so zeigte dieser ungewöhnliche MBC-Abend: Kreativität ist Intelligenz, die Spaß macht.

(Peter Sauer)


 


 

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