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  • 09.03.2016, 10:23 Uhr
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  • Münster / Münsterland
147. MBC-Treffen

Feng Shui und die drei ???

Von der Kunst, das Wohlbefinden im Beruf und zuhause zu erhöhen

Feng Shui heißt übersetzt „Wind und Wasser“. Klassisches Feng Shui ist die ganzheitliche Sichtweise, die kraftvolle Energie unserer Lebensumgebung zu erkennen und für unser Wohlergehen bei der Gebäudeplanung und Raumnutzung mit einzubeziehen. Nicht nur optisch und äußerlich, sondern vor allem nachhaltig spürbar. Beim 147. Treff des Münster Business Clubs erläuterte Sandra Radünz am 29. Februar, wie Feng Shui im Business nachhaltig wirken kann. Unter dem Titel „„Feng Shui und die drei ???“ referierte die vom Berufsverband für Feng Shui und Geomantie (Weissagung aus der Erde) zertifizierte Beraterin im A2 am Aasee – anhand plastischer Beispiele und regelmäßiger Einbeziehung des Publikums.

Die fünf Elemente und ihr ewiger Kreislauf
Jeder Mensch, auch im Businessbereich, wird von seiner Umgebung beeinflusst – von Licht, Farben, Ordnung, Gerüchen, Wasser oder Geräuschen. Business-Feng-Shui setzt diese Zusammenhänge gezielt zur Erhöhung des Wohlbefindens, der Kreativität, der Kommunikation, der Motivation und der Leistungsfähigkeit der Menschen ein und fördert, so die Philosophie von Sandra Radünz, den Erfolg des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Basis des Feng Shui sind die fünf Elemente. Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser . Sie befinden sich immer in Bewegung – so wie sich die Jahreszeiten und damit die Erscheinungsformen der Natur verändern. Sie werden deshalb auch als Wandlungsphasen bezeichnet.

Anhand eines Schaubildes erläutert Radünz den Kreislauf. Holz nährt Feuer und bringt der Erde Lebensenergie. Das Feuer erzeugt Erde und kontrolliert Metall. Erde erzeugt Metall und kontrolliert Wasser. Metall bereitet Wasser zu und kontrolliert Holz. Wasser als Lebens-Elixier erzeugt Holz und kontrolliert Feuer. Fazit: In jedem Raum sollte ein ausgewogenes Kräfteverhältnis der fünf Elemente (die auch einige symbolische Funktionen besitzen) herrschen, „ein positiver Kreislauf“, der Stress und Unausgeglichenheit keine Chancen gibt, sich zu entfalten. Mit einem selbst als Basis. Man „erdet“ sich.

Auf Tischen im Publikum hat Sandra Radünz verschiedene Elemente in Form von Gegenständen verteilt. Das wussten die Zuhörer vorher nicht. Sie nahmen einfach intuitiv Platz. So steht ein Wecker für Metall, für alles, was uns auf den Punkt bringt, für Ordnung, aber auch für Gerechtigkeit. Nicht von ungefähr sitzt ein Rechtsanwalt an diesem Tisch. Ein dunkles, geschwungenes Tuch soll die fließende Bewegung des Wassers symbolisieren. „Und siehe da, da sitzen die ganzen Leute, die im Sprach- und Kommunikationsbereich tätig sind“, sagt Radünz, „sie müssen ebenso wendig und flexibel sein wie das Element Wasser.“

Räume richtig ausrichten
Wichtig ist es, sich selbst zu orten und den Ist-Zustand zu analysieren und mit ihm zu arbeiten. „Persönlichkeitsanalysen fließen in jede Beratung mit ein.“ Und wie man wohnt beziehungsweise wo und wie man arbeitet. Dabei geht es nicht nur um eine passende Farbwahl. Sandra Radünz arbeitet mit Kompass und Grundriss, um die Raumqualität zu bemessen. „Ich lege die Kompass-Scheibe auf den Grundriss. Norden steht für Karriere.“

Eine falsche Visitenkarte lockt schwierige Kunden an
Radünz beschäftigt sich auch damit, wie Feng Shui im Business Gründern helfen kann und berichtet exemplarisch von ihrer Arbeit als Beraterin. „Ich mache eine Potential-Analyse, auf Basis von Geburtsdatum, den fünf Elementen, den Stärken und Fähigkeiten des jeweiligen Menschen. Ich schaue, wie er „tickt“.

Und dabei ist auch die passgenaue Präsentation auf Visitenkarten und Homepages wichtig.“ Denn Farbgestaltung wie auch Form bestimmen, welche Kunden angesprochen werden. Volle Zustimmung bei Zuhörerin Elin Hanna Klumb (Venlig). Die staatlich geprüfte Technikerin für Raumgestaltung und Innenausbau hatte erst grelle pinke Farben auf ihrer Visitenkarte. „Das brachte mir schwierige Kunden“, blickt sie zurück und freut sich: „Jetzt mit den sanften Weiß-Grautönen lerne ich angenehme Kunden kennen, mit denen man gerne zusammenarbeitet.“ Auch ihr Büro hat sie nach Feng Shui ausgerichtet. Seitdem strömt mehr Energie und damit auch mehr Erfolg durch den Raum. Denn: Farben haben Auswirkungen auf unser Gemüt. Jeder kennt das Gefühl, wenn man einen Raum betritt und positiv berührt ist (Qualität des Qi wirkt), oder einen anderen Raum, in dem man sich bedrückt und beklemmt fühlt. Letzteres will keiner. Auch kein Kunde.

Auch die Steinzeitmenschen saßen mit dem Rücken vor der Wand
Feng Shui im Home-Office ist Arbeitsplatzoptimierung. Radünz empfiehlt die Wand im Rücken zu haben. „Das gibt Schutz und das gab es schon in der Steinzeit. In der Höhle saß man mit dem Rücken an der Wand, hatte immer die Tür im Blick.“ Nach Auskunft der Feng Shui-Beraterin, die auch BWL studiert hat, sollte man schon früh prüfen, ob die Energie in den Räumen richtig fließen kann. Beispiel Kinderzimmer. „Wenn der Schreibtisch so steht, dass das Kind mit dem Rücken zur Tür sitzt, ist das nicht gut. Es ist auch kein gutes Home- Office wenn etwa ein Bügelbrett mit im Raum steht.“ Dazu formuliert Radünz ein tolles Bild: „Die Kleidung ist die zweite Haut, unser Haus die dritte Haut.“ Beide bieten Schutz und behalten die Energien in uns. Bei richtiger Auswahl und Ausrichtung. Elin Hanna Klumb und Thomas Böhmer-Niehaus sind zwei MBCler, die ihre Büros nach Feng Shui haben umbauen lassen. „Die Luft ist besser und auch die Energie“, berichtet Klumb.

Golf statt Dessous
Wenn man Büros oder Geschäfte mit Publikumsverkehr hat, ist es wichtig, die Raumqualität zu überprüfen (Check der Luftwege), die Arbeitsbereiche zu optimieren und die Laufwege der Kunden so effizient wie möglich zu gestalten. So laufen die Kunden bei den neuen Aldi-Filialen mittlerweile nur noch links herum. „Die Frage ist immer“, betont Radünz, „wie wirkt sich das Laufverhalten der Kunden auf die Umsätze aus?“ Wichtig ist auch, überhaupt im richtigen Haus zu sein. Als Beispiel nennt Sandra Radünz eine Frau mit einem Dessous-Geschäft. Das lief nicht. Nicht wegen der Frau. Die steckte voller Energie. Sondern wegen des Hauses. Zu spießig waren Baustruktur und die Räume. „Kunden gehen mit Räumen in Resonanz. Die ehemalige Dessous-Verkäuferin war dann an gleicher Stelle erfolgreicher mit einem Golfladen.“ Da passten dann Bau-Substanz und Produkt sowie Kundenklientel offenbar besser zusammen.

Ein Rechtsanwalt im Publikum moniert, das die neueren Häuser, zum Beispiel in Münster, alle keine Spitzdächer mehr haben, sondern im Schuhkastenbau entstehen. „Ja“, erwidert Sandra Radünz, „wir sind gerade in einer erdigen Phase: die Häuser sind flach, wie Schuhkästen. Das wird sich in ein paar Jahren wieder ändern. Für Transparenz sorgen derzeit dann oft bodentiefe Fenster.“ Geht dann die Energie nicht zum Fenster raus, fragen Zuhörer. „Ja“, sagt Radünz. „Senioren in Altersheim stellen Möbel vor die Fenster. Die sind clever, behalten Energie im Raum.“ Ein Mann aus dem Plenum wirft ein: „Wenn sie mal in einem Hotel in der 20. Etage übernachten und bodentiefe Fenster haben, erfahren sie es direkt, wie es ist, wenn die Entspannung zum Fenster rausgeht.“

Umräumen und Wegräumen setzen positive Energien frei
Wenn sich eine Lebensphase ändert, ziehen Menschen häufiger um, sagt Radünz. Sofortige Zustimmung von einer jungen Mutter im Publikum: „Ich habe innerhalb eines Jahres mehrfach umgestellt.“ Ja, bestätigte Radünz, man bekomme neuen Input durchs Umräumen, Aufräumen, Wegräumen. Grundsätzlich sei es wichtig, die Umgebung auf Energiepotenziale und Einflüsse hin zu analysieren. Um die förderlichen Energien zu nutzen und in den Räumen zu aktivieren und schädliche oder bremsende Qualitäten zu neutralisieren. Genau hier setzt die Feng Shui-Beratung an.

Inspirierendes Netzwerken nach dem Vortrag
Der Vortrag kommt beim Publikum sehr gut an. Ein Architekt, eine Dienstleisterin aus dem Bereich Feinkost und ein Rechtsanwalt aus Osnabrück fassen das so zusammen: „Wir nehmen wichtige Impulse mit nach Hause.“ Die gelernte Tischlerin und Produktdesignern Inga Martensen schätzt auch sehr das Netzwerken beim MBC-Treff: „Man kommt sehr gut und ungezwungen in Gespräch.“ Auch die Referentin selbst kehrt mit einem ganzen Stoß an Visitenkarten nach inspirierenden Gesprächen gut gelaunt nach Hause zurück. Kreativ-Coachin Doris Reich (thing right) hat der Vortrag sogar so gut gefallen, dass sie auf zwei Zeichnungen den Abend pointiert zusammenfasst. Sandra Radünz zeigt die Bilder auf ihrer Facebook-Seite. Auch eine Form von Netzwerken.

(Peter Sauer)


 


 

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