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  • 05.04.2017, 08:09 Uhr
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  • Münster
161. Treffen XING MS

Get-Together in Sachen Humor-Networking

„Humor“ und „Business“. Sind das zwei Wörter, die zusammenpassen?

„Und wie!“, antwortet Christoph Gilsbach. Der Mann muss es wissen. Ist studierter Pantomime (Marcel Marcau-Schüler), Unterhaltungskünstler und seit rund 20 Jahren einer der bekanntesten Clinic-Clowns in der Region. „Meine Umkleide ist der Transformator", sagt er über seine Arbeit in Krankenhäusern und Hospizen. Im Anzug seiner Clownsrolle als „Professor Spaghetti“ fällt es ihm deutlich leichter, mit schwerstkranken Kindern zu scherzen.

Spannende Perspektiven

Jetzt als Referent bei der Münster-XING Ambassador Community (kurz: XING MS) rund um das Thema „Humor im Alltag und im Business“ wechselt Gilsbach unterhaltsam die Perspektive zwischen „Professor Spaghetti“ und sich selbst. Sein Impuls-Vortrag stellt bereits schon räumlich das übliche Guckkasten-Prinzip auf den Kopf. Denn überall im Theatercafé sind Zettel verteilt, mit Zitaten berühmter Menschen über das Thema „Humor“. Der Münsteraner Gilsbach hat jede Menge witziger Sprüche und Reime auf Lager ‒ Ringelnatz, Woody Allen, die Marx Brothers und viele andere mehr. Und er hält seinen Vortrag mittig im Café und ganz seitwärts am Fenster hin zum Theater-Hof. Einfach querdenken, quergucken, querlachen. Moment, was heißt hält den Vortrag an einem festen Platz? Denn eigentlich wieselt Christoph Gilsbach doch oft genug umher, da er das Publikum immer mal wieder, und sehr gerne und direkt, miteinbezieht. Das belebt, gerade auch weil ja fast alle gerade direkt von der Arbeit beziehungsweise mitten aus dem Berufsverkehr zum XING-Treffen gekommen sind. Passives Zuhören oder Vor-Sich-Hin-Dösen ist nicht.

„Erzählen Sie doch mal einen Witz!“

"Humor ist eine Haltung", sagt Gilsbach. "Humor ist eine Bereitschaft.“ Im Laufe des Abends passiert ein wahres Get-Together in Sachen Humor-Networking. Beim 161. Treffen der Münster - XING Ambassador Community klärt Christoph Gilsbach zunächst das ab, was Humor mit dem Menschen macht, soweit und so gut er sich diesem öffnen kann. Der Humorexperte taucht ein -- natürlich augenzwinkernd -- in die Historie des Humors quer durch die Jahrhunderte, Epochen und Stile. Gilsbach fragt. „Was war zuerst da? Das Lachen oder die Sprache? Die schnelle Antwort kommt von Isolde Becker (Vitalitäts- und Vitalstofftrainerin; Vitality Company): „Am Anfang war das Lachen, dann erst kam die Sprache.“ Gilsberg nickt begeistert. „Ich kann auch über mich selber lachen“, ergänzt Isolde Bäcker, „das ist wichtig.“ Gilsberg nickt erneut. „Humor beinhaltet die Bereitschaft, uns selbst, den anderen und die äußeren Gegebenheiten so anzunehmen, wie sie sind“, erläutert der erfahrene „Humor-Aktivist“. Große Zustimmung von Hu Peng-Zhou aus dem Publikum. Für die Geschäftsführerin (SINOFORM graphic design & communication) verbindet Humor „Weisheit und Ausdruck“. Gilsbach zitiert TV-Moderator Eckart von Hirschhausen, der Humor für die beste aller Medizinen hält. Dr. Christian Laske (Leiter Research & Development; Albaad Deutschland GmbH) aus dem Publikum fragt: „Zahlt das das denn dann die Krankenkasse?“ Großes Gelächter. Gilsbach erinnert an die Narren aus der Geschichte, die Kaiser und Königen offen den Spiegel vorhalten konnten, und dabei auch dann unantastbar blieben, wenn sie kritische Anmerkungen in ihrer Narretei geschickt zu verstecken vermochten.

Humor macht uns leichter

Für Gilsbach ist klar, dass eine heitere Gelassenheit und eine spielerische Haltung als Grundbausteine täglichen Lebens der eigenen Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit die Schwere nehmen, hin Richtung Leichtigkeit, hin Richtung Lebensqualität. Auch als unerlässliche Voraussetzungen für den beruflichen Erfolg. „Humor ist eine soziale Kompetenz, etwas Kulturelles, etwas Geselliges, etwas Kreatives.“ Christoph Gilsbach gelingt in seinem Vortrag so der Spagat zwischen Information und Entertainment, wenn er sich auf den Weg macht aus dem Auditorium den besten oder flachsten Witz heraus zu kitzeln und damit auch versucht, den Zugang zu unseren ganz eigenen Humorressourcen zu eröffnen. Dabei stellt er fest, dass diese so unterschiedlich und bunt sind, wie die Farben seines Clown-Outfits.

Von der „Magie der kleinsten Maske“

Wenn Gilsbach rote Clownsnasen im Publikum verteilt, haben auch die letzten Zuhörer das Grau manchen Berufstages gegen die bunte Farbe eines ungezwungenen Spaßes eingetauscht, für den man nie zu alt ist (oder besser sein sollte) und der mit Kindergeburtstagen nur die knallrote Nase, nicht aber das gemein hat, was die weiche Nase nunmehr mit den Erwachsenen macht. „Das ist vielmehr die Magie der kleinsten Maske", nennt Gilsbach das, was jetzt passiert. Man spricht und atmet anders. Viele XINGler machen Selfies und kichern voller Freude wie junge Teenager. Das Wichtigste dieser Übung: Man lernt schnell wieder, nicht alles so ernst zu nehmen und auch mal ganz locker über sich selbst lachen zu können. Nachdem sich die ersten XINGler die roten Nasen aufgesetzt haben, ist auch der Rest der Zuhörer nicht mehr zu bremsen. Alle wollen eine rote Nase. Und Gilsbach fasst zusammen: „Die roten Nasen helfen unseren jetzigen festen Blick auf Etwas, ganz egal was, zu verändern.“ „Das stimmt!, entgegnet freudig XING-Mitglied Ulrike Wünnemann (Leitung Medien und Kultur; DKV-Residenz am Tibusplatz gGmbH).

Blick über das Gewohnte hinaus

Eben dieser Blick über den eigenen Tellerrand, weg vom „Tunnelblick“ des Gewohnten, der Routine, ganz hin zur Improvisation, mit Mut zur Lücke. Gilsbach lebt es als Referent und als Clown vor und das Auditorium weiß diese Anregungen auch auf ihren Berufsalltag zu übertragen -- so das Feedback der meisten Zuhörer. Zwei IT-Dienstleister bilanzieren: „Mit Humor kann man auch in Geschäftsangelegenheiten gut das Eis brechen.“ Sandra Borowski (Schulsekretärin/angehende Schulverwaltungsassistentin; Stadt Münster) findet es gut, das die Zuhörer regelmäßig in den Vortrag miteinbezogen worden sind: „Dennoch hätte ich mir noch mehr Praxis für Humor und Business gewünscht.“ Dem stimmt auch Firmeninhaberin Eva Fischer-Michelmann (Organisations- und Personalentwicklung, Beratung und Coaching) zu. Ob mit oder ohne rote Nase, gelacht wurde noch viel an diesem Märzabend, auch ohne Alkohol. Und die roten Nasen nahmen alle mit nach Hause. Um sich und anderen einen kleinen Spaß zu bereiten. Denn wir wissen ja: Lachen ist gesund!

(Peter Sauer)


 


 

Christoph Gilsbach
Isolde Bäcker
Hu Peng-Zhou
Eckart von Hirschhausen
Dr. Christian Laske
Ulrike Wünnemann
Sandra Borowski
Eva Fischer-Michelmann
Münster-XING Ambassador Community
XING MS
SINOFORM graphic design & communication
Research & Development;

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