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  • 23.10.2017, 11:42 Uhr
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  • Münsterland
168. Treffen XING MS

Im Reich der Farben

XING Ambassador Community MS backstage bei Brillux

Wenn man vom Autobahnkreuz Münster-Süd in die Stadt hineinfährt, sind die bunten Gebäude der Firma Brillux mittlerweile schon zu einem urbanen Entrée der Westfalenmetropole avanciert. Und der Blick hinter die Kulissen des Vollsortimenters und Direktanbieters mit umfassenden Leistungen im Lack- und Farbenbereich kam bei den Mitgliedern der XING Ambassador Community Münster so gut an, dass das 168. Treffen am 6. Oktober, trotz Freitagnachmittag, schnell ausgebucht war. Die XING-Moderatoren Constanze Wolff und Thomas Böhmer reagierten schnell und organisierten für den 9. Februar (Treffen 172) einen weiteren Backstage-Besuch bei Deutschlands Marktführer in Sachen Farben.

Brillux wächst jährlich

Am 6. Oktober wurden die XINGler zunächst von Florian Hölker im Namen der Geschäftsleitung (Familie König) begrüßt. Geschäftsführender Gesellschafter ist nach dem Tod von Seniorchef Franz Wilhelm König (im Juni 2017) sein Sohn Peter König. In pointierter Rede und mit einem kurzen Videofilm informierte Florian Hölker über wichtige Hintergründe der Firma. 1889 gegründet von Hobrecker & König, ein 128 Jahre junges Familienunternehmen also, in nunmehr vierter Generation, über 170 Niederlassungen mittlerweile in ganz Deutschland mit 2.500 Mitarbeitern, dazu einige auch international (Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz), insgesamt 400 Auszubildende: „Brillux wächst jährlich“; sagte Hölker, um fünf bis sechs Niederlassungen. Brillux bietet in seinem Portfolio mehr als 12.000 Artikel für alle Aufgaben des Maler-, Lackierer- und Stuckateurhandwerks.

Direktanbieter ohne Betriebsrat

„Unser komplettes Qualitätssortiment ist in jeder Niederlassung verfügbar. Das ist unsere Direktphilosophie. Wir bieten Innen- und Fassadenfarben, Lacke und Lasuren, Putze, Wärmedämmverbund-Systeme, Raum-Design, Bodenbeschichtungen, Betonschutz, Werkzeuge und vieles mehr.“ Nur auf Mallorca gibt es keinen Standort, sondern einen Verkauf über Brillux-zertifizierte Fachhändler. Mit Kino-Spot-Kampagnen versucht Brillux, junge Leute vom Maler-Handwerk zu begeistern. „Gibt es einen Betriebsrat?“, fragt eine XINGlerin. „Ist nicht notwendig“, entgegnet Florian Hölker, „alle Probleme lassen sich direkt mit der Geschäftsleitung klären.“

Brillux bietet viel

Das Gelände für den heutigen Hauptsitz der Firma an der Weseler Straße in Münster wurde 1967 erworben. 1998 erfolgte die Umbenennung von Hobrecker & König zu Brillux. Die Firma unterhält vier Standorte in Münster, Malsch bei Karlsruhe, Herford und Unna, wobei Münster der Hauptsitz für Produktion und Dispersion ist. Zu den üblichen Produkten kommen Artikel für das individuelle Abtönen fast jedes Farbtons hinzu, bis hin zu Putzen, Dichtstoffen, Klebern, Wandbekleidungen, Bodenbelägen, Tapeten und Wärmedämm-Verbundsystemen. Auch Spezialsysteme für Betonschutz und -instandsetzung, Bodenbeschichtungen, Creativ-Produkte, Crea-Glas-Gewebe-Systeme, Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Zubehör gehören zum Produktspektrum von Brillux.

Azubis führen über das Areal

Zwei Auszubildende (Markus Horstkötter und Niklas Lordemann) übernahmen in zwei Gruppen die Führung über das weitläufige Brillux-Werksgelände. Am Mutterhaus arbeiten 800 Mitarbeiter. Los ging es mit dem Aufzug in den 8. Stock, von dem man aus 38 Metern Höhe ein klasse 360-Gread-Panorama genießen konnte. Der erste Blick der Besucher ging auf ein Flachdach, wo auf aufgerichteten Platten angebrachte Farben auf ihre Wetterbeständigkeit getestet werden. Deutlich sah man die Baustelle von „B-Wohnen“, dem neuesten Brillux-Projekt. Bis Ende 2018 entsteht mit drei zusammenhängenden Atriumhäusern an der Osterstraße in Münster eine Unterkunft für Kunden und Mitarbeiter – genau auf der gegenüberliegende Seite des Werksgeländes. Eine Fußgängerbrücke wird die Bereiche Arbeiten und Wohnen künftig verbinden. Woher kommt eigentlich der Name Brillux?“, fragt ein XINGler. Die Antwort ist einfach: „Brillant“ und „Lux“ für Licht = Brillux.

Gesundheit und Nachwuchs

Das Interesse der XINGler weckte auch das „B-Vital.“ Im hauseigenen Gesundheitszentrum gibt es für die Brillux-Mitarbeiter ein Angebot an Präventionssport, Fitness und Physiotherapie. Nicht weniger interessant: „B-Kids.“ Brillux steht für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die unternehmenseigene Kita in der ehemaligen Villa gegenüber Poco in Münster-Mecklenbeck gibt so wertvolle Unterstützung für die berufstätigen Brillux-Eltern.

Mehr als nur Farbe(n) ….

Zitronengelb, Purpur, Kieferngrün, Himbeerrot oder Kornblau: Es sind alle Nuancen dabei im Reich der Farben von Brillux. Im Fachhandel sind die Farben des Unternehmens unter dem Namen „Schöner Wohnen“ bekannt und müssen sich dort der harten Konkurrenz stellen. Welche Auswirkung der Herstellungsprozess von Farbe auf das Ergebnis hat, konnten die XINGler mit eigenen Augen sehen: Ob die einzelnen Komponenten gerührt, gemixt oder mit Hilfe kleiner Kügelchen gemahlen werden, wirkt sich auf die Farbintensität aus. Die Farben werden je nach Prozess intensiver. Damit ist nicht nur die Qualität der Produktionsbestandteile ein wichtiges Gut der Farben-Herstellung. Speziell entwickelte Herstellungsprozesse liefern einen weiteren Produktionsvorteil. Brillux stellt allein 110.000 Tonnen Dispersionsfarben jährlich her. Bevor die Farben jedoch in den Fachhandel gelangen, werden sie einem Praxistest unterzogen und müssen viele lange Rohre im Produktionsprozess durchlaufen bis sie abgefüllt werden. Abschließend übernehmen hochtechnisierte Maschinen die Verpackung und Lagerung der Farbpaletten. Kollege Roboter ist im Einsatz.

Umweltbewusstsein durch einen „Molch“

Bei der Führung wird auch die Reinigung jener Rohre erläutert, die überall zu sehen sind und durch sich die Farben ihren Weg durch die Produktionsstätten bahnen. Um die Rohre in der Produktion zu reinigen, wird ein sogenannter "Molch", also ein Reinigungs-Zylinder, mit Druckluft durch die Rohre geschoben. Damit werden die Lackreste an der Rohrinnenwand einfach abgezogen, anstatt chemische Mittel oder Spülflüssigkeit zu verwenden.

Innovativ und nachhaltig

Spannend ist für die Mitglieder der XING Ambassador Community MS an diesem Freitagnachmittag der Besuch des Bereichs „Forschung und Entwicklung“ im Innovationszentrum von Brillux. Auf 2.600 Quadratmetern Grundfläche und zwei Ebenen arbeiten 60 Chemiker, Lacklaboranten und -ingenieure in vier Bereichen täglich an neuen Rezepturen. Bestehende Produkte werden kontinuierlich geprüft und weiterentwickelt. Das Ergebnis sind Produkte und Systeme, die Ihre Arbeit noch vielseitiger, effektiver und umweltschonender machen. Zahlreiche Prüf- und Gütesiegel belegen dies. Das alles verschaffe Wettbewerbsvorteile, helfe auch die Zukunft zu sichern – so Brillux-Guide Markus Horstkötter. „Als einzige Firma bieten wir aroma-freie Lacke und Glasuren. Mit den aroma-freien Lacken und Lasuren hat Brillux einen sehr innovativen Weg eingeschlagen.“ Gerade in Kindergärten, Hotels, Gaststätten oder Krankenhäusern werden sie eingesetzt – da diese Produkte über geruchs-mildernde Eigenschaften verfügen. Auch konservierungsmittelfreie Produkte bietet Brillux. In der Qualitätssicherung und im Betriebslabor werden 27.000 Prüfmuster gelagert.

Zwölf Millionen Lack-Gebinde pro Jahr

Der „Steuerraum Lacke“ ist die nächste Station der interessanten und abwechslungsreichen Führung. 150 Tonnen pro Tag können produziert werden, in einem Ein-Schichtbetrieb. Weiter geht es in die „Abfüllungsanlage Lack“. Dort gibt es neun Abfüllanlagen, die variabel auf verschiedene Größen einstellbar sind. Zwölf Millionen Gebinde pro Jahr werden hergestellt. Ob Logistik, Qualitätssicherung, Deckkraft, Farbton, Lacke und Lösungen, Abfüllhalle, Schrumpfraum, Waage für Pigmentpasten oder der Tiefgrund-Roboter, der 200 Kanister pro Stunde entstapelt, befüllt, etikettiert, verschweißt und palettiert – die Stationen der Führung sind spannend. Auch wenn man wirklich viel gehen muss, mancher strenger Duft in die Nase geht: Das Erlebnis „Brillux Backstage“ mitsamt vieler spannender und hautnaher Eindrücke fasziniert.

Warenverteilzentrum kommissioniert täglich rund 75.000 Picks

Täglich werden in dem gesamten Warenverteilzentrum in Münster gut 800 Tonnen Waren mit rund 75.000 Picks kommissioniert. Das entspricht etwa 1.600 Paletten, die täglich ausgeliefert werden. Das Warenverteilzentrum gilt als eines der fortschrittlichsten der Branche. Die Lagerkapazität beträgt über 60.000 Europaletten. Durch das offene und flexible System kann Brillux auf jede Marktentwicklung und jeden Auftrag unmittelbar reagieren – und neben hoher Liefersicherheit auch kurze Lieferzeiten garantieren. Täglich sind – neben den Lkws von fünf Speditionen – über 900 eigene Fahrzeuge im Einsatz, um Kunden und Niederlassungen zu bedienen. Sie profitieren von einem Logistiksystem, das das dichteste und leistungsstärkste der Branche ist, so Brillux-Guide Horstkötter. An 26 Verladerampen wird ausgeliefert. Die Waren gelangen von den Abfülllinien für Dispersionsfarben und Lacke aus der Produktion unmittelbar über eine Förderanlage zum Hochregallager.

Hochregal-Lager arbeitet auf dem Prinzip der chaotischen Lagerung

Das über 30 Meter hohe, 53 Meter lange und 35 Meter breite sowie unendlich tief scheinende Hochregal-Lager für über 60.000 Europaletten ist der Höhepunkt der Führung. Das ist nichts für Leute mit Höhenangst. Das Einlagerungssystem basiert auf dem Prinzip der chaotischen Lagerung. Die jeweils zuständigen Brillux-Mitarbeiter wählen zum Zeitpunkt der Einlagerung einen beliebigen Lagerplatz aus. Diese Einlagerung wird nicht nach einem festen Ordnungssystem abgelegt. Ziel ist es, die Plätze zufällig zu verteilen und damit die Fahrwege zu optimieren, so dass sie schnell eingelagert und entnommen werden können. Zum Zeitpunkt der Führung war das Lager voll. „Wie lange würde diese Menge reichen?“, fragte Guide Markus Horstkötter die XINGler. „Nach einem Monat Kundenanfragen wäre alles weg.“ Großes Staunen rundum.

Gut beschirmt nach Hause

Gefühlte fünf Kilometer haben die XINGler schließlich auf der knapp drei-stündigen Tour über das Brillux-Gelände zurück gelegt. Am Ende ging es noch in den Showroom mit kleinen Erlebniswelten, in denen Farben und Assoziationen mit allen Sinnen erlebt werden konnten. Insgesamt waren die Teilnehmer der Führung zwar ein wenig erschlagen ob der vielen Eindrücke zwischen Labor, Fertigung, Abfüllung, Verpackung, Lagerung und Versand, doch hochzufrieden. Auch weil alle Fragen ausführlich beantwortet wurden. Die XINGler, die auf diese Weise Brillux hautnah erlebt haben, kann man in den nächsten Wochen gut an den pinken und grünen Regenschirmen erkennen, die jeder von ihnen am Ende als Geschenk von Brillux bekam.

(Peter Sauer)


 


 

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