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  • 16.05.2013, 11:01 Uhr
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  • Münster & Münsterland
300 Aussteller in Münster

Messe „Tankstelle und Mittelstand“ zeigt eine Branche im Wandel

Tankstellen verkaufen Kraftstoffe. Tanken ist das Kerngeschäft. Allerdings verliert dieser Geschäftszweig immer mehr an Bedeutung. Service- und Bistro-Angebote werden dafür immer wichtiger: Mehr Brötchen als Benzin lautet der Trend.

Besucht man die Messe „Tankstelle und Mittelstand“ fragt man sich: Worum geht es hier eigentlich? Wer die Messehalle Nord betritt, kann ganz schön ins Grübeln kommen. Baguettes und Patisserie, schicke Glastheken und Backöfen, Kaffeeautomaten und exotische Heißgetränke, Knackwürstchen und Tagesgerichte – eine Gastronomiemesse?

Falsch. Es geht um Tankstellen. Um freie Tankstellen, von denen es in Deutschland etwa 14 .000 gibt. Weil für deren Umsatz der Verkauf von Lebensmitteln immer wichtiger wird, kommt dem Bereich bei der Branchenmesse „Tankstelle und Mittelstand“ besondere Aufmerksamkeit zu.

Die Messe findet bis zum 16. Mai von 9 bis 18 Uhr in der Halle Münsterland statt, wo sie mit über 300 Ausstellern auf 16. 000 Quadratmetern fast den gesamten Ausstellungsbereich belegt. Die erste Messe dieser Art fand vor 30 Jahren in einer Zeltstadt bei Frankfurt statt; mittlerweile ist sie eine unverzichtbare Größe im Veranstaltungskalender der Branche. In Münster ist sie zum fünften Mal zu Gast.

Branche im Wandel

Wer bei einer Tankstellenmesse vor allem mit dem Thema „Tanken“ rechnet, wird vielleicht ein wenig überrascht sein. Zwar informieren vor dem Eingang riesige Preistafeln über die künftige vom Gesetzgeber gewünschte Markttransparenz; doch der Kraftstoffumsatz verliert nach Angaben von Stephan Zieger vom Bundesverband Freier Tankstellen (BFT) immer mehr an Bedeutung.

Die klassische Aufteilung: ein Drittel Kraftstoff, ein Drittel Service, ein Drittel Shop, gelte mittlerweile nicht mehr. Neue Autos verbrauchen weniger, und in sieben oder acht Jahren würden sich auch die Elektroautos beim Umsatz bemerkbar machen. Dafür käme es nun darauf an, die Kunden zu Aufenthalt und Einkauf in der Tankstelle zu bewegen.

Die Aussichten seien nicht schlecht: Der Tankstellenrückgang der vergangenen Jahre sei beendet. „Wer jetzt noch am Markt ist, sitzt auf einer Position, die Geld kostet, wenn man sie aufgibt.“

Wer in der Tankstelle nicht gern gesehen ist: der Tankstellenräuber. Ein Typ, wie er auf einer großen Fotowand am Stand der Berufsgenossenschaft BGHW abgebildet ist. Früher, berichtet Nordika Ebert von der BGHW, seien Schlecker-Märkte das häufigste Ziel dieser Täter gewesen. Nun müsse sich die Berufsgenossenschaft vor allem um die Opfer von Tankstellenüberfällen kümmern – etwa mit Erstbetreuung und psychologischer Soforthilfe. Die meisten Überfälle verliefen halbwegs glimpflich.

(Lukas Speckmann)


 


 

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