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  • 27.03.2015, 09:14 Uhr
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  • Münster / Münsterland
700 Besucher in Münster

„Mach dein Ding im Handwerk 3.0“

Das Handwerk in Münster hat mobil gemacht. Rund 100 Firmen stellten sich am Donnerstagmorgen in der VIP-Lounge des Preußenstadions vor, wo diesmal keine Fußballer den Ballen ins Rollen brachten, sondern mehr als 700 Jugendliche. Sie „wühlten“ sich durch das vielfältige Arbeitsangebot bei der Aktion „Mach dein Ding im Handwerk 3.0“.

Mindestens 60 Ausbildungsplätze, sagte Organisator Jan-Hendrik Schade von der Kreishandwerkerschaft in Münster, stünden noch zum 1. August 2015 zur Verfügung. Die Kreishandwerkerschaft macht ihr Ding seit drei Jahren und umgarnt gemeinsam mit der Stadt Münster und dem SC Preußen Münster den Nachwuchs. Ein Erfolgsmodell, so Schade, der bei der Demonstration der Handwerker zunehmend mehr jugendliche Besucher verzeichnet. Gestartet wurde die Aktion mit 200 Gästen, jetzt hat sich die Zahl der Jugendlichen verdreifacht.

Die Schüler hätten am Donnerstagmorgen angesichts der vielen Ausbildungsangebote in Münster nur zuzupacken brauchen. Aber abgesehen davon, dass viele noch ein Jahr Schule vor sich haben, wissen etliche junge Menschen nicht so recht, welchen beruflichen Weg sie später einschlagen sollen. Wie Phillipp Bukowski. Irgendetwas mit der Natur soll es sein, sagte er. Der 15-Jährige denkt an den Gartenbau.

24 Innungen präsentierten sich

Exakt dafür war diese Aktion gedacht. Die Jugendlichen bekamen die Chance, sich unverbindlich umzusehen. Insgesamt 24 Innungen präsentierten sich.

Es gab Besucher, die gleich ihre Bewerbung in der Tasche hatten. So freute sich beispielsweise Bäckermeister Klaus Brüggemann von der Bäckerei Schrunz über einen jungen Mann am Stand, der ihm Infos in die Hand drückte, Interesse an einem Praktikum signalisierte und vor allem an dem Beruf des Bäckers. Auch Jana Strieker, Ausbildungsleiterin bei Beresa, freute sich über einen Bewerber.

Bekannte und unbekannte Berufsbilder

Jürgen Klein von der Sanitärinnung stellte fest, dass das Interesse an technischen Berufen stark zurückgegangen sei. Vielleicht auch deshalb, so vermuteten Daniel Rorege (Herber und Petzel) und Dirk Albrink (Wienker und Terdenge) am Nachbarstand, weil keiner beispielsweise etwas mit der Bezeichnung Mechatroniker für Kältetechnik anzufangen wisse. Auch Patrick Hölling kannte diesen Beruf vorher nicht. Jetzt ist er im dritten Lehrjahr bei Herber und Petzel und „sehr zufrieden“.

Ansteckend wirkte die Begeisterung von Yoke Roth für den Malerberuf. Die Abiturientin ist im zweiten Lehrjahr und findet ihren Beruf „toll“. „Man schaut zurück und sieht, was man geschaffen hat.“ Bei Axel Berkenbrock begann die Lehre als Raumausstatter mit der Bügelarbeit. „Sehr einseitig“, lautete sein Urteil, aber sonst, so der 18-Jährige, mache ihm der Beruf Spaß.

Bei den Tischlern wurde schwer gehobelt. Es sei schon schwierig, qualifizierten Nachwuchs zu bekommen, betonte Christoph Stratmann von der Firma Reers. Viele junge Leute nutzten den Beruf nur als Sprungbrett für ein Studium, bedauerte Stratmann.

Schlange standen die Jugendlichen bei den Bäckern und Konditoren. Dort gab es etwas Süßes. Er habe den Eindruck, sagte Bäckermeister Klaus Brüggemann, dass die Schulen die Jugendlichen besser auf eine solche Aktion vorbereiten könnten.

(WN)


 


 

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