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  • 18.06.2013, 10:39 Uhr
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  • Münster
Abfallwirtschaft

Abfallwirtschaftsbetriebe stellen fest - Wertstofftonne kommt in Münster an

Die bisherigen Tests mit einer Wertstofftonne in Münster laufen vielversprechend. Eine flächendeckende Einführung hätte aber zur Voraussetzung, dass auch die Finanzierung stimmt, da Verpackungen bislang separat über das Duale System entsorgt wurden.

Kunststoff ist Kunststoff – bei diesem Satz schüttelt jeder Chemiker den Kopf. Und jeder Abfallexperte auch: Denn es gibt nicht nur ganz unterschiedliche Kunststoffarten, sondern auch unterschiedliche Entsorgungswege.

Sei es der Gelbe Sack, in dem Verpackungen landen, weil deren Entsorgung bereits über den Grünen Punkt finanziert wird. Sei es die gebührenfinanzierte Restmülltonne, in der alles andere landet.

In Teilen von Kinderhaus und Gievenbeck sowie in Hiltrup-Ost testen die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) derzeit eine sogenannte Wertstofftonne, die den Gelben Sack ablösen kann. Diese Tonne mit orange-farbenem Deckel soll unter anderem Verpackungen aus Kunststoff und Metall, sonstige Kunststoffe, Textilien oder auch Elektrokleingeräte aufnehmen.

Ein erster Zwischenbericht zu dem über ein Jahr währenden Versuch fällt nach Auskunft der AWM positiv aus. Aus einem Bericht geht hervor, dass die Menge der erfassten Wertstoffe gegenüber früher gesteigert werden konnte. Überdies habe eine Befragung eine hohe Akzeptanz ergeben.

Kurz und gut: Die AWM könnten sich für 2015 eine flächendeckende Einführung der Wertstofftonne in Münster vorstellen. Der aktuelle Testbetrieb geht bis Ende des Jahres.

Wie AWM-Chef Patrick Hasenkamp auf Anfrage am Montag erklärte, setzt eine flächendeckende Umsetzung der Wertstofftonne eine Mitfinanzierung des Angebotes durch das Duale System Deutschland (DSD) voraus, das für den Grünen Punkt verantwortlich ist.

Zum Hintergrund: Die Gesetzeslage ist in dieser Angelegenheit noch unklar. Es gebe zwar ein Kreislaufwirtschaftsgesetz, so Hasenkamp. Gleichwohl fehle aber noch ein Wertstoffgesetz.

DSD und örtliche Entsorgungsunternehmen verfolgen teilweise sehr unterschiedliche wirtschaftliche Interessen. Überhaupt das Thema Geld: Auch der Gebührenzahler würde die Einführung einer Wertstofftonne zu spüren bekommen mit voraussichtlich etwa drei bis vier Euro je Nase und Jahr.

(Redaktion)


 


 

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