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  • 14.06.2013, 10:51 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Warendorf
Abzocke

Unseriöse Adress-Register - Abzocke per Brief

Sie sehen aus wie unscheinbare amtliche Schreiben – gräuliches Papier, gradlinig aufgebaut, sperrige Formulierungen. Doch hinter den Briefen der GWE-Wirtschaftinformations GmbH steckt eine deutschlandweit angelegte Masche.

Betriebe und Kleinstunternehmen bekommen dieses dubiose Eintragungsangebot für die Gewerbeauskunft-Zentrale.de zur Empfehlung der jeweiligen Firma, wie es in dem Schreiben heißt, das der Redaktion vorliegt. Denn auch in Warendorf gibt es wieder zunehmend Fälle.

Jens von Lengerke von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen empfiehlt Betroffenen, diese Schreiben genau zu prüfen und dann persönlich zu entscheiden, ob eine solche Eintragung sinnvoll sei. „Da dieses Angebot kostenpflichtig ist, sollte der Empfänger die Kosten und den Nutzen ganz genau prüfen. Meistens handelt es sich um Monatsangaben. Die summieren sich dann, vor allem, wenn der Vertrag über zwei Jahre angelegt ist“, weist der Fachmann auf die Gefahren hin.

Und genau so, wie von Lengerke es beschreibt, ist es bei dem Brief der Gewerbeauskunft-Zentrale.de. Als monatlicher Betrag wird im Kleingedruckten rund 40 Euro angegeben, die Mindestlaufzeit eines Vertragen beträgt 24 Monate, so dass für die Eintragung schlussendlich rund 960 Euro bezahlt werden muss. Die Umsatzsteuer ist darin noch nicht enthalten.

„Jeder muss individuell entscheiden, ob ihm diese Eintragung in eine Adressliste so viel Geld wert ist“, sagt von Lengerke, der Betroffenen bei der IHK beratend zur Seite steht. Jedem Unternehmen, das ein solches Schreiben bekommt, wird geraten, sich bei der Industrie- und Handelskammer zu melden. Dort werden die Daten gesammelt, und es können weitere Schritte eingeleitet werden.

Wer allerdings der Aufforderung folgt, das Formular der GWE unterschrieben zurückzufaxen, bekommt eine hohe Rechnung über mehr als 1.000 Euro, um zwei Jahre in dem Online-Branchenbuch der Gewerbeauskunft-Zentrale aufgelistet zu sein. Die Summe muss ein Jahr im Voraus gezahlt werden, steht im Kleingedruckten, dass die Empfänger aufmerksam lesen sollten.

Weitere Informationen erteilt die IHK Nord Westfalen. Hilfestellung und Ratschläge gibt auch der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität, wie Daniela Kreickmann von der Verbraucherzentrale mitteilt.

(Redaktion)


 


 

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