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  • 16.08.2013, 14:03 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Agentur für Arbeit

Erfolgreich im Beruf dank Hilfestellung

Die Abschlussprüfung hat er mit 2,7 bestanden und den Vertrag über eine unbefristete Festanstellung in seinem bisherigen Ausbildungsbetrieb in der Tasche: Christoph Sand (21), frisch ausgebildeter Gartenbauwerker aus Everswinkel, ist stolz auf sich. Und das kann er auch sein.

Denn vor der Ausbildung besuchte er eine Förderschule, weil seine Noten für eine Regelschule nicht ausreichten. Seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt sahen deshalb noch vor ein paar Jahren wenig rosig aus. Doch mit Hilfe der Arbeitsagentur Ahlen-Münster und dem Garten- und Landschaftsbetrieb Martin Wierbrügge in Everswinkel hat Christoph Sand jetzt nicht nur eine Ausbildung absolviert, sondern auch eine sichere berufliche Zukunft vor sich.

Damit hätte er selbst noch vor ein paar Jahren nicht gerechnet. Christoph Sand hatte Lernschwierigkeiten und besuchte deshalb eine Förderschule. Auf dem normalen Ausbildungsmarkt hätte er damit nur geringe Chance gehabt. Deshalb bekam er Hilfe von einem Reha-Berater der Arbeitsagentur Ahlen-Münster. „Die Reha-Berater gehen regelmäßig in die Förderschulen, um frühzeitig den weiteren beruflichen Weg zu ebnen“, erklärt Sandra Pawlas, Geschäftsführerin in der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „So können sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern überlegen, ob im Anschluss an die Schule schon eine Ausbildung realisierbar ist oder zur weiteren Förderung eine berufsvorbereitende Maßnahme in Frage kommt.“ Im Falle von Christoph Sand war es eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, in der er auf die Ausbildung zum Gartenbauwerker, einem speziellen Ausbildungsberuf für Menschen mit Handicap, vorbereitet wurde.

Im Rahmen dieser Maßnahme absolvierte Christoph Sand auch drei Praktika in verschiedenen Unternehmen, unter anderem auch im Garten- und Landschaftsbetrieb von Martin Wierbrügge. Hier gefiel es dem jungen Mann auf Anhieb, und auch der Inhaber war von ihm begeistert: „Christoph hatte von Anfang an eine sehr gute Hand im Umgang mit den Maschinen. Außerdem kann er gut selbstständig arbeiten und fügt sich hervorragend ins Team ein.“ Das Unternehmen bot ihm daraufhin einen Ausbildungsvertrag an. „Jeder, der arbeiten möchte, sollte auch eine Chance bekommen“, vertritt Martin Wierbrügge seine Überzeugung. Christoph Sand war deshalb auch schon der dritte Auszubildende mit Handicap, zwei weitere fangen im Oktober dieses Jahres an.

Kooperative Ausbildung als Chance

Da auch die Berufsausbildung nicht ohne theoretische Inhalte auskommt, erhielt Christoph Sand eine besondere Förderung. Im Rahmen der sogenannten kooperativen Ausbildung absolvierte er die berufspraktischen Ausbildungsteile bei Martin Wierbrügge und besuchte für die Theorie die Berufsschule. Zusätzlich erhielt er jedoch Stützunterricht und sozialpädagogische Betreuung durch einen Bildungsträger.

Doch nicht nur für die jungen Menschen ist diese Ausbildungsform eine Chance auf einen Abschluss. Auch der Kooperationsbetrieb hat durch die Ausbildung und gezielte Förderung der jungen Menschen Vorteile. Besonders im Bereich körperlich anstrengender Arbeit ist es heutzutage schwer, gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden. Der zunehmende Fachkräftebedarf sei in seiner Branche schon ein echtes Problem, erklärt Martin Wierbrügge. „Wir müssen also ausbilden, um die Zukunft unseres Unternehmens zu sichern.“ Deshalb beschäftigt das Unternehmen neben den Auszubildenden zum Gartenbauwerker aktuell fünf weitere Auszubildende zum Gärtner.

Hohe Motivation als Plus für den Arbeitgeber

„Die Auszubildenden aus der kooperativen Ausbildung sind häufig besonders motiviert“, sagt auch Marion Wierbrügge, die Ehefrau des Firmeninhabers, die vor allem für die Büroarbeit des Unternehmens zuständig ist. „Und in praktischen Dingen sind sie oft besser als unsere anderen Auszubildenden“, ergänzt sie. Es sei schön zu sehen, wie die jungen Menschen immer mehr Verantwortung übernähmen und stolz auf ihre Arbeit seien. So fuhr Christoph Sand während seines letzten Urlaubs bei „seiner“ Baustelle vorbei, um nach dem Rechten zu sehen – freiwillig. Das Unternehmen dankt ihm sein Engagement in mehrfacher Hinsicht: Neben einer unbefristeten Festanstellung motivieren die Wierbrügges Christoph Sand, den großen LKW-Führerschein zu machen und sein Einsatzgebiet damit zu erweitert – ein höher Stundenlohn inbegriffen.

Fragt man Christoph Sand danach, wo er sich in fünf Jahren sieht, ist die Antwort klar: „Hier bei Wierbrügge!“. Die Chancen dafür stehen sehr gut. Ermöglicht wurde diese berufliche Perspektive durch die gute Zusammenarbeit von Betrieb, Schule und der Agentur für Arbeit. Martin Wierbrügge ist überzeugt: „Christoph wäre nie dahin gekommen, wo er ist, wenn es diese Maßnahme nicht gegeben hätte“.

(Redaktion)


 


 

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