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  • 09.12.2015, 10:53 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Agentur für Arbeit

Fachdialog zum Arbeitsmarkt

Die Chancen und Herausforderungen, die in der Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit für Münster und das Münsterland liegen, waren Thema des Dialogs, zu dem Agenturleiter Joachim Fahnemann den Landtagsabgeordneten Thomas Marquardt (SPD) in die Arbeitsagentur Ahlen-Münster eingeladen hatte.

„Viele Flüchtlinge, die zu uns kommen, bringen eine hohe Motivation und berufliche Vorerfahrungen mit und möchten sich gerne schnell in den Arbeitsmarkt integrieren“ berichtete Fahnemann. „Daher ist es wichtig, den Blick auf die Kompetenzen, Erfahrungen und Potentiale zu richten, die diese Menschen mitbringen“, so der Agenturchef. Die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster hat deshalb das Programm „Early Intervention“ eingeführt und ein eigenes Team gebildet, das sich intensiv um Flüchtlinge kümmert. In sogenannten Integration Points informieren die Flüchtlingsberater der Arbeitsagentur in enger Kooperation mit der Stadt Münster und weiteren lokalen Partnern Asylsuchende mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit bereits während des laufenden Asylverfahrens. So wird diese Zeit für Beratung und Qualifizierungen genutzt. „Gute Deutschkenntnisse sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in Arbeit. Für uns ist es deshalb vorrangig, den Betroffenen das Erlernen der deutschen Sprache zu ermöglichen“, so Fahnemann. Die Bundesagentur für Arbeit hat dazu im laufenden Jahr zusätzliche Mittel für Basis-Sprachkurse für bis zu 100.000 Menschen bereitgestellt.

Basis-Sprachkurse sind eine gute Investition

Aus Sicht von Thomas Marquardt ist das eine gute Investition: „Für die Integration in unsere Gesellschaft ist es von zentraler Bedeutung, die Sprache zu beherrschen und hier Arbeit zu haben“. Wenn es zusätzlich gelinge, die Menschen auszubilden und zu qualifizieren, sei die Zuwanderung von Flüchtlingen ein Gewinn für die Region. „Arbeitgeber berichten mir immer wieder, wie schwierig es zum Teil bereits ist, qualifiziertes Personal zu finden. Hier liegen also auch Chancen für unsere Wirtschaft“. Mehr als zwei Drittel der Flüchtlinge sind unter 30, mehr als die Hälfte sogar unter 25. „Dann ist die Bildungskarriere noch am Anfang. Es gibt hier sehr viel Potential, um die fehlenden Ausbildungsabschlüsse zu erwerben“, erläuterte Fahnemann. Zugleich machte er deutlich: „Wir sollten aber realistisch sehen, dass wir vor großen Herausforderungen stehen. Viele Menschen, die heute als Flüchtlinge zu uns kommen, sind also oft nicht die Fachkräfte von morgen, sondern eher von übermorgen.“

Asylsuchenden die Integration erleichtern

Um Asylsuchenden die Integration zu erleichtern, haben die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster und die Stadt Münster vor wenigen Wochen einen sogenannten „Integration Point“ eröffnet. Im Integration Point erhalten Asylsuchende unter einem Dach alle für sie wichtigen Informationen sowie die Beratung zu Sprachkursen, Ausbildung, Arbeitsmarkt und Qualifizierung. „Das ermöglicht einen schnellen Austausch unter allen beteiligten Behörden, Organisationen und ehrenamtlichen Helfern“, erklärte Fahnemann. SPD-Politiker Marquardt lobte die innovative und strukturierte Vorgehensweise, mit denen die Flüchtlingsberater der Arbeitsagentur gemeinsam mit ihren Partnern auf die Asylsuchenden zugehen: „Die große Zahl an Flüchtlingen kann nur erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden, wenn sich alle vor Ort gut vernetzen. Daher ist die Einrichtung der Integration Points in Münster und im Kreis Warendorf vorbildlich.“

(Arbeitsagentur Ahlen-Münster)


 


 

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