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  • 04.02.2015, 08:36 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Agrar-Unternehmertage 2015

Agrar-Messe zum zehnten Mal in der Halle Münsterland

Kurt Volbrachts Währung sind Adressen und Kontakte. Die wird der Landmaschinenmechanikermeister aus Senden-Bösensell vier Tage lang sammeln. „Und manchmal verkauft man auch direkt noch eine Maschine“, berichtet er. Volbracht ist für die Firma „Hubert Brinkmann“ auf den Agrarunternehmertagen und steht am Dienstag noch mit freudiger Erwartung auf die nächsten Tage am Messestand.

Mehr als 300 Aussteller haben sich seit Dienstag in der Halle Münsterland versammelt, mehr als 30.000 Besucher werden bis einschließlich Freitag erwartet. „Anstrengend sind Messen immer, ob sie gut ist, können sie mich am Freitag fragen“, sagt Volbracht. So eine Messe, das sei Werbung „und lässt sich schwer messen“. Außer die Zahl der neuen Kontakte, die vielleicht einmal auf die Dienste zurückgreifen und knapp 15.000 Euro für eine Kurzscheibenegge oder ein anderes landwirtschafliches Gerät ausgeben.

Aber die Messe in Münster, die sei schon ganz gut, sagt Volbracht und spricht ganz so, wie WLV-Präsident­ Johannes Röring es hören möchte. Der hat nämlich kurz vorher – Volbracht hat es nicht gehört, er war an seinem Stand – erklärt, dass die Agrarmesse für die Region nicht zu unterschätzen sei. Deshalb hat der WLV auch die ideelle Trägerschaft übernommen. „Über 50 Prozent der Veredlungsbetriebe Nordrhein-Westfalens liegen im Münsterland“, sagt Röring. Mit gut 18.000 Beschäftigten sei die Ernährungswirtschaft die zweitwichtigste Branche der Region in Sachen Arbeitsplätze. „Das geht vom Ackerbau, Logistik über den Bau von Tierhaltungssystem bis hin zur Beratung und Verarbeitung“, sagt er. Und zahlreiche bundesweit bekannte Firmen, die in dem Konzert mitspielen, gibt es auch in dieser Region.

Landwirtschaft ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor

Aber Röring sieht nicht nur den Wirtschaftsfaktor. „Wir stellen uns auch den Fragen der Gesellschaft“, sagt der Bauernpräsident. Zum Beispiel der Frage, wie man mit den Tieren umgehe. Röring: „Es gibt Dinge, über die müssen wir reden.“ Die Aktion Tierwohl ist so ein Ding, über das Röring in den vergangenen Monaten gerne und immer wieder redet.

Auch am Dienstag trommelt er für die Aktion, die im April in die Einzelhandelsmärkte einzieht. Die Diskussion über den Wert von Lebensmitteln findet er positiv. „Ich finde es gut, wenn die Leute sich wieder für das täglich Brot interessieren.“

Und die Landwirte wollen ihren Teil dazu beitragen und die Menschen mitnehmen, ist er überzeugt. Trotz einer derzeit nicht einfachen Marktsituation würden viele Landwirte investieren wollen. „Das sind vor allem Veredlungsbetriebe, die sich auf die Umsetzung der Tierwohlkriterien und das Audit vorbereiten.“

Zu diesem Schwerpunktthema bieten die Unternehmertage etliche Neuerungen. Und wer sich umgeschaut hat, der nutzt die Zeit, um sich einen der zahlreichen Vorträge anzuhören: Ob Kupierverzicht und Ringelschwanz, EEG-Novellierung, erneuerbare Energien oder Milchquotenende – die Liste der Angebote für die Interessierten bis Freitag ist lang.

Geöffnet ist die Messe in der Halle Münsterland bis Freitag täglich von 13 bis 22 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene zwölf Euro.

(Uwe Renners, WN)


 


 

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