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  • 24.05.2013, 11:10 Uhr
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  • Münster
Aktionärsversammlung

Ziemlich trübe Stimmung bei United Labels Aktionären

Das schlechte Geschäftsergebnis des letzten Jahres trübte die Stimmung unter den Aktionären. Auch wenn der Aufsichtsrat das Unternehmen wieder „auf gutem Kurs“ sieht, fragten viele Anleger, wie es weitergeht und wann wieder schwarze Zahlen zu erwarten sind.

Die Stimmung der Aktionäre von United Labels in Münster ist vergleichbar mit dem Wetter: trüb, mies und regnerisch. „Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben“, sagt Bernhard Goldbeck. Der Mann besitzt Aktien von United Labels in Münster und besuchte darum am Donnerstag die Hauptversammlung des Unternehmens in der Halle Münsterland.

Natürlich erkundigten sich die Aktionäre, wie es im vergangenen Jahr zu dieser desaströsen Schieflage des Lizenzspezialisten für Comicware kommen konnte. „Die Gesellschaft hat 20 Millionen Kapital vernichtet“, kritisierte ein Kleinaktionär aus Gütersloh. „Welche Lehre zieht das Unternehmen aus diesem Fall“, fragte ein Anleger. Wann schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen? Schwarz geärgert hätten sie sich genug, so ein Redner.

„Unternehmen wieder auf gutem Kurs“

Gleichwohl aber fiel das Votum der Aktionäre zugunsten des Vorstands Peter Boder und Albert Hirsch aus. Die Wahlen für den Aufsichtsrat gingen problemlos über die Bühne: Gert-Maria Freimuth, Frank Rohmann und Otto E. Umbach. Wobei Freimuth als Vorsitzender betonte, dass sie als Aufsichtsrat den Eindruck gewonnen haben, dass das Unternehmen wieder auf gutem Kurs sei. „Wir sind aber nicht in der Lage zu beantworten, wie sich die Märkte entwickeln.“

Seine Viertelstunde hatte zu Beginn der Hauptversammlung geschlagen, als er die Aktionäre mit Regularien „versorgte“. Peter Boder als Vorstandschef erklärte, wie es zum Minus kommen konnte. Er berichtete über die Geschäfte mit der französischen Groupe Montesquieu und insbesondere mit dem Geschäftsführer Delannoy und sprach von höchst krimineller Energie, von gefälschten Dokumenten und Markenpiraterie. Das Verkaufsvolumen, das an United Labels vorbeiging, betrug demnach rund zehn Millionen Euro.

Als der Deal in Frankreich aufflog, habe United Labels gehandelt – und gespart. Ein externes Lager sei aufgegeben worden, um rund 400.000 Euro Mietkosten zu sparen. Die Konzernstruktur sei erheblich vereinfacht worden. Standorte in Italien und England wurden aufgegeben. Boder berichtete von schmerzlichen Personaleinschnitten.

Der Vorstand erläuterte sein Restrukturierungsprogramm und berichtete von neuen Projekten mit den Figuren „Turtels“ und „Mia and Me“. Boder gab sich vor den 450 von 550 angemeldeten Aktionären zur Hauptversammlung zuversichtlich. Viele fragten, wie geht es weiter?

„Ich glaube, es ist vielleicht die letzte Hauptversammlung“, Aktionär Heinz Heimann aus Lünen klang pessimistisch. Er sei vorsichtig bei United Labels eingestiegen, „das war auch gut so“. Mike Queder, der Aktien als Anschauungsmaterial für die Azubi -Ausbildung gekauft hat, brachte Tobias Richter mit. Für den angehenden Versicherungskaufmann war der Termin eine spannende Lehrstunde.

(Redaktion)


 


 

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