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  • 10.04.2015, 09:34 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Alexianer-Bauprojekt

Neubau eines Tagungshotels am Kappenberger Damm

Was auf den ersten Blick wie ein Leuchtturm wirkt, ist eigentlich ein ausgedienter Wasserturm. Doch das Wahrzeichen der Alexianer in Amelsbüren soll künftig Übernachtungsgäste zum geplanten Tagungshotel locken – und am Besten bereits von der Autobahn den Weg zum „Hotel am Wasserturm“ weisen. Eröffnung ist voraussichtlich im Februar des kommenden Jahres.

Die Lage des Hotels kann man getrost außergewöhnlich nennen. Der Klinkkomplex der Alexianer steht seit mehr als 125 Jahren auf der sprichwörtlichen grünen Wiese. Jedoch: „Die neue Autobahnabfahrt Münster­Hiltrup spielt uns in die Karten“, sagt der Alexianer-Geschäftsführer Stephan Dransfeld. Und beispielsweise für Klausurtagungen ist ein Ort im Grünen keine schlechte Wahl. Auch andere Zielgruppen hat der designierte Hoteldirektor Bernd Kerkhoff im Visier. Naheliegend sind Angehörige, die Patienten im Alexianer-Krankenhaus oder in den Wohngruppen für psychisch kranke Menschen besuchen wollen. Das Drei-Sterne-Hotel soll auch Familien ansprechen, die zum Beispiel ein Kind mit Behinderungen haben: Das Alexianer-Gelände mit seinem Sinnesgarten und dem Kunsthaus Kannen ist komplett barrierefrei.

„Hotel am Turm“ als Integrationsbetrieb

Eine weitere Besonderheit: Das „Hotel am Turm“ mit seinen 57 Betten wird ein Integrationsbetrieb. Von den 15 neu geschaffenen Arbeitsplätzen werden fünf von Menschen mit geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderungen besetzt. „Die Menschen mit Behinderungen bekommen das gleiche Gehalt wie die Nicht-Behinderten“, sagt Dransfeld. „Im besten Fall bemerken die Gäste nicht einmal, dass wir ein Integrationsbetrieb sind.“ Das Hotel muss auf dem freien Markt bestehen.

3,7 Millionen Euro werden in den Bau investiert. Während unter dem Wasserturm, der übrigens weder bewohnbar noch denkmalgeschützt ist, Hotelgäste einziehen, wurde das benachbarte Waschhaus abgerissen, um Platz für das Tagungszentrum zu schaffen. Die alten Fundamente waren zu morsch, um nur zu sanieren.

Die Alexianer Holding will mit dem Hotel-Projekt ein Stück Normalität auf das Klinikgelände bringen. Man könnte sagen: Das ist Inklusion, nur dieses Mal andersherum. Anstatt die Patienten in die Stadt zu fahren, kommt die Stadt zu den Patienten.

(Markus Lütkemeyer, WN)


 


 

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