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  • 25.02.2015, 08:47 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Alternative Brauer-Szene

Drei Hobby-Brauer gegen die Großbrauereien

Ob man es mag oder nicht: Die Bier-Auswahl in den meisten Clubs, Kneipen und Restaurants ist oft austauschbar. Fast immer die gleichen Sorten, und wenn sie mal anders heißen, kommen sie meist doch von einem der wenigen großen Hersteller.

Als Gegenbewegung zu den omnipräsenten Massenbieren hat sich vor allem in den USA in den letzten Jahren eine kreative Craft-Beer-Szene entwickelt: junge Brauer, die ihr eigenes Bier brauen und das ganze als Handwerk (Craft) verstehen. Mittlerweile gibt es auch in Münster eine junge, alternative Brauer-Szene. Drei Bier-Fans machen nun ihr Hobby zur Profession: Marc Pinnekamp, Ingo Meister und Marcus Vortkamp haben sich zusammengetan, um nicht nur Bier herzustellen – was sie schon seit einigen Jahren für den Eigenbedarf in der Küche tun –, sondern auch zu verkaufen. „Läuterwerk GmbH“ heißt ihr Unternehmen – beim Läutern trennen Brauer die flüssigen von den festen Bierbestandteilen. „Läuterwerk“ soll auch ihr Bier heißen, das sie demnächst auf den Markt bringen wollen.

Mit einem Bierbraukurs fing alles an

Hauptberuflich arbeiten die drei im IT-Bereich, und das wollen sie auch in Zukunft tun, sagt Meister. „Die Brauerei soll als Hobby nebenher laufen.“ Ein Hobby allerdings, das sie mit der Einrichtung einer echten Brauerei nun auf professionelle Beine stellen. „Ich war vor ein paar Jahren im Internet rein zufällig darauf gestoßen, dass man Bier selbst brauen kann“, sagt Meister. Daraufhin entschied er sich, einen Bierbraukurs zu machen – und begann, in der heimischen Küche die Theorie in die Praxis umzusetzen.

„Ich habe noch keine zwei gleichen Biere gebraut“, sagt Ingo Meister. Von Indian Pale Ales (IPA) über Ales und Stouts habe er inzwischen zahlreiche Sorten ausprobiert. Die meisten Biere, die man abends in der Gastronomie serviert bekommt, sind nach Meisters Einschätzung eher „geschmacksneutral“. „Sehr stark Mainstream, keine großen Variationen“, urteilt Meister über die deutschen Massenbiere, deren Sorten man oft kaum auseinanderhalten könne.

Brauen aus Leidenschaft

Von dieser Erkenntnis war es zum Entschluss, es selbst besser zu machen, kein großer Schritt mehr. Der Geschmack der selbst hergestellten Sorten sei schon bald „herausragend“ gewesen, sagt Meister – und kaum mehr mit industriell gefertigten Bieren zu vergleichen. Verkaufen durften die drei diese Biere nicht, nur zu Hause ihren Bekannten auftischen. Als auch die begeistert gewesen seien, entschlossen sich die drei, Bier für den Verkauf herzustellen.

An der Hammer Straße wollen sie voraussichtlich ab April ihr Bier herstellen – und in Flaschen und Fässer abfüllen. Die Brauanlage fasst 500 Liter. Mit potenziellen Anbietern aus der Gastronomie sei man bereits in Kontakt, sagt Meister. Er ist davon überzeugt, dass die Nachfrage nach handwerklich erzeugten, geschmackvollen Bieren groß ist.

Dass die drei reich werden mit ihrem Projekt, glaubt er allerdings nicht. Das sei aber auch gar nicht das Ziel ihrer Brauerei: „Wir wollen einfach gutes Bier herstellen, an dem die Leute Freude haben“, sagt Meister. Für ihn und seine Mitstreiter sei das Brauen eine „Leidenschaft“ – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

(Martin Kalitschke, WN)


 


 

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