Weitere Artikel
  • 03.06.2014, 10:31 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Angriffe aus aller Welt

Schutz vor Wirtschaftskriminalität

Wohnungseinbrüche, Trickbetrügereien, Diebstahl, es sind beinahe alltägliche Verbrechen – so erschreckend das auch ist. Weit weniger alltäglich erscheint da der Bereich der Wirtschaftskriminalität.

Wirtschaftskriminalität verursacht laut Bundesinnenministerium (BMI) in Deutschland regelmäßig etwa die Hälfte aller durch Straftaten entstehenden Schäden, obwohl sie nur etwa ein bis zwei Prozent aller Straftaten ausmacht. Der durch diese Fälle verursachte Schaden belief sich deutschlandweit im Jahr 2011 auf rund 4,1 Milliarden Euro (BMI). Wohlgemerkt, hierbei handelt es sich lediglich um die in der polizeilichen Kriminalstatistik registrierten Straftaten. Über die Dunkelziffer kann nur gemutmaßt werden.

Ein Grund, warum nicht so viel über diese Art der Kriminalität bekannt ist: Die Firmen reden häufig nicht gerne darüber, schließlich gewährt man gleichzeitig einen Einblick, in welchen Bereichen man angreifbar ist. Man treffe natürlich bestimmte Sicherheitsmaßnahmen, aber sprechen wolle man darüber lieber nicht, heißt es etwa von einer großen Firma im Raum Telgte, die in diesem Zusammenhang lieber ungenannt bleiben möchte.

Auskunftsfreudiger ist das Unternehmen Winkhaus. Vor allem im Produktionsbereich werde vieles geheim gehalten, erklärt Marketingleiter Tobias Bar­telt. So seien etwa Fotos in diesem Bereich verboten. Denn stets bestehe die Gefahr, dass hochwertige Technologien nachgebaut und gewisse Fertigungsprozesse kopiert würden. Denn, wenn das Wissen den Firmenbereich erst einmal verlassen hat, ist das Kind zumeist schon in den Brunnen gefallen: „In Asien kann man dann natürlich günstiger produzieren“, sagt Bartelt. Doch auch im Nachhinein werde kontrolliert und genau geschaut, was auf den Markt komme. Winkhaus etwa hat eine eigene Abteilung, die sich um den Schutz der firmeneigenen Patente kümmert.

Schutz digitaler Daten immer wichtiger

Das Firmengelände und die Produkte sind jedoch nur zwei Bereiche, die abgesichert werden müssen. Mit dem Siegeszug des Internets haben auch digitale Daten einen großen und häufig relativ leicht erreichbaren Wert bekommen.

Die Telgter Firma Avency, die als sogenannter Webhoster für ihre Kunden Internetspeicher anbietet, hat aus der Not eine Tugend gemacht und sich auch auf die Sicherheit ihres Angebots spezialisiert. Und dabei wird das Ausmaß der Angriffe über das Internet in seinem vollen Umfang ersichtlich. Auf Bildschirmen der Firma lassen sich die Hackerangriffe auf das Avency-Rechenzentrum, dass sich die Firma mit anderen Anbietern teilt, live verfolgen. Unaufhörlich rattern die abgeblockten Angriffe über den Bildschirm. Ein kleines Fähnchen zeigt das Ursprungsland der unerlaubten Anfrage. Bis zu 60 sind es in der Sekunde in Spitzenzeiten. Häufig handelt es sich dabei um automatisierte Anfragen, die den Internetkriminellen erst einmal zeigen sollen, wo Sicherheitslücken sind und was es dort zu holen gibt. Das seien Bots, die häufig von sogenannten Zombie-PCs, also privaten Computern, die für kriminelle Zwecke missbraucht werden, ihre Anfragen verschicken, erklärt Hendrik Walter, IT-Director bei Avency. „Häufig wissen vor allem private Nutzer gar nicht, dass ihr Computer als Zombie-PC genutzt wird“, sagt Walter.


 


 

Datenschutz
Kriminalität
Angriffe
Straftaten
Schutz
Firma
Wirtschaftskriminalität

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Datenschutz" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: