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  • 30.01.2015, 08:34 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Angst um die Geldströme

Nach PayPal-Offensive schmieden die Sparkassen an einer E-Payment-Lösung für die Kommunen

Die Sparkassen in NRW wittern Ungemach. PayPal, auf dem Feld der elektronischen Bezahlsysteme ganz vorne unterwegs, umwirbt nun auch die Kommunen im Land. Die sollen auf dem Weg zur Umsetzung ihrer Online-Dienste und der damit verbundenen Bezahlung via Internet (E-Government und E-Payment) auf die Seite des Tochterunternehmens von Ebay gezogen werden.

Manch eine Stadt hat sich wegen der einfachen Abwicklung bereits auf PayPal eingelassen. Ohne zu ahnen, dass sie indirekt damit der von ihr mitgetragenen Sparkasse vor Ort schadet. Denn unter anderem verlässt das Geld auf dem Weg zu PayPal für eine kurze Zeit den regionalen Geldkreislauf.

Eine attraktive Alternative unter dem Sparkassendach ist gefragt. Und zwar schnell, weil das schon Mitte 2013 auf Bundesebene auf den Weg geschickte E-Government-Gesetz bald auch in Nordrhein-Westfalen in Kraft treten könnte. Längst redet die Landesregierung auch auf diesem Sektor vom „digitalen Aufbruch“.

Seit Wochen führen jetzt die beiden Sparkassenverbände in NRW Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden und laden die Experten der 105 Sparkassen im Land zu Veranstaltungen ein. Man will, so die Hauptzielrichtung, das Wachstumsfeld des digitalen Zahlungsverkehrs nicht den Bezahl-Providern überlassen. Die Sparkassen, so hieß es kürzlich auf dem Finanzinformatik-Forum in Frankfurt, müssten deshalb auch ein hohes Interesse daran haben, die kommunalen Belange zu bedienen und natürlich die örtlichen Kunden zu binden.

Keine generelle Lösung für ein bundesweites Vorgehen

Die Sparkassen, so erläutert auf Anfrage ein Sprecher des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, haben unter anderem aber das Problem, dass es keine generelle Lösung für ein bundesweites Vorgehen gibt. „In Nordrhein-Westfalen werden rund 400 Kommunen von 105 Sparkassen betreut. Diese 400 Kommunen greifen dabei auf 28 Rechenzen­tren zurück.“ Koordinationsleistung ist gefragt. Die Städte und Gemeinden müssen mit ihren Rechenzentren auch darüber sprechen, wie sie E-Payment im Zusammenhang mit effizienten digitalen Dienstleistungen umsetzen können.

Mit Unterstützung ihrer Verbände bieten die Sparkassen den Kommunen „GiroCheckout“ an. Ein auf den Bedarf zugeschnittenes E-Commerce-Angebot des Providers GiroSolution. Dessen Dienst als Zahlungslogistiker nutzen schon heute über 150 Sparkassen in Deutschland. Die Partnerschaft mit der Finanzgruppe kommt nicht von ungefähr. Vorstand Hermann Stengele war selbst viele Jahre Sparkassenchef in Süddeutschland.

„Giro-Checkout“ als Lösung im Blick

Nach Angaben des Verbandes hat sich die Sparkassenorganisation in weiten Teilen bereits für „Giro-Checkout“ als Lösung ausgesprochen. Zurzeit sei man dabei, „einen schlanken und effizienten Prozess im Rollenmodell zwischen GiroSolution, Regionalverbänden und Sparkassen zu schaffen“.

Durchaus ins Bild passt hier die frische 80-Prozent-Beteiligung des Deutschen Sparkassenverlag (DSV) an Payone in Kiel. Dieses Unternehmen bietet die vollautomatisierte Abwicklung aller Zahlungsprozesse im E-Commerce an. Mit einem Transaktionsvolumen von rund drei Milliarden (2013) gehört Payone schon heute zu den größten konzernunabhängigen deutschen Anbietern von Zahlungsservices. Mit der Sparkassen-Finanzgruppe im Rücken soll es weiter nach oben gehen – gegen PayPal.

(Wolfgang Kleideiter, WN)


 


 

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