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  • 11.12.2014, 08:55 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Apothekerkammer

Seit 8 Jahren sinkt die Zahl der Apotheken in Westfalen-Lippe

Die meisten von ihnen wollen „Menschen helfen“, stattdessen müssen sie sich mit Notdiensten, Krankenkassen, Personal- und rechtlichen Fragen herumschlagen. Kein Wunder, dass junge Apotheker nicht mehr bereit sind, eine Apotheke zu übernehmen.

„Der Blumenstrauß an Aufgaben ist zu groß“, sagt Gabriele Regina Overwiening, Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Am Rande der Herbstsitzung des Apothekerparlaments am Mittwoch in Münster berichtete sie, dass sich in diesem Jahr gerade noch vier Pharmazeuten entschlossen haben, eine Apotheke zu führen.

In den vergangenen acht Jahren sei die Zahl der Apotheken in Westfalen-Lippe immer gesunken: 2012 und 2013 um 107 auf 2077. Ein extremes Beispiel ist Ahlen. Dort gibt es nur noch zwölf Apotheken, 2012 waren es noch 16. Oft müssten Apotheker hinnehmen, dass sie vor allem auf dem Land keinen Nachfolger finden. Ein „schmerzlicher Schritt“, sagt Kammergeschäftsführer Andreas Walter, auch, weil sie durch das Schließen der Apotheke einen Teil der Altersversorgung verlieren.

Dort, wo sich Ärzte zurückziehen, müssten gerade die Apotheken noch gehalten werden, wirbt Overwiening, damit noch eine Säule des Gesundheitswesens erhalten bleibt. Damit zum Beispiel Patienten wegen eines Rezepts nicht zig Kilometer zum nächsten Arzt fahren müssen, sollen Apotheker Rezepte verlängern können. Das ist ein Teil des Perspektivpapiers „Apotheke 2030“, das am Mittwoch in Münster diskutiert wurde.

(Stefan Werding, WN)


 


 

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