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  • 21.10.2013, 11:32 Uhr
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  • Münster
Arbeiten am Rathausdach

1.600 Quadratmeter Fangnetze sichern Handwerker

Noch zeigt sich die Rückseite des Rathauses so verpackt, als hätte Künstler Christo höchstpersönlich seine Hand im Spiel gehabt. Doch pünktlich zum 11. November fallen Plastikbahnen und Gerüste und geben den Blick wieder frei auf Münsters Wahrzeichen.

Kaum sechs Wochen dauert das neue Eindecken der über 1.000 Quadratmeter großen Dachfläche. Und das in fast 35 Metern Firsthöhe - eine Herausforderung auch für gestandene Handwerker. Wind und Wetter hatten ihre Spuren hinterlassen in den vergangenen knapp 60 Jahren seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg. Abplatzender Mörtel an den noch in alterhergebrachter Weise verankerten Dachziegeln riss immer wieder neue Löcher. Ärgerliche Folge: Feuchtigkeit und Nässe im historischen Gebäude mit seinen Zwischendecken aus Holz und Fehlalarm der Rauchmelder.

Damit ist jetzt Schluss. "17.000 neue Dachpfannen werden Rathaus, Friedenssaal und Rüstkammer viele Jahrzehnte verlässlich behüten", sagt Projektleiterin Annegret Mantke vom federführenden städtischen Amt für Immobilienmanagement. Entschieden habe sich die Stadt, in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt, für traditionelle Formziegel aus Ton. Eine wasser- und winddichte Unterspannbahn, die unter den Pfannen eingezogen wird, sorgt für zusätzlichen Schutz.

Windsog-Sicherung für Steildach

Das gilt auch für die Verankerung der neuen Bedachung. Das Dach über Münsters Rathaus mit seiner steilen 53 Grad Neigung muss Unwetter und Stürmen trotzen. Jede einzelne der 17.000 Dachpfannen klammern die Mitarbeiter der münsterschen Firma Neumann also von Hand mit kleinen Klammern fest - den „Windsogsicherungen“ - so verlangen es Statik und Sicherheitsvorschriften. Selbst die von Berufswegen schwindelfreien und trittsicheren Dachdecker werden auf dieser besonderen Baustelle besonders geschützt. Annegret Mantke: „Wir haben durch einen Höhenkletterer Fangnetze unter den gesamten Dachstuhl spannen lassen. Die Sicherheit für die Handwerker geht vor.“

Fugenarbeiten und Ausbau der Bleiverglasung

Insgesamt 140.000 Euro investiert die Stadt in die Baumaßnahme, Landesmittel aus dem NRW-Denkmaltopf sind beantragt. Das 1.600 Quadratmeter große Fassadengerüst an der Ostwand nutzt das Amt für Immobilienmanagement trotz des eng gesteckten Bauzeitenplans für Fugenarbeiten am Giebel. Es ersetzt stark verwitterte Verblendsteine und dichtet die Fenster mit ihren Bleiverglasungen neu ab. Überdies gibt es einen gründlichen Check aller Rauchmelder. Spätestens am 11. November räumen die Handwerker das Feld und machen Technikern Platz: Diese kümmern sich dann nicht um Rathaus, sondern nehmen den Aufbau des Weihnachtsmarktes in Angriff.

(Stadt Münster)


 


 

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