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  • 15.11.2012, 10:36 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Arbeitsmarkt

Mamba bringt Migranten in Arbeit

Beispielhaft: Amir Pirzad gelang dank der Initiative "Mamba" der Neustart als Installateur. Dieses Programm verhalf bereits 160 Flüchtlingen zu einer Anstellung.

Amir Pirzad aus dem Iran ist 35 Jahre alt und hätte fast aufgegeben. So steinig und frustrierend war die Jobsuche. Immer wieder gab es Rückschläge. Seine Ausbildung wird in Deutschland nicht anerkannt. Mögliche Arbeitgeber sprangen ab. Mangelnde Sprachkenntnisse, so eine Begründung, die nicht ganz glauben mag, wer den ruhigen und freundlichen Mann reden hört. Dank "Mamba", einer Initiative der GGUA Flüchtlingshilfe, der Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung (GEBA), des Handwerkskammer-Bildungszentrums (HBZ), des Jugendausbildungszentrums der Caritas (JAZ) und des städtischen Jobcenters hat es nun doch noch geklappt: Pirzad absolviert eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei einem münsterschen Fachbetrieb. Und es läuft gut, sagt Jobcoach Agnieszka Dudek, die ihn jetzt im Betrieb besucht hat.

Seit eineinhalb Jahren betreut sie Amir Pirzad in dem Qualifizierungsprogramm, das sich speziell an arbeitsuchende Menschen nach einer Flucht und mit unsicherem Aufenthaltsstatus richtet. "Eine tragfähige Vertrauensbasis ist absolut wichtig", sagt die erfahrene Mitarbeiterin des Jobcenters. Nur so kann es gelingen, vor dem Hintergrund der persönlichen und familiären Situation der Kunden eine Jobperspektive zu schaffen. Denn wer aus seiner Heimat geflohen ist und über Monate oder Jahre nicht weiß, wie und wo das Leben weiter geht, hat es bei der Arbeitssuche nicht leicht.

Genauso ging es Pirzad. Im Jahr 2008 mit seiner Frau nach Deutschland eingereist, war er kurz vor der Geburt seines ersten Kindes in Sorge, nicht aus eigener Kraft für die junge Familie sorgen zu können. Und das trotz abgeschlossener Ausbildung und mehrjähriger Berufspraxis als Installateur in seiner Heimat. Mit Unterstützung des Jobcenters schaffte er den Integrationskurs, lernte die Sprache und absolvierte eine Maßnahme zum beruflichen Neustart bei der GEBA.

"Es muss auf beruflicher Ebene passen", betont Arbeitsvermittler Michael Wichtrup vom HBZ, der letztlich den Kontakt zum jetzigen Ausbildungsbetrieb herstellte. "Dafür bringen wir Qualifikationen und Wünsche der Teilnehmer mit den Stellenanforderungen und den Fördermöglichkeiten der Betriebe zusammen."

Jobcoach Dudek vom Jobcenter hielt die Fäden in der Hand, führte zahlreiche intensive Beratungsgespräche mit Amir Pirzad und begleitete ihn Schritt für Schritt in Richtung Wunschberuf. "Wenn Herr Pirzad die Ausbildung schafft, hat er glänzende Perspektiven", weiß Dudek. "Wir brauchen dringend Facharbeiter." Gut 160 arbeitsuchende Flüchtlinge haben mit Hilfe von "Mamba" seit Ende 2010 eine Arbeits-, Ausbildungs- oder Qualifizierungsstelle gefunden.

(Redaktion)


 


 

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