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  • 21.11.2013, 09:26 Uhr
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  • NRW / Münsterland
Arbeitsmarkt

Politik und Jobcenter reagieren nicht auf gestiegene Lanzeitarbeitslosenzahlen

Der Vorwurf wiegt schwer: Die Politik habe die Langzeitarbeitslosen aus dem Blick verloren, kritisieren die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW.

Die Zahl der Betroffenen sei landesweit von Oktober 2009 bis Oktober 2013 um 25 Prozent auf 323.000 gestiegen, erklärte Hermann Zaum, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, am Mittwoch in Düsseldorf. „Das Problem verfestigt sich.“ Doch weder Politik noch Jobcenter reagierten darauf. „Aus unserer Sicht ist das ein Skandal und ein Zeichen arbeitsmarktpolitischer Ignoranz“, spitzte Zaum die Kritik zu.

Die Wohlfahrtsverbände fordern einen Sozialen Arbeitsmarkt mit geförderten Stellen. Wer länger ohne Job sei, habe bei Arbeitgebern kaum Chancen, sagteZaum. „Deshalb brauchen wir eine Brücke von der verfestigten Langzeitarbeitslosigkeit in den ersten Arbeitsmarkt.“

Die amtliche Arbeitslosenstatistik verschweige die Probleme, rügen die Wohlfahrtsverbände. Vierteljährlich wollen sie künftig eine eigene Gewichtung vorlegen. Die Zahl der Menschen mit Unterbeschäftigung zeichne ein ehrlicheres Bild, weil auch Kranke und Arbeitslose über 58 Jahren erfasst würden, erklärte der Koblenzer Sozialwissenschaftler Stefan Sell.

Im Oktober lag die Zahl bei 936.000 – 187.000 Menschen mehr als die Statistik nennt. Auch die Verweildauer von Hartz-IV-Beziehern zähle – fast die Hälfte sei länger als vier Jahre darauf angewiesen. Sell forderte schnelle Maßnahmen: „Je länger man wartet, umso unlösbarer und umso teurer wird das Problem.“

(WN)


 


 

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