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  • 07.03.2013, 13:32 Uhr
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  • Kreis Borken / Gronau
Arbeitsplatz-Abbau bei ETC

In Gronau fallen nach Fukushima über hundert Stellen weg

Nicht die Produkte sind das Problem: Weltweit sind die Zentrifugen-Kaskaden der Enrichment Technology Company Ltd. (ETC) in Urananreicherungsanlagen im Einsatz und arbeiten über viele Jahre praktisch wartungsfrei.

Dennoch werden in den nächsten drei Jahren mehrere hundert Mitarbeiter des Unternehmens ihren Arbeitsplatz verlieren - davon mehr als Hundert allein am Standort Gronau. Der Grund dafür liegt in Fukushima.

Die Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk hat für einen Einbruch der Nachfrage nach kerntechnischen Anlagen gesorgt. Die Folge: Es werden auch weniger Urananreicherungskapazitäten und die dafür notwendige „Hardware“ – nämlich Zentrifugen-Kaskaden – benötigt. Ein langsamer Rückgang der ETC-Aktivitäten sei in den Marktprognosen immer erkennbar gewesen. „Wir hatten deshalb geplant, unsere Kapazitäten in den Jahren ab 2016 zurückzufahren. Aber der Prozess des Rückgangs kommt nach Fukushima viel schneller als geplant“, sagt Roy Ketting Olivier, Chef der deutschen ETC-Standorte.

Gronau – hier produziert ETC auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage der Urenco Deutschland die Rohrsysteme für die Kaskaden – wird in der Folge „mehr als 100 Arbeitsplätze verlieren“, weltweit werden es „mehrere Hundert der insgesamt rund 2.000 Mitarbeiter sein“, so Ketting Olivier. Die exakte Zahl stehe noch nicht fest. Die Zahl der Beschäftigten in Gronau werde schon in diesem Jahr sinken, weil zeitlich befristete Stellen nicht wieder besetzt werden.

Die Mitarbeiter seien bereits im vergangenen Jahr informiert worden, „weil wir offen und ehrlich mit ihnen umgehen, auch wenn wir noch nicht alles im Detail erklären können“, so Roy Ketting Olivier. Auch Gespräche mit den Betriebsräten in Gronau und Jülich gebe es bereits, Ergebnisse aber noch nicht.

Arbeitsplatzverluste unvermeidbar

Ketting Olivier betont, dass daran gearbeitet werde, neue Geschäftsfelder aufzubauen, um das Know-How der Mitarbeiter im Hochtechnologiebereich – etwa bei speziellen Schweißverfahren – für andere Branchen zu nutzen. Aber: Er warnt zugleich vor überzogenem Optimismus: „Diese Aktivitäten werden nicht die komplette Reduzierung der Belegschaft auffangen können, es ist unvermeidbar, dass Arbeitsplätze verloren gehen.“

Am Standort Gronau wird es vor allem Mitarbeiter aus dem Bereich Metallverarbeitung (Zerspanungstechniker, Schlosser, Industriemechaniker etc.) treffen. Die Belegschaft vor Ort besteht aus älteren Kollegen, aber auch aus jungen Mitarbeitern, die zum Teil Zeitverträge haben oder als Leiharbeiter tätig sind.

An eine komplette Auflösung des Unternehmens sei indes nicht gedacht, macht Ketting Olivier deutlich. Vielmehr gehe es darum, das Hauptgeschäft auf ein Maß zu reduzieren, das der künftig zu erwartenden Kundennachfrage entspricht.

(Klaus Wiedau)


 


 

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