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  • 17.12.2013, 15:32 Uhr
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  • Münster / Düsseldorf
Auflösung des Studienfonds

Zahlreiche Immobilien in Top-Lagen für Bistum Münster und Land NRW

Bisher sind viele Immobilien in Münsters besten Lagen Eigentum der Universität. Nachdem das Land den Studienfonds der Uni auflösen will, würden diese Immobilien bald an das Land NRW und das Bistum Münster fallen. Rektorin Nelles zeigt sich empört über diese „Enteignung“: „Ich will meine Stiftungen behalten.“

In wenigen Tagen wechseln viele Grundstücke in besten Lagen von Münster den Besitzer. Rund ums Schloss, im Umfeld von Uni und Uniklinik am Coesfelder Kreuz, an der Sentruper Höhe, ebenso im Kreuzviertel gelegene Filetstücke gehören dem mindestens 197 Millionen Euro schweren Münster´schen Studienfonds, den das Land auflösen will. Ihre Liste findet sich im Gesetzentwurf.

Am Donnerstag wird der Landtag ihn beschließen und damit die Zweckbindung – die Förderung von Uni und Schulen – beenden. Uni-Rektorin Ursula Nelles nutzte am Montag eine Anhörung im Landtag für ihren Protest. Sie stellte klar, „dass die Aufhebung der Zweckbindung eine Enteignung darstellt“. Die sei auch nicht dadurch zu rechtfertigen, dass das Land – bisher Treuhänder der Fonds – seine Finanzlage damit verbessere. Um das zu erreichen, mutmaßte sie, habe die Landesregierung sich mit der Kirche geeinigt – über den Kopf der Uni hinweg. Die Rektorin nimmt ihnen das übel – und droht mit einer Klage.

Dem Bistum fallen mit der Auflösung die Grundstücke in den besten Lagen zu. Sie sollen in zwei neue Stiftungen einfließen, die Schulen und die Priesterausbildung an der Uni fördern sollen. Doch Nelles zog die Aufteilung zwischen Land und Kirche in Zweifel. Es habe für sie den Anschein, dass „alle werthaltigen Liegenschaften der Kirche“ zugeschrieben wurden.

Grundstücke unter aktuellem Wert eingestuft

Der münsterische Bodenwert-Gutachter An­dreas Drees nährte solche Zweifel mit der Feststellung, dass einige Grundstücke deutlich unter dem aktuellen Wert eingestuft seien. Als Beispiel führte er ein Grundstück am Alten Steinweg nah der Kneipe „Bunter Vogel“ an, das mit 2,4 Millionen Euro geführt wird, aktuell aber mehr als drei Millionen Euro wert sei. Es fehle eine Einschätzung durch externe Sachverständige, kritisierte Drees. Gleichwohl attestierte er den Berechnungen, sie seien bis auf mehrere Auffälligkeiten plausibel.

Eine Lösung des Konflikts zeichnete sich am Montag in Düsseldorf nicht ab. Denn andere Rechtsexperten stützen die Position der Landesregierung. Rechtsanwalt Norbert Große Hündfeld schlug als Kompromiss vor, vor einer Aufteilung der Grundstücke sollten alle Areale herausgenommen werden, die für die Entwicklung der Universität Bedeutung haben. Für Nelles wäre das zu wenig: „Ich will meine Stiftungen behalten.“

(Hilmar Riemenschneider, WN)


 


 

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