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  • 30.07.2014, 10:27 Uhr
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  • Münster
Aufräumarbeiten

Nach dem Unwetter: Schäden mit vereinten Kräften angehen

Alle verfügbaren Kräfte der Stadtverwaltung sind in der Stadt unterwegs, um sich einen Überblick über die Schäden nach dem Gewitter mit Starkregen am Montagabend (28. Juli) und in der Nacht zum Dienstag zu verschaffen. Vielerorts sind die Aufräumarbeiten und die Beseitigung der Schäden schon in vollem Gange. Es wird dringend gebeten, Absperrungen zu beachten.

"Die Helden der Straße sind mir schon in der Sturmnacht begegnet. Die Nachbarschaftshilfe in Münster ist überwältigend", freut sich Oberbürgermeister Markus Lewe über das Engagement der Menschen im schlimmsten Starkregen, den Münster bisher erlebt hat. "Mein Dank gilt natürlich auch allen professionellen und ehrenamtlichen Einsatzkräften, sie haben wirklich alles gegeben."

Neben dem Austausch im städtischen Krisenstab - hier werden alle Hilfen koordiniert - hat sich Lewe auch persönlich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Zunächst schon bei diversen Stopps auf dem Nach-Hause-Weg von der Feuerwehr-Leitstelle noch in der Nacht. Gestern Nachmittag dann auch bei Besuchen an zwei zentralen Schadenspunkten: dem Bürgerhaus Kinderhaus und dem Ortskern Handorf.

"Auch wenn die zentrale Infrastruktur läuft, sind die Schäden beträchtlich. Bis alle beseitigt sind, braucht es Geduld und weiterhin ein tatkräftiges Miteinander", bittet Lewe um Verständnis.

Aasee und Aaseitenweg - Vorsicht beim Betreten!

Am Aasee und Aaseitenweg ist es nach dem Regen zu erheblichen Unterspülungen gekommen. Hier gilt "Vorsicht beim Betreten!" Der Aasee ist randvoll, der Pegelstand der Aa von Montag 15 Uhr bis Dienstag 14 Uhr von 20 Zentimeter auf 2,50 Meter angestiegen – macht im Schnitt 20 Zentimeter pro Stunde. Am Dienstagnachmittag stagniert der Pegelstand oder beginnt ganz leicht zu fallen.

An der Himmelreichallee sind vier Platanen gefällt worden, bei vier weiteren wird noch überprüft, ob ein Erhalt durch Rückschnitt erreicht werden kann.

In der Promenade müssen im Bereich zwischen der Ludgeristraße und dem "Hals" zehn Bäume gefällt werden; dieser Abschnitt bleibt bis voraussichtlich Mittwochabend gesperrt. Im Bereich "Am Stadtgraben" bis zum Hallenbad Mitte sind drei Linden betroffen, auch dieser Bereich bleibt zunächst gesperrt. Im Abschnitt vor dem Schloss sind Bürgerbäume betroffen: hier hat der Wind die Kronen der Bäume herausgedreht. Das Grünflächenamt hofft, die Bäume mit Pflegemaßnahmen zu erhalten. Die AWM versuchen, die ganze Promenade möglichst bald zu reinigen.

Der Werse-Wanderweg im Stadtgebiet ist überschwemmt. Auch hier gilt: Bitte die Absperrungen beachten.

In Gievenbeck gibt es nur kleine Baumschäden. Die Schäden auf der Sportanlage Sentruper Höhe sind bereits beseitigt.

In den Wäldern besteht noch kein detaillierter Überblick über die Schäden. Auch hier sind zahlreiche Wege unterspült. Darum sollten die Wälder erst einmal gemieden werden.

Gewässer

Bei Meldungen von ölhaltigen Bestandteilen im Wasser etwa von vollgelaufenen Kellern berät ein Fachmann der unteren Wasserbehörde, der in der Leitzentrale der Feuerwehr in Bereitschaft ist.

An allen Gewässern ist besondere Vorsicht in den Böschungsbereichen geboten, da nicht einsehbare Unterspülungen zu unvorhergesehenen Abbrüchen führen können.

Friedhöfe

Auf den Friedhöfen sind durch die Wassermengen viele Wege und Gräber eingesunken. Angehörige werden gebeten, die Gräber in den nächsten Tagen zu kontrollieren und Schäden zu beheben. Beerdigungen finden statt.

Straßen

Eine abschließende Erfassung der Schadstellen in den Straßen kann erst in den nächsten Tagen erfolgen fasst das Tiefbauamt zusammen. Im Folgenden die Bereiche mit so starken Schäden, dass am Dienstagnachmittag Teil- oder Vollsperrungen eingerichtet worden sind:

Sudmühlenstraße: Vollsperrung von Dykburgstraße bis Schifffahrter Damm; halbseitige Sperrung im Bereich der Wersebrücke.

Dyckburgstraße: Im Bereich Wersebeckmannweg ist der Radweg gesperrt, die Fahrbahn wird regelmäßig kontrolliert, eine Sperrung kann folgen.

Am Kappenberger Damm ist die Unterführung voll gesperrt; ebenso die Thierstraße, sie steht unter Wasser.

Am Max-Klemens-Kanal zwischen Grevener Straße und Bahn ist die Fahrbahn halbseitig unterspült. An der Kanalstraße zwischen Ring und Nevinghoff drückt laut Tiefbauamt noch Wasser aus der Kanalisation.

Die Sentruper Straße droht in Höhe der Aa zwischen Zoo und Dingbänger Weg zu unterspülen, die Brücke kann überspült zu werden.

Bei den Straßenbrücken gibt es bislang keine gravierenden Beeinträchtigungen, jedoch bei einer Vielzahl von Fußgänger- und Radwegebrücken, besonders auf den Nebenstrecken wie Wirtschaft- und Wanderwegen, muss mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. Darum werden die Verkehrsteilnehmer gebeten mit erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass plötzlich Absackungen auftreten. "Dies gilt auch für Bereiche, wo kein Wasser mehr auf den angrenzenden Grundstücken zu sehen ist, da die Straßenkörper vielfach noch wie ein Schwamm voll mit Wasser sind und dies nur langsam abgeben", erläuterter Alexander Buttgereit vom Tiefbauamt.

Jobcenter Nord

Die Außenstelle des Jobcenter Nord bleibt am Mittwoch, 30. Juli, noch geschlossen. Im Stadthaus 2 ist ein Notdienst für die Kundinnen und Kunden aus Nord eingerichtet, die mit ihren Anliegen Hilfe benötigen.

Führungen im Zwinger fallen aus

Die Themenführung "Der Zwinger als Kunstwerk" am 3. August um 11 Uhr sowie alle weiteren Führungen durch den Zwinger fallen aus Sicherheitsgründen und wegen "bautechnischer Maßnahmen" nach dem Unwetter leider aus, vermeldet das Stadtmuseum. Der Zwinger bleibt für den Rest des Jahres geschlossen.

(Stadt Münster)


 


 

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