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  • 23.06.2014, 11:49 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Auftragslage

Ertragslage unbefriedigend

Die Auftragslage in der Bauwirtschaft ist auf den ersten Blick zwar gut. Verbandsangaben zufolge täuschen diese Zahlen aber über die tatsächliche Ertragslage hinweg. So seien die zuletzt steigenden Umsätze vor dem Hintergrund der milden Wintermonate zu sehen.

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten aktuellen Zahlen zur Bauwirtschaft täuschen nach Ansicht des Zentralverbandes des deutschen Baugewerbes über die tatsächliche Lage in der Branche hinweg. Die Auftragsbücher seien insgesamt gut gefüllt, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Baugewerbes. Aber die Preise, die am Markt zu erzielen seien, „keineswegs zufriedenstellend“. Der Branchenumsatz war demnach in den ersten beiden Monaten des Jahres um 24,4 Prozent gestiegen. Zurückzuführen war das laut Verband aber vor allem auf den milden Winter. „Von diesen Zahlen darf sich niemand täuschen lassen“, unterstrich Pakleppa.

Allein die Tatsache, dass die Baunachfrage im Tiefbau um 4,9 Prozent gesunken ist, zeige, wie fragil die Lage am Bau tatsächlich ist: „Wir brauchen dringend höhere Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur“, forderte er. Auch die gute Auftragslage im Wohnungsbau dürfe über die weiter bestehenden Probleme nicht hinwegtäuschen, ist der Hauptgeschäftsführer überzeugt. Investiert werde in den privat finanzierten Wohnungsbau, der sich durch entsprechende Mieten am Markt rechnen müsse, und nicht in Wohnungen, die sich auch sozial Schwächere leisten können. „Hier bleibt der Staat – Bund, Länder und Kommunen – in der Pflicht, seinen Beitrag zu leisten.“

In Deutschland gibt es zurzeit 75.332 Betriebe im Bauhauptgewerbe. Nachdem die Zahl der Betriebe in der konjunkturellen Aufschwungphase bis zum Jahr 2000 auf über 80.000 gestiegen war, ging die Zahl der Betriebe in einem kapazitiven Anpassungsprozess bis 2010 kontinuierlich zurück. Seit 2011 werden wieder steigende Betriebszahlen registriert. Die Struktur des Bauhauptgewerbes in Deutschland ist kleinteilig. Immer noch gilt, dass 90 Prozent der Betriebe weniger als 20 Beschäftigte und 97 Prozent weniger als 50 Beschäftigte haben.

(Redaktion)


 


 

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