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  • 23.06.2015, 08:43 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Ausbau B 51 in Münster

Erster Spatenstich für den Ausbau der Bundesstraße 51

Die führenden Verkehrspolitiker in Düsseldorf und Berlin leben offenbar ganz schön gefährlich. Beim ersten Spatenstich für den weiteren Ausbau der Umgehungsstraße in Münster berichtete der NRW-Verkehrsminister Michael Groschek, er habe in dieser Angelegenheit regelmäßig einen „Schlag in den Nacken“ vom SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Marquardt aus Münster bekommen.

Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, wiederum berichtete von der münsterischen CDU-Bundestagsabgeordneten Sybille Benning und vielen anderen Münsteranern und Münsterländern: „Sie ist mir gehörig auf den Wecker gegangen.“

Ganz offenbar haben besagte Drängler ihr Ziel erreicht. Mit viel politischer Prominenz wurde in Sichtweite der Brücke zur Wolbecker Straße an der B 51 der obligatorische Spaten geschwungen.

Regierungspräsident Dr. Reinhard Klenke war ebenso gekommen wie Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Winfried Pudenz, Hauptgeschäftsführer der Behörde Straßen NRW als Bauherr.

Der erste Teilabschnitt, der jetzt in Angriff genommen wird, umfasst eine Länge von 2,6 Kilometer. Gut 42 Millionen Euro stellt der Bund hierfür zur Verfügung, weitere sechs Millionen kommen von der Stadt. „Die Aufwendungen für den Lärmschutz sind sehr hoch“, erklärte Ferlemann in diesem Zusammenhang.

Was den letzten Bauabschnitt der Umgehungsstraße betrifft, und zwar den Neubau der B 481n von der Warendorfer Straße bis zum Schifffahrter Damm, so zeigte sich der Staatssekretär aus Berlin sehr zuversichtlich, dass der Bund demnächst auch dafür die Finanzierung absichert. „Das sieht sehr gut aus.“

Sowohl Ferlemann als auch Groschek begründeten ihr uneingeschränktes Ja zum Ausbau der Umgehungsstraße unter anderem mit dem anhaltenden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in Münster. „Münster ist ein Hotspot, da dürfen die Korsettstangen nicht zu eng werden“, so Groschek.

Ferlemann betonte die gewaltigen Pendlerströme, unter denen Münster leide. „Die Menschen wollen in Münster rein und auch wieder raus.“ Als wichtiges Zukunftsprojekt benannte der Staatssekretär den durchgehenden sechsspurigen Ausbau der A1 zwischen Hamm und Osnabrück.

Lewe begrüßte den Ausbau der Umgehungsstraße ausdrücklich. Es gehe darum, einen „Engpass“ zu beseitigen.

Die Bürgerinitiative St. Mauritz, die 30 Jahre lang gegen den Ausbau kämpfte, erschien nicht zu der Feierstunde. „Weder Oberbürgermeister Lewe noch sonst jemand hat uns eingeladen“, so der Sprecher Peter-Paul Gosing.

Kommentar: Geschickter Schachzug

Lobbyarbeit kann so wirksam sein, wenn sie denn gut gemacht wird. Den ersten Spatenstich für den Ausbau in der Umgehungsstraße am Montag hätte es nicht gegeben, hätte es nicht vor über einem Jahr ein Spitzengespräch zwischen Oberbürgermeister Markus Lewe und dem Staatssekretär im Berliner Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, gegeben. Damals steckte das Projekt B 51 in der Sackgasse. Der Bund wollte nicht zahlen, weil gegen den Straßenbau noch eine Klage anhängig war. Die Richter am Oberverwaltungsgericht (OVG) wiederum hatten keine Eile, weil die Finanzierung fehlte.

Was vereinbarten Lewe und Ferlemann? Der Bund stellte 42 Millionen Euro zur Verfügung, die Bezirksregierung Münster ordnete den sofortigen Baubeginn an. Was folgte, war eine einstweilige Verfügung gegen den Baubeginn. Das OVG musste reagieren – und legte zügig einen Termin für die Hauptverhandlung fest. Das Ergebnis: Seit Mai existiert ein Urteil pro Straßenausbau.

Natürlich hatten Lewe und Ferlemann keine Ahnung, wie die Richter entscheiden würden. Aber hätten sie noch länger warten sollen?

(Klaus Baumeister, WN)


 


 

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