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  • 29.06.2013, 10:00 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Ausbildung

Fachkräfte und Azubis aus der EU

Europa rückt auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zusammen. Während in Deutschland in den nächsten Jahren mehr Ausbildungsplätze als Bewerber erwartet werden, suchen junge Menschen in anderen Ländern dringend nach einer beruflichen Perspektive.

Denn gerade die jungen Erwachsenen in den europäischen Krisenländern sind überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Hemmschwelle für Bewerber aus den EU-Ländern, sich in Deutschland zu bewerben, ist jedoch oft hoch. Damit eine Bewerbung nicht an Sprachproblemen oder den Reisekosten für ein Bewerbungsgespräch scheitern, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein spezielles Förderprogramm aufgelegt. Über die Inhalte und Unterstützungsmöglichkeiten informierten die Agentur für Arbeit Coesfeld, die Kreishandwerkerschaften Coesfeld und Borken sowie der Kolping Diözesanverband am Mittwochabend in Coesfeld.

„Wir möchten mit dieser Veranstaltung Unternehmen für das Thema ausländische Ausbildungs- und Fachkräfte sensibilisieren und ihnen konkrete Hilfen anbieten“, sagt Barbara Ossyra, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Coesfeld. In Zeiten eines sich abzeichnenden Mangels an Fachkräften sei es auch für kleinere und mittlere Betriebe interessant, über neue Wege in der Mitarbeitersuche nachzudenken.

Haupthindernis für eine Bewerbung in Deutschland ist für ausländische Bewerber meist die Sprache. Deshalb können Interessierte Rahmen des Projekts eine Förderung für Sprachkurse in ihrem Heimatland oder auch in Deutschland erhalten.

Auch die Anreise aus einem anderen Land kann ein – vor allem finanzielles – Problem sein. Deshalb fördert das Programm auch die An- und Abreise zu Bewerbungsgesprächen und Praktika je nach Entfernung mit bis zu 300 Euro.

Während einer Ausbildung unterstützt die Agentur für Arbeit die Auszubildenden im Bedarfsfall mit ausbildungsbegleitenden Hilfen. Das kann ein Sprachkurs, aber auch Nachhilfe zum Berufsschulunterricht sein.

„Das deutsche Ausbildungssystem aus schulischer Theorie und betrieblicher Praxis hat international einen hervorragenden Ruf“, weiß Dr. Michael Oelck, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Coesfeld. Daher sei eine Ausbildung oder auch eine Beschäftigung in Deutschland für viele junge Menschen aus dem EU-Ausland grundsätzlich attraktiv. Die Kreishandwerkerschaften Coesfeld und Borken wollen das Programm bei ihren Mitgliedsunternehmen bekannt machen.

„Für die Unternehmen der Region bietet sich mit dem Projekt die Chance, unbesetzte Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit motivierten und gut vorgebildeten Auszubildenden und Arbeitskräften zu besetzen“, so Christoph Bruns, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken.

Darüber hinaus wird der Kolping Diözesanverband den Bewerbern Unterstützung bei der Eingewöhnung geben und zum Beispiel bei der Wohnungssuche helfen. „Es ist wichtig, den ausländischen Bewerbern zu zeigen, dass wir sie mit ihren Problemen nicht allein lassen“, erklärt Uwe Slüter, Geschäftsführer des Kolping Diözesanverbandes.

Kontakt zum Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur:
Tel. 0800 4 5555 20 (kostenfrei)
Weitere Informationen unter: www.thejobofmylife.de

(Redaktion)


 


 

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