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  • 15.11.2013, 10:09 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Ausbildungsmarketing

Azubis werden von Unternehmen umworben

Es ist die Zeit, dass Betriebe ihre Ausbildungsplätze besetzen. Banken und Versicherungen haben meist die Nase vorn, wenn es darum geht, für die Stellen den jeweils passenden Bewerber zu finden.

„Irgendwie wird es jedes Jahr ein bisschen früher“, stellt Kathrin Hänisch, Ausbildungsleiterin des Industrieunternehmens Armacell in Münster, fest. Dass sich junge Menschen bei Unternehmen bewerben, dafür müssten viele Betriebe durchaus neue Anreize schaffen. „Wir merken, dass es schwieriger wird“, sagt Kathrin Hänisch. Bewerbungen seien kein Selbstläufer mehr.

Die Diplom-Pädagogin kümmert sich bei Armacell an der Robert-Bosch- Straße um die Ausbildung der jungen Menschen. Nichts bleibt dem Zufall überlassen.

Rund 400 Bewerbungen gehen nach eigenen Angaben jährlich bei dem Industrieunternehmen ein, das in zehn Berufen ausbildet. Die Zahl der Bewerbungen nehme bisher nur geringfügig ab, dabei gehe das Interesse vor allem für den gewerblich- technischen Zweig zurück. Kathrin Hänisch bedauert, dass aber auch die Qualität von Bewerbern durchaus abnehmen würde. Die meisten seiner Azubis rekrutiert Armacell in Münster und Umgebung. Aber es gibt auch Ausnahmen. Den längsten Weg nimmt derzeit ein Lehrling in Kauf, der täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und jeweils einer eineinhalbstündigen Anfahrt von Kamen anreist.

„Wir merken, dass es schwieriger wird“

Dieser Azubi , so Hänisch, habe sich bewusst für Armacell entschieden. „Das sind die Früchte unseres Ausbildungsmarketings“, betont die Personalentwicklerin.

Hänisch stellt fest, dass ohnehin in Münster alles anders ist. „Münster ist eine besondere Stadt“, sagt sie. Im kaufmännischen Bereich gebe es keine Probleme, die Ausbildungsplätze zu besetzen, schwieriger werde es im gewerblichen Bereich, denn rund 90 Prozent der Realschüler, zitiert Hänisch eine IHK-Statistik, besuchten eine weiterführende Schule. Auch gute Hauptschüler setzten noch zwei Schuljahre obendrauf.

Armacell lässt nichts unversucht. Das Unternehmen wirbt damit, dass es seine Lehrlinge unter anderem in der Mathematik, Physik und Chemie unterstützt. Workshops setzten sich beispielsweise mit Materie rund um die Hydraulik auseinander. „In der Summe lässt sich damit einiges bewirken“, sagt Hänisch. Auch die Kooperation mit Schulen trage Früchte. Bewerbertraining, praxisnaher Mathematikunterricht, Werksführungen und Praktika seien Bausteine im Azubi-Puzzle. Messeauftritten misst die Personalentwicklerin zunehmend mehr Bedeutung zu. In der Summe, so die Ausbildungsleiterin, sei zu spüren, dass sich diese Feinheiten herumsprechen. Vor allem durch Mund-zu-Mundpropaganda werde heute unter den jungen Leuten für Unternehmen geworben.

Mindestens ein Mal im Quartal bekommen die Azubis ein Feedback. In ihren Meetings können sie Dampf ablassen – und vom ersten Tag an dürfen sie im Unternehmen mitwirken. Dabei gehe es gerade aktuell um die Frage, ob Facebook oder Twitter eine Rolle spielen sollen. Die Azubis von Armacell drehen einen Film, der bei Messeauftritten gezeigt wird.

(Redaktion)


 


 

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