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  • 06.11.2014, 13:24 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Ausbildungsmarkt

Ein Ausbildungsplatz für jeden Bewerber

Jedem Bewerber im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster stand im Ausbildungsjahr 2013 / 2014 rechnerisch eine Ausbildungsstelle zur Verfügung. Damit fällt die Bilanz am Ausbildungsmarkt grundsätzlich positiv aus. Die Unternehmen und Verwaltungen meldeten mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr.

3.957 gemeldete Ausbildungsstellen verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster für das Ausbildungsjahr 2013 / 2014. Das waren 49 oder 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Demgegenüber ging die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die bei sich bei der Berufsberatung als Bewerber um eine Ausbildungsstelle meldeten, erneut zurück. Sie lag zuletzt bei 3.873, 126 weniger als im vergangenen Jahr. Jedem Bewerber standen damit 1,02 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Im Vorjahr lag diese Relation noch bei 0,98 Ausbildungsplätzen für einen Bewerber.

Der Ausbildungsmarkt in Münster: Bewerber haben die Wahl

2.196 offene Ausbildungsstellen meldeten die Unternehmen und Verwaltungen in Münster seit Oktober 2013. Das waren 53 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. „Wir freuen uns, dass die Zahl der Ausbildungsplätze leicht ansteigt“, sagt Sandra Pawlas, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „In Münster haben Bewerber damit weiterhin eine große Auswahl an attraktiven Ausbildungsstellen in unterschiedlichen Berufen“, so Pawlas. In Münster macht sich die demografische Entwicklung bereits am Ausbildungsmarkt bemerkbar: Die Zahl der Schulabgänger sinkt. In Folge ging auch die Zahl der jungen Menschen, die sich bei der Berufsberatung als Bewerber für eine Ausbildung gemeldet haben, erneut zurück. 1.665 Bewerber verzeichnete die Agentur für Arbeit in Münster seit Oktober 2013. Das sind 33 weniger als im Vorjahr. Rein rechnerisch konnte jeder Bewerber unter 1,32 Ausbildungsangeboten wählen.

„Auf Bewerberseite hält in Münster der Trend zum höheren Schulabschluss weiter an“, berichtet Sandra Pawlas. Mehr als die Hälfte der bei der Arbeitsagentur in Münster gemeldeten Ausbildungsplatzbewerber haben die Fachhochschulreife oder das Abitur. Ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder ein Auslandsaufenthalt waren für viele der Jugendlichen mit (Fach-) Hochschulreife wertvoller, als sich sofort für eine Ausbildung oder ein Studium zu entscheiden. Sie kommen jetzt auf den Ausbildungsmarkt. Damit ist die Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber noch höher als im Vorjahr. „Viele Bewerber mit guten Bildungsvoraussetzungen entdecken die betriebliche Ausbildung als Alternative für sich. Das ist für Arbeitgeber eine gute Basis, um qualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden“, beobachtet Pawlas.

Die Zahl der Jugendlichen, die am 30. September noch keine Ausbildungsstelle gefunden hatten, sank auch in diesem Jahr deutlich auf 43. „Offensichtlich haben hier die Berufswünsche der Bewerber und das Ausbildungsstellenangebot gut gepasst“, freut sich Pawlas. Auch wer noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche habe, solle jedoch nicht aufgeben. Immerhin standen den 43 unversorgten Bewerbern in Münster noch 83 offene Ausbildungsstellen zur Verfügung. Rein rechnerisch waren das 1,93 Stellen für jeden Bewerber. „Auch bis in den November hinein stellen Arbeitgeber noch Auszubildende ein. Wer flexibel ist, hat durchaus noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz“, ermutigt Pawlas.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf: Sinkende Schulentlasszahlen lassen Zahl der Bewerber sinken

Im Kreis Warendorf meldeten sich seit Oktober des vergangenen Jahres 2.208 Jugendliche und junge Erwachsene als Bewerber bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Das waren 93 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 4 Prozent. Gegenüber dem Ausbildungsjahr 2011 / 2012 sank die Zahl der Ausbildungsbewerber sogar um 330. „Hier zeichnet sich bereits deutlich die demografische Entwicklung ab“, beschreibt Sandra Pawlas, stellvertretende Leiterin der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. „Da die geburtenstarken Jahrgänge hinter uns liegen, wird die Zahl der Bewerber zukünftig noch weiter sinken.“ Bemerkbar ist dies besonders bei den Schülerinnen und Schülern mit mittlerem Bildungsabschluss. Ihre Zahl lag zuletzt bei 778, das sind 95 oder 10,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Dahingegen veränderte sich die Zahl der Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur kaum. Sie lag im aktuellen Berichtsjahr bei 927, das sind 41,9 Prozent aller bei der Berufsberatung gemeldeten Bewerber. „Auch im Kreis Warendorf ist ein Trend zum höheren Schulabschluss zu sehen“, berichtet Sandra Pawlas. „Zum einen können Arbeitgeber damit junge Menschen mit einer guten Schulbildung für ihre Ausbildungsstellen gewinnen. Zum anderen fehlen Bewerber mit mittlerer Reife aber häufig gerade in gewerblich technischen Berufen. Denn erfahrungsgemäß streben Schüler mit höheren Schulabschlüssen eher eine kaufmännische Ausbildung oder ein Studium an“, erklärt Pawlas. Arbeitgeber müssten deshalb zukünftig kreative Ideen entwickeln, um Auszubildende für ihr Unternehmen und ihre Lehrstellen zu gewinnen.

Bei der Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen endete der Abwärtstrend der vergangenen Jahre. 1.761 Ausbildungsplätze meldeten Unternehmen und Verwaltungen im Kreis Warendorf bei der Agentur für Arbeit. Damit blieb das Ausbildungsangebot ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Aufgrund der rückläufigen Bewerberzahlen verbesserte sich damit die Auswahl für Jugendliche leicht. Pro Bewerber standen im Kreisgebiet 0,8 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Im Vorjahr waren es noch 0,77. „Diese Zahl zeigt zwar, dass der richtige Weg eingeschlagen ist und Bewerber im aktuellen Ausbildungsjahr etwas bessere Chancen hatten. Die Bemühungen, allen Jugendlichen im Kreis einen Berufseinstieg mit einer Ausbildung zu ermöglichen, dürfen aber nicht nachlassen“, appellierte Sandra Pawlas an die Betriebe. Denn obwohl die Zahl der Bewerber zurückgegangen ist, waren Ende September noch 52 Jugendliche ohne Ausbildungsstelle oder Alternative.


 


 

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