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  • 27.02.2015, 09:13 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Außergewöhnliche Belastungen

Regenschäden senken Steuerschuld

Zahlreiche Bürger, die mit erheblichem finanziellen Aufwand die Schäden des Jahrhundertregens vom 28. Juli beseitigt haben, können diese Aufwendungen nun bei der Steuererklärung für 2014 geltend machen. Darauf machten die Leiter der beiden münsterischen Finanzämtern bei der Vorstellung der Bilanz für das vergangene Jahr aufmerksam.

„Aufwendungen für die Beseitigung von Schäden am Eigenheim einer selbst genutzten Eigentumswohnung sowie für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, soweit sie für die allgemeine Lebensführung erforderlich sind“, erklärt der Leiter des Finanzamts Münster-Außenstadt, Jochen Elbertzhagen.

Gezahlte Versicherungsleistungen müssten allerdings von der Schadenssumme abgezogen werden. Gab es nichts von der Versicherung, weil eine Elementarversicherung fehlte, „so sollte darauf hingewiesen werden. Das erspart Nachfragen unsererseits“, so Elbertzhagen. Von den geltend gemachten Aufwendungen werde eine zumutbare Belastung abgezogen, die nach Lebenssituation schwankt – für ein verheiratetes Paar etwa fünf Prozent der Gesamteinkünfte, bei einer Familie mit zwei Kindern drei Prozent.

Steuermindernd wirken sich zudem Handwerkerleistungen aus, die unter haushaltsnahen Dienstleistungen angegeben werden können. „Die Ermäßigung beträgt 20 Prozent der Aufwendungen, maximal 1200 Euro“, erklärt der Finanzamts- Leiter. Vermieter können die Aufwendungen für die Beseitigung von Schäden an Gebäuden und an Grund und Boden als Erhaltungsaufwand geltend machen.

Finanzämter wollen den Trend zur elektronischen Steuererklärung forcieren

Ende Februar, wenn Arbeitgeber und Versicherungen die Daten an die Finanzverwaltung übermittelt haben müssen, werden die Steuererklärungen bearbeitet. Die Finanzämter wollen den Trend zur elektronischen Steuererklärung forcieren. Derzeit übermitteln 45 Prozent der Arbeitnehmer ihre Daten elektronisch, vor allem über das System Elster, 2013 waren es laut Elbertzhagen 40 Prozent. Bei den Unternehmen waren es 65 Prozent, obwohl die elektronische Übermittlung bereits verpflichtend ist.

Neuregelungen gibt es bei der Fahrt- und Reisekostenerstattung. Ab 2014 kann der Arbeitnehmer nur noch Fahrten zu einer „ersten Tätigkeitsstätte“, angeben, die mit 30 Cent pro Entfernungskilometer angesetzt werden. Bei mehrtägigen Dienstreisen gibt es die 12- Euro-Verpflegungsmehraufwandspauschale neuerdings auch für den An- und Abreisetag. Neu ist zudem, dass bei berufsbedingter doppelter Haushaltsführung die Aufwendungen mit einem Betrag von bis zu 1000 Euro je Monat geltend gemacht werden können.

Insgesamt haben die münsterischen Finanzämter im vergangenen Jahr 3,7 Prozent mehr Steuern erhoben. Den größten Zuwachs gab es wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung bei der Einkommenssteuer: plus 12,54 Prozent.

(Karin Höller-Zwilling, WN)


 


 

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