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  • 27.05.2013, 12:02 Uhr
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  • Münster
Ausstellung Stadthaus I

Über Risiken und Nebenwirkungen von Minijobs

Drei Frauen zwischen Familie, Kindern und Minijob. Sie erzählen auf Stellwänden von ihrem Alltag, wie sie alles unter einen Hut bringen und am Ende 450 Euro verdienen.

Silvia, 50, Bankkauffrau: „Mit einem Minijob allein schaffen wir es nicht.“ Gabi, 41, Erzieherin: „Mein Eindruck ist, man wird immer ärmer, trotz Arbeit.“ Oder Anita, 36, Krankenschwester: „Der Minijob ist für mich ein guter Wiedereinstieg.“

„Minijob – Minichance?“

Dieser Frage geht eine Ausstellung im Stadthaus 1 an der Klemensstraße nach, die am Freitag von Bürgermeister Holger Wigger eröffnet wurde und bis zum 7. Juni zu sehen ist. Dazu liegen 1.000 Broschüren aus.

Hinter dieser informativen Präsentation steckt eine geballte Frauen-Power. Es ist das Netzwerk W(iedereinstieg) Münster in Kooperation mit dem Arbeitskreis Bündnis-Frauen-Arbeit und dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf Münsterland. Ein Zusammenschluss von Beraterinnen aus Arbeitsagentur, Frauenbüro, Jobcenter, Frauen & Beruf, VHS und Sozialberatungsstelle des Studentenwerks.

Uta Armbrust vom Frauen-Forum nannte Zahlen: Minijobs boomen – im Münsterland sind bis zu 30 Prozent aller Frauen geringfügig beschäftigt. Allein in der Stadt Münster arbeiten mehr als 23.500 Minijobberinnen. Sind Minijobs eine Brücke in den Beruf? Oder vor allem für Frauen berufliche Sackgasse und Armutsfalle? Fragen, die die Ausstellung beantwortet, in dem sie die „Risiken und Nebenwirkungen“ von Minijobs für die Berufsbiografien vor Augen führt. So schafft ein Jahr im Minijob einen zusätzlichen Rentenanspruch von rund vier Euro.

Uta Armbrust: „Wir wollen Frauen motivieren, Minijobs ausschließlich als Übergangslösung zu wählen. Für eine gelingende eigene Existenzsicherung und um Armut im Alter zu verhindern, sollten sie den Weg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung suchen.

Reform hat Ziele nur bedingt erreicht

Bürgermeister Holger Wigger betonte, dass die Reform der Minijobs ihre Ziele nur bedingt erreicht habe. Er verwies auf die Landesinitiative Faire Arbeit und deren Ziele. „Wir brauchen Lösungen, wie sich langfristig und fair die wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen und die Interessen der Beschäftigten nach angemessener und leistungsgerechter Bezahlung verwirklichen lassen.“

Zahlen, Fakten und Zitate basieren auf einer aktuellen Studie im Auftrag des Bundesfrauenministeriums. Die Ausstellung, die bei der Eröffnung viel Lob erntete, wird durch das Münsterland wandern. Voraussichtlich in den Sommerferien wird sie am Flughafen Münster-Osnabrück zu sehen sein.

(Maria Meik)


 


 

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