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  • 10.09.2012, 10:47 Uhr
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  • Kreis Borken / Velen-Ramsdorf
Auszeichnung

Kreis Borken würdigt vorbildliche Denkmalpflege

Die Preisträger

Rechtsanwälte Bierschenk, Hagemann & Kollegen aus Gronau: Sanierung des Baudenkmals "Wohn- und Geschäftshaus Eper Straße 18" in Gronau

Das zweigeschossige Gebäude auf einem hohen Sockel wurde um 1900 erbaut, 1992 in die Denkmalliste der Stadt Gronau aufgenommen und 2008 von den neuen Eigentümern erworben. Sie sanierten das Gebäude, das als Wohnhaus genutzt worden war, und bauten es zu einem Bürogebäude um. Nach und nach zeigte sich, welche Bereicherung die Stadtvilla für das Gronauer Stadtbild darstellt.

Karlheinz Busen aus Gronau: Sanierung des Baudenkmals "Hofanlage mit Brennerei, Schwarzenbergstraße 200" in Gronau

Die Hofanlage besteht aus einem Wohnhaus (erbaut um 1900) samt Wirtschaftstrakt und Stallanbau, einem langgestrecktem Stall mit Taubenturm und Querdurchfahrt sowie Restgebäuden einer Brennerei, die im frühen 19. Jahrhundert erbaut wurde. Im am Wohnhaus angebauten Turm befindet sich eine "Hauskapelle" im neogotischen Stil, die um 1900 errichtet wurde. Das Anwesen liegt am Ende einer alleeartigen Zufahrt mit altem Baumbestand. Die Hofanlage mit Brennerei wurde 1986 in die Denkmalliste der Stadt Gronau aufgenommen. Karlheinz Busen restaurierte die Gebäude nach und nach über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren.

Eheleute Bertine und Adrianus Hast aus Glanerburg für die Sanierung des Baudenkmals "Wohnhaus Konrad-Adenauer-Straße 28" in Gronau

Das im Jahr 1900 erbaute, zweigeschossige Ziegelgebäude steht seit 1992 in der Denkmalliste der Stadt Gronau. 2008 kaufte das Ehepaar Hast das Haus und sanierte es nach und nach mit großem Aufwand. So wurden zum Beispiel einzelne Schmuckziegel rekonstruiert und nachgebrannt. Die originalen Schiebetüren mit den jugendstilmäßigen Glasfüllungen sind nach fachgerechter Wiederaufarbeitung wieder voll funktionsfähig. Zusätzlich restaurierten die Eigentümer unter anderem die überklebten Terrazzoböden, das originale Treppengeländer, sämtliche Innentüren, ein großes bleiverglaste Jugendstilfenster und lange verdeckte Stuckdecken mit Sonnenmotiven.

"Freundeskreis Barockkirche Zwillbrock e.V." in Kooperation mit der "Stichting Grenzen Verbinden"

Die Barockkirche Zwillbrock ist als architektonisches Kleinod eines der beliebtesten Ausflugsziele im westlichen Münsterland direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Um sie auf Dauer zu erhalten, gründeten religiös, geschichtlich und kulturell interessierten Personen im September 1994 den "Freundeskreis Barockkirche Zwillbrock". Seit Beginn gab es zahlreiche niederländische Mitglieder. Für diese wurde im Jahr 2010 speziell die "Stichting Grenzen Verbinden" ins Leben gerufen. Heute kommen ca. 90 der insgesamt über 350 Mitglieder aus den benachbarten Niederlanden.
In der Satzung des Freundeskreises und der Stichting ist als Vereinszweck aufgeführt, den Erhalt und die Ausgestaltung der Barockkirche und des Klosters in Zwillbrock zu fördern. Zudem soll die Bedeutung dieses architektonischen Kunstwerkes der Allgemeinheit durch kulturelle Veranstaltungen, Vorträge, Besichtigungen und Führungen näher gebracht werden. Stellvertretend für den Freundeskreis und die Stichting wurde der Preis an Bruder Hubert Müller und Dr. Fritz Oostrik überreicht.

Gruppe der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer unter der Leitung von Rudolf Hölter für das Projekt "Alte Molkerei" in Ramsdorf

Im Jahr 1897 wurde das Gebäudeensemble als Molkerei und Dampfmühle erbaut. Der Molkereibetrieb wurde 1976 eingestellt, das Gebäude dann bis 1988 als Landhandel genutzt. Anschließend brachte die Gemeinde bis 1991 Asylbewerber in dem Gebäude unter. Danach stand es 15 Jahre lang leer und verfiel allmählich. Engagierte Bürgerinnen und Bürger weckten das Gebäude schließlich mit Unterstützung der Gemeinde und weiterer privater und öffentlicher Förderer aus seinem Dornröschenschlaf. Sie restaurierten es von 2007 bis 2010. Träger des Hauses ist die Stiftung "agri-cultura" als Bürgerstiftung für Velen und Ramsdorf. Die "Alte Molkerei" wird heute insbesondere durch Vereine und Verbände, die sich am Umbau beteiligt haben, als Kulturzentrum, als Haus der Vereine, als Musikschule und Tagungsstätte genutzt.

Sonderpreis des Landrates

Gärtnereigruppe Haus Früchting, Vreden

Die Gärtnereigruppe der Werkstatt für Menschen mit Behinderung "Haus Früchting" in Vreden kümmert sich um erhaltenswerte Denkmale. Im Auftrag der Stadt Vreden pflegen die Beschäftigen der Gärtnerei die beiden jüdischen Friedhöfe im Stadtgebiet. Diese historischen Grabstätten sind Zeitzeugen der Vergangenheit und Mahnmale zugleich.

Heimatverein Gronau

Eine der wichtigsten Aufgaben des Heimatvereins Gronau ist die Sicherung und Bewahrung von historischer Substanz. Was unwiederbringlich zerstört ist, wird dabei durch Symbole ersetzt. So hat der Heimatverein in den vergangenen Jahren in der Stadtmitte von Gronau, umgeben von historischer denkmalgeschützter Substanz ein Ensemble aus rekonstruiertem Schlossplatztor, Kirchenportal und Gronauer Mühlen geschaffen.

Interessengruppe Neumühlenkamp in Borken-Gemen

Im Jahr 1984 errichteten die Bewohner der Neumühlenkampsiedlung in Borken-Gemen eine ca. vier Meter hohe Säule. Die sich nach oben verjüngende Säule erweist sich bei näherer Betrachtung als eine moderne, ungewöhnliche Form eines Bildstocks. Die Geschichte der Stele ist eng verknüpft mit der Geschichte dieses Wohnviertels. In den 1970er Jahren unter dem Namen "Friedlandsiedlung" gegründet, siedelten sich hier Familien aus den ehemaligen deutschen Gebieten im heutigen Polen an. 1981 entstand bei einer Reihe von ihnen die Idee zu dieser Stele. Man sammelte 15.000 DM und konnte damit das Projekt realisieren. Die hohe schlanke Form, von den Nachbarn auch "Meilensäule" genannt, symbolisiert die Entfernung zur alten Heimat in Ostpreußen und in Schlesien. Seit der Errichtung pflegt die Nachbarschaft die Säule und deren Umfeld. Auch die touristische Erschließung der Säule war und ist ein Anliegen.

Katholische Landjugendbewegung "KLJB" Lünten

Im Rahmen der sogenannten "72-Stunden-Aktion" im Jahr 2009 hat die KLJB ein schon fast vergessenes Kreuz, das am alten Standort keine Beachtung mehr fand, an einen attraktiveren Standort versetzt. Der Platz, der gemeinsam mit dem Heimatverein Lünten ausgewählt wurde, liegt unmittelbar neben der Kreisstraße 52, die direkt zum Dorfkern verläuft. An dem neuen Standort wurde ein kleiner Weg gepflastert. Zwei Sitzbänke laden zur Rast ein. Das Kreuz wird seither kontinuierlich gepflegt und mit frischen Blumen verschönert.

(Redaktion)


 


 

Dr. Christian Schulze Pellengahr
Jürgen Büngeler
Dr. Kai Zwicker
Gabriele Podschadli
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